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Gesine Saft kehrt der Politik den Rücken

Langenhagen Gesine Saft kehrt der Politik den Rücken

Gesine Saft kehrt der Politik nach gut 25 Jahren den Rücken. Nicht ohne Gram verlässt sie die CDU-Ratsfraktion. Doch für die ehemalige Stadtverbandsvorsitzende gibt es heute wichtigeres: zwei Enkel, ihre Arbeit als Betreuerin in einem Pflegeheim oder auch die Tätigkeit als DRK-Botschafterin.

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Gesine Saft kehrt der Langenhagener Ratsarbeit den Rücken.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. "Jetzt ist Schluss", sagt die Christdemokratin - die das große "C" im Namen ihrer Partei im Vordergrund verstanden wissen will. "Das Wort ,christlich' hat für mich einen Sinn." Doch nach gut 25 Jahren kehrt Ratsfrau Gesine Saft ihrer Fraktion den Rücken. Bei der nächsten Kommunalwahl am 11. September wird sie nicht mehr antreten.

"Die Politik hat mein Leben geprägt - aber auch gezeichnet", betont Saft im Gespräch mit dieser Zeitung. Vor allem die letzten Jahre im Rat hätten sie menschlich sehr belastet. Vor allem die heutige "Gesprächskultur geht mir auf die Nerven", bekennt die 71-Jährige. Sie meint damit nicht nur das "Gekreische und Gezeter" in Ratssitzungen, sondern auch innerhalb der CDU. "Statt die Zeit in schlechter Atmosphäre in der Politik zu verbringen, will ich diese meinen Enkeln schenken", betont Saft. Doch sie werde natürlich nach all den Jahren nicht aus der Partei austreten, ergänzt sie.

Denn die Stimmung war nicht immer so, erinnert sich die Christdemokratin, die die erste Stadtverbandsvorsitzende ihrer Partei in Langenhagen war. Dabei denkt sie auch an das seinerzeit "gepflegte harmonische Miteinander der einzelnen Ortsverbände". Über zehn Jahre sei das in ihrer Amtszeit so gewesen. Doch nicht nur das. In Safts Ära fällt mit Stadtoberhaupt Susanne Schott auch die Wahl der ersten hauptamtlichen CDU-Bürgermeisterin. "Aufregend und tragisch zugleich", blickt sie nicht nur auf die Wahl, sondern auch auf die spätere Abwahl Schotts zurück.

Was sie aktuell besonders ärgert ist die Tatsache, dass die Langenhagener Frauen in der Politik nicht mehr so zusammenarbeiten, wie es einst war - "und heute noch nötig und möglich wäre", ist sich Saft sicher. Über Parteigrenzen hinweg sei so agiert worden. "Doch das ist vorbei." Als einst leuchtendes Beispiel nennt die Christdemokratin das Frauenbündnis. Das habe unabhängig von der Parteizugehörigkeit viel Gutes bewirkt, meint sie. Frauenförderung und Soziales seien Themen gewesen, denen sie sich besonders gewidmet habe – mit christlichem Grundverständnis. "Deshalb freut es mich sehr, dass wir etwa mit Claudia Hopfe eine Frau gefunden haben, die mit viel Mut und Disziplin ihre politische Arbeit begonnen hat", schreibt sie ihren Nachfolgern auf die Fahnen.

"Doch ich verlasse das Ehrenamt nicht ganz", kündigt Saft an. Sie wird sich weiter als Lektorin, als Botschafterin des DRK-Präsidiums der Region Hannover, als engagierte Aufklärerin über das Schicksal des DRK-Gründers Henry Dunant und nicht zuletzt als CDA-Kreisvorsitzende und Mitglied im Bundesvorstand der CDA-Frauen engagieren. Nicht zuletzt fordern die beiden vier und sechs Jahre alte Enkel ihre Oma  und erwarten eine entsprechende "Präsenz".

Vor allem aber auch Safts Tätigkeit in einem Langenhagener Pflegeheim als Betreuerin von demenzkranken Menschen habe ihr selbst "bewusst gemacht, dass das Leben endlich ist". "Die Zeit wird kostbar", betont sie. 

Von Sven Warnecke

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