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Edda Skowronek: Ein Leben fürs Gymnasium

Langenhagen Edda Skowronek: Ein Leben fürs Gymnasium

Nach 50 Jahren im Gymnasium ist für Edda Skowronek Schluss: Sie geht in den Ruhestand.

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Die Sekundarstufe II Koordinatorin des Gymnasiums Langenhagen tauscht ab 1. August ihre Arbeit am Schreibtisch gegen Abenteuer mit drei Enkeln.

Quelle: PATRICIA CHADDE

Langenhagen. Pünktlich zur Gründung des Gymnasiums im Jahr 1966 kam Edda Skowronek in die fünfte Klasse. „Als Schule ohne Gebäude feierten wir die Einschulung in der Friedrich-Ebert-Schulaula“, erinnert sich die Pädagogin. Zum 31. Juli 2016 verlässt sie das Gymnasium und kann mit Beginn ihres Ruhestandes auf ein halbes Jahrhundert selbst erlebter Gymnasialgeschichte zurückblicken. Das dürfte einmalig sein und wohl auch bleiben.

„Ich bin standortkonservativ“, erklärt Edda Skowronek, die 1961 mit ihren Eltern in die aufstrebende Stadt zog und – bei aller Weltoffenheit – bis heute aus Überzeugung und gern hier lebt. „Ich finde es gut, wenn sich privater Lebensmittelpunkt und Arbeitsplatz überschneiden. Dann kann man Menschen auch in anderen Zusammenhängen wie Sportverein oder Ehrenamt erleben.“

Auch die Entwicklung des Gymnasiums ist ein Erinnerungsschatz. „Der Start war aufreibend, weil der Unterricht in verschiedenen Gebäuden anderer Schulen stattfand. Dann kam die Grundsteinlegung des Gymnasiums am jetzigen Standort und drumherum war alles freie Fläche“, sagt Skowronek über das Gebäude. Das wurde im Sommer 1968 bezugsfertig. Aula, A-Trakt und jetziger C-Trakt erhoben sich zwischen den Brachflächen, die sich in den kommenden Jahrzehnten zu einem lebendigen Stadtzentrum wandelten. 1975 machte Skowronek Abitur und studierte Erdkunde und Latein auf „Höheres Lehramt“ in Göttingen. Die Inspiration hatten Lehrer wie Ingo Winkler und Uwe Bormann geliefert, die bei Skowronek den Funken überspringen ließen. Bis heute findet Edda Skowronek ihren Beruf attraktiv und sehr abwechslungsreich, weil er Kontakt mit ganz unterschiedlichen Menschen beinhaltet: „Jeder Schüler und jeder Kollege hat unterschiedliche Neigungen, Stärken und ein individuelles Temperament – das macht es spannend.“

Vor allem Latein gilt dabei als besondere „Schule der Reflektion“, wenn man sich mit den lebensnahen Texten von Seneca, den Briefen von Plinius oder der Haltung von Tacitus beschäftigen kann. „Schulsponsoring war schon in der Antike ein Thema“, weiß Skowronek, deren Schüler sich der „toten“ Sprache mit großem Einfallsreichtum widmeten. Neben Modellen vorchristlicher Thermen oder Aquädukte entwarfen sie auch Rüstungen und zuletzt ein lateinisches Scrabble-Spiel. „Latein ist unsere historische und kulturelle Grundlage“, lautet Skowroneks Überzeugung, die mit ihren Schülern analysierte, was Caesar für ein Mensch war und was seine Kriegsberichte in seinen Zeitgenossen auszulösen vermochten.

„Wirkmacht haben auch Lehrer, sie wirken auf die Biografien ihrer Schüler ein, was mit großer Verantwortung einhergeht“, weiß sie aus Erfahrung und fügt hinzu: „Aber welche Spuren man hinterlässt, erfährt man selten.“

Im Ruhestand möchte sich Edda Skowronek, Mutter von zwei Töchtern und Oma von drei Enkeln, ihrer Familie intensiver widmen. Weitere Interessen wie lesen, gärtnern und reisen sollen ebenfalls mehr Raum bekommen. „Ich hatte das Glück interessierter, aufgeschlossener Eltern“, berichtet Skowronek. Die packten schon in den Sechzigerjahren ihren 4 CV und tourten mit ihrem Kind durch Marokko, die Türkei oder Griechenland. Edda Skowronek orientiert sich dagegen Richtung Norden, denn Island ist ihr großer Favorit. „So weit kamen die alten Römer übrigens nicht – die schafften es nachweisbar nur bis Jütland.“

Von PATRICIA CHADDE

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