Langenhagen. Die Diskussionskultur der Fraktions- und Gruppenmitglieder sei respektlos, geradezu beleidigend, kritisiert er. Sie hörten sich gegenseitig nicht zu. Es gebe keinen Austausch von Argumenten. Vielmehr stimme die rot-grüne Mehrheit über eigene Drucksachen ab, ohne Einwände der Opposition zu bedenken. „Die neuen Gruppierungen haben keine Chance“, beschreibt Walter seine Beobachtung. „Eigentlich ist es unbedeutend, was sie sagen.“
Walter vertritt derzeit den erkrankten Horst Mägel als Bürgervertreter in dem Ausschuss. Neidisch sei er auf seine Beiratskollegen, die von geordneten Verhältnissen in anderen Fachausschüssen des Rates berichteten. Doch nicht nur die mit persönlichen Beleidigungen gespickte Streitkultur in dem Gremium hat Walter erschreckt. Auch die „undurchsichtigen Unterlagen“ erschwerten seine Arbeit. Die Zusammenarbeit des Seniorenbeirats mit der Stadtverwaltung scheine nicht zu funktionieren. „Ich erhalte Einladungen, Drucksachen und Protokolle oft erst kurz vor den Sitzungen, sodass eine Vorbereitung nicht möglich ist“, betont Walter.
Auch die Vorsitzende des Seniorenbeirats beklagt sich darüber: „Es kostet mich viel Zeit, diesen Unterlagen hinterherzulaufen“, sagt Christa Röder. Seit etwa eineinhalb Jahren fühle sich der Seniorenbeirat von der Verwaltung vernachlässigt. „Es gibt eine Geschäftsordnung, in der die Übergabe der Papiere geregelt ist, „und doch klappt es nicht“, so Röder. Sie wolle nun darüber ein Gespräch mit dem Bürgermeister führen.
Unterdessen findet Walter auch Unterstützung bei Irina Brunotte, Vorsitzende des Finanz-, Wirtschafts- und Personalausschusses. Die Sozialdemokratin erwartet in den Sitzungen ein sachlicheres Niveau, erklärte sie auf Anfrage. „Persönliche Angriffe einzelner Mitglieder haben da nichts zu suchen“, sagte Brunotte. Das sei nicht zielorientiert und der Sache wenig dienlich.
Anja Bartelt und Sven Warnecke
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