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Priester: Ich habe nicht mit der Waffe gedroht

Postbank in Langenhagen Priester: Ich habe nicht mit der Waffe gedroht

Möglicherweise gibt es eine überraschende Wende im Fall einer angeblichen Waffenbedrohung von Langenhagener Postbediensteten. Der von der Polizei gesuchte mutmaßliche Täter beteuert seine Unschuld. Glaubhaft, wie die Polizei versichert. Denn dafür spricht wohl auch sein Beruf. Der Mann ist Priester.

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Aktuell müssen Kunden vor dem Postbank-Finanzcenter weiter in der Schlange warten.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Die Polizei hat Besuch von Andreas F. bekommen. Der Mann hat sich nach der Berichterstattung in dieser Zeitung als der Gesuchte erkannt, der angeblich einen Postbediensteten bedroht haben soll. Das Kommissariat hat die Ermittlungen aufgenommen.

Gleichwohl dementiert der Russlanddeutsche im Gespräch mit dieser Zeitung, dass er das, was im vorgeworfen wird, getan hat. Dagegen spreche nicht nur sein Beruf, sondern auch seine Herkunft. Der Langenhagener ist Priester. Er habe in seiner alten Heimat zu Genüge Willkür erfahren. Wegen seines Glaubens und seiner Überzeugung saß er im Gefängnis. Bange ist ihm in Langenhagen nun nicht. In Russland komme man leicht für irgendetwas ins Gefängnis, „hier aber nicht“, betont er.

Die Polizei misst den Aussagen von Andreas F. durchaus Bedeutung zu, sagt Kommissariatssprecher Rüdiger Vieglahn auf Anfrage. Nun stehe Aussage gegen Aussage. Doch der Priester habe durchaus glaubhaft seine Sicht der Dinge zu Protokoll gebracht. Nun werde geprüft, ob es sich bei der angeblichen Androhung, mit einer Waffe wiederzukommen, lediglich um eine Schutzbehauptung des Postbediensteten gehandelt haben könnte. Aus diesem Grund sind die Ermittler auf der Suche nach weiteren Zeugen, die sich am vergangenen Dienstag gegen 13 Uhr in der Postbankfiliale auf dem Marktplatz aufgehalten haben.

In einem Gespräch mit dieser Zeitung berichtet der Erzpriester der ukrainisch-orthodoxen Kirche Hannover über seine Erlebnisse in dem Postbank-Finanzcenter. Seinen Angaben zufolge sollte er ein dringend erwartetes Paket aus China für seine Frau, die in der Modebranche tätig ist, abholen. Doch nach mehr als einer Stunde Schlangestehen wurde ihm wie auch anderen Kunden mitgeteilt, dass die Dependance nun schließen müsse. Nach einigen Unmutsbekundungen der Wartenden sei schließlich von dem Postbediensteten mit der Polizei gedroht worden, sagt der Priester.

Er sei dann ziemlich zerknirscht in seine Wohnung zurückgekehrt, um am nächsten Tag wiederzukommen. Erneut habe er mehr als eine Stunde anstehen müssen, um das Paket in Empfang nehmen zu können. Diese Zeit habe er jedoch für das Verfassen einer Trauerpredigt für eine am nächsten Tag anstehende Beerdigung genutzt.

Postbank-Sprecher Tim Rehkopf wollte sich zu der neuen Entwicklung rund um die Bedrohung zunächst nicht äußern. Er warte die polizeilichen Ermittlungen ab, sagte er gestern auf Anfrage. Gleichwohl hat er für die Kunden keine guten Nachrichten parat. „Leider ist die personelle Situation in Langenhagen aufgrund mehrerer Krankmeldungen noch immer angespannt“, sagte er. „Die persönliche Bedrohung gegen einen Mitarbeiter vor Ort hat darüber hinaus zur Folge, dass dieser aufgrund der Schocksituation nicht dienstfähig ist.“ Es werde aber versucht, personellen Ersatz aus anderen Filialen abzuziehen. „Wir verstehen die Verärgerung unserer Kunden und bitten für die aktuell langen Wartezeiten ausdrücklich um Entschuldigung.“ Wie lange der private Sicherheitsdienst noch in der Filiale vor Ort sein werde, konnte Rehkopf nicht sagen.

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Quelle: Sven Warnecke

Von Sven Warnecke

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