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Flüchtlinge sorgen für mehr Sicherheit

Langenhagen Flüchtlinge sorgen für mehr Sicherheit

Der Hilferuf an Eltern ist ungehört verpufft. Doch zeitgleich hat sich die Verkehrssituation vor der Hermann-Löns-Schule immer dramatischer entwickelt. Dank der Polizei ist in diesem Jahr eine Lösung gefunden worden. Seit April sorgen dort acht Flüchtlinge als Verkehrshelfer morgens für Sicherheit.

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Sie weisen vor der Schule auf den rechten Weg: Acht Flüchtlinge aus Pakistan und Afghanistan haben sich zu Verkehrshelfern ausbilden lassen.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Die Motivation ist für die acht Verkehrshelfer aus Afghanistan und Pakistan recht unterschiedlich. Einige sind selbst Väter – und wollen schlicht Kindern helfen, werden dabei auch an den eigenen Nachwuchs erinnert. Manche wünschen sich ein wenig Anerkennung in der Gesellschaft oder wollen nur ihre Dankbarkeit gegenüber dem Land ausdrücken, das ihnen Sicherheit und Heimstatt gewährt. Andere wiederum erhoffen sich auch Vorteile im laufenden Asylverfahren. Doch das könne ihnen keiner der an dem Langenhagener Verkehrshelfer-Projekt beteiligten Akteure garantieren, stellt Daud Husseyni von den Johannitern klar, der seit April neben Hemasiri Warnakulasooriya vom Langenhagener Integrationsbeirat als Dolmetscher fungiert. Das habe er allen auch im Vorfeld deutlich gesagt, betont der seit 34 Jahren in Deutschland lebende gebürtige Afghane gegenüber dieser Zeitung.

Doch am Donnerstag ist das nicht das Thema. Polizeichef Andreas Alder hatte alle Beteiligten eingeladen, um einfach einmal Danke zu sagen. Den Verkehrshelfern, vor allem aber seinem Langenhagener Kontaktbeamten Dirk Schell, der die Aktion initiiert hatte. Sie ist regionsweit einzigartig. Alder lobte dabei die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Verkehrshelfer. Nie sei einer zu spät oder gar nicht erschienen. Sie hätten seit Mai so mehr als 130 Einsatztage während der Schulzeit absolviert.

Das freut auch Petra Adolf. Die Leiterin der Hermann-Löns-Schule erinnerte daran, wie sie mit ihren Appellen regelmäßig bei den Eltern gescheitert sei. Sie bezeichnet das Projekt als „Leuchtturm der Integration“ und findet es „super“. Es werde dank der Verkehrshelfer für mehr Sicherheit der Kinder gesorgt. Zudem habe es bei einigen Eltern zu einem Umdenken geführt, berichtet sie. „Und wenn man den Stolz in den Augen der Verkehrshelfer sieht, erkennt man die Bedeutung des Projekts.“ Das sei gelebte Integration.

Ob das aber so an der Hermann-Löns-Schule weiter geht, können weder Langenhagens Polizeichef, die Schulleiterin oder aber Doris Lange vom Sozialberatungsdienst der Stadt sagen. Zwar hoffen alle Beteiligten, dass die derzeit acht aktiven Verkehrshelfer ihre Arbeit fortsetzen. Doch das steht in den Sternen. Das hängt bei jedem Einzelnen vom Stand des Asylverfahrens ab – und ob sie auch in Langenhagen bleiben können.

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Von Sven Warnecke

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