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Vier Spielhallen müssen schließen

Langenhagen Vier Spielhallen müssen schließen

Die Entscheidung ist gefallen: Vier Glücksspielhallen in Langenhagen müssen schließen. Gestern wurde das in einem öffentlichen Losverfahren im Rathaus entschieden. Damit setzt die Stadtverwaltung die Vorgaben des Glücksspiel-Staatsvertrags um.

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Der Praktikant muss es richten: Stephan Wieschalla zieht unter den Augen von Bürgermeister Mirko Heuer (links) und Boris Ehrhardt, Leiter der Abteilung Sicherheit, Ordnung und Umwelt, in drei Durchgängen die Loskapseln.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Der Glücksspiel-Staatsvertrag schreibt nach Angaben von Boris Ehrhardt, Leiter der Langenhagener Abteilung Sicherheit, Ordnung und Umwelt, einen Mindestabstand von 100 Metern zwischen den einzelnen Spielhallen vor. Die Regelung gilt ab 1. Juli 2017.

„Ziel ist es, die Spielsucht einzudämmen“, sagt Ehrhardt mit Blick auf die sich aus dem nach dem Losverfahren ergebene geringere Zahl an Spielstätten. Bislang gibt es im Stadtgebiet derer noch 14. Sieben erfüllen nach Angaben Ehrhardts an drei Standorten – Walsroder Straße, Flughafenstraße und Hans-Böckler-Straße – nicht mehr die seit 2012 geltenden Vorgaben. Sie wurden vorab darüber informiert, dass sie vom Losverfahren betroffen sind, teilte Hans-Dieter Lamber aus der Abteilung Sicherheit, Ordnung und Umwelt mit. Nun bekommen das Spiel-In (Flughafenstraße 4), das Spieldax (Walsroder Straße 155), die Spielhalle (Hans-Böckler-Straße 14/links) sowie der O-Play (Hans-Böckler-Straße 19) noch einmal Post: Sie müssen schließen.

Unterdessen wehrt sich der Automatenverband Niedersachsen gegen das Losverfahren und droht Klage an. Auch einzelne Spielhallenbetreiber kündigen rechtliche Schritte an. Dass die vier nun gezogenen Betreiber juristisch dagegen vorgehen werden, glaubt auch Ehrhardt: „Das erwarten wir.“

Zu ihnen zählt etwa Rainald Pagel, Gesellschafter von zwei Betrieben, an der Hans-Böckler-Straße. „Natürlich werden wir klagen, wir wollen nichts unversucht lassen“, sagt er. Gleichwohl hat der Unternehmer noch Glück im Unglück. Er muss nach dem Losentscheid nur eine seiner zwei Spielstätten schließen, darf eine der bislang unbegrenzt geltenden Konzession behalten. Aus diesem Grund wird es in dem Familienbetrieb keine Entlassungen bei den acht Mitarbeitern geben. Allerdings spricht Pagel schon von staatlicher „Enteignung“, allein angesichts der langfristigen Verträge, die er etwa mit dem Immobilienbesitzer sowie den Automatenaufstellern geschlossen habe. „Momentan wissen wir noch nicht, wie es weitergeht“, sagt der Unternehmer im Gespräch mit dieser Zeitung auch mit Blick auf den zum 1. Juli anstehenden Verlust einer seiner Spielhallen.

Im niedersächsischen Wirtschaftsministerium hält man das nun in Langenhagen umgesetzte Losverfahren für die fairste Lösung. Auch würden eventuelle Härtefälle durchaus berücksichtigt, heißt es aus dem Ministerium, etwa wenn einem Spielhallenbetreiber mit der Schließung die Insolvenz drohe.

Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer glaubt nach der Schließung der vier Spielstätten nicht wirklich an einen wirtschaftlichen Verlust für die Stadt. Die gesamten Einnahmen aus der Vergnügungssteuer betrügen jährlich einen mittleren sechsstelligen Euro-Betrag.

Von Sven Warnecke

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