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Gewerbesteuer erstmals über 80 Millionen?

Langenhagen Gewerbesteuer erstmals über 80 Millionen?

Es bleiben noch fünf Wochen der Unwägbarkeit, doch der Trend ist eindeutig: Langenhagens Finanzchef Wilfried Köster hält erstmals einen Sprung auf mehr als 80 Millionen Euro bei den Gewerbesteuern in diesem Jahr für möglich. Doch zugleich steht die Stadt vor einer Rekordverschuldung.

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In diesem Jahr fließt in Langenhagens Kasse voraussichtlich so viel Gewerbesteuer wie noch nie.

Quelle: Büttner (dpa/Symbolbild)

Langenhagen. Manche gute Nachrichten überbringt Wilfried Köster eher ungern. Seit 19 Jahren erläutert der Leiter der Finanzabteilung den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr. Und meistens übt er sich in einem warnenden Spagat: Ja, die Gewerbesteuer sieht gut aus. Nein, die Stadt dürfe sich nicht darauf ausruhen. Diese Quelle könne jederzeit versiegen. Allein: Sie tut es nicht. Mal wieder.

Nach mehreren unerwarteten Nachzahlungen von insgesamt 6 Millionen Euro klettert die Gewerbesteuer zum Abschluss 2016 nicht nur deutlich über seine berufs-pessimistische Prognose von etwa 68 Millionen Euro. "Wenn es so weiter geht wie bisher, können wir zum Stand heute sogar annehmen, dass erstmals eine Acht vorne stehen wird", verkündete Köster am Donnerstag dem Finanzausschuss. Dies lasse auch die deutlich geringere Zuwachsrate beim Einkommensteueranteil verschmerzen. "Wir hatten mit einem Plus von drei Prozent gerechnet, eingetreten sind allerdings nur 1,2 Prozent. Das ist ein Minus von rund 500.000 Euro."

Die gute Einnahmesituation aber ist kein Garant. "Nur vier Unternehmen in Langenhagen sind verantwortlich für 83 Prozent der Gewerbesteuer. Wenn es nur einem davon schlecht geht, hat dies massive Folgen für Langenhagen", warnte Köster. Er habe das Jahr 2003 sehr wohl noch in deutlicher Erinnerung. "Damals brach uns die Gewerbesteuer so dramatisch weg, dass die Stadt zahlungsunfähig war."

Den aktuellen Zuwachs will Köster nutzen, um das Rücklagepolster weiter auszubauen. "Damit wir unerwartete Defizite auffangen können." Mit gutem Grund: Die Schulden, derzeit bei rund 15 Millionen Euro, werden sich in den kommenden Jahren auf rund 120 Millionen Euro erhöhen. Dann, wenn alle Großinvestitionen vor allem für neue Schulen abgearbeitet sind.

Kösters wiederholte Warnungen der vergangenen Jahre scheinen indes doch verfangen zu haben. Vor allem der mit rund 46 Millionen Euro bezifferte Personalkostenanteil war Kern der anschließenden Diskussion. Hinzu kommen noch einmal zehn Millionen Euro für Abschreibungen, rechnete Köster vor. Anlass genug für die einstige Opposition im Rat, die lang diskutierte Ausweitung der städtischen Eigenreinigung erneut ins Visier zu nehmen.

SPD und Grünen, die dies noch Anfang des Jahres durchgesetzt haben, verfügen im neuen Rat über keine eigene Mehrheit mehr. Der Finanzausschuss verwies vor allem deshalb alle Drucksachen zum Thema Eigenreinigung zurück in die Fraktion. Ob die geplante Ausweitung auf die meisten der Langenhagener Schulen (mit 29 Neuanstellungen) tatsächlich umgesetzt oder der Ratsbeschluss gekippt wird, könnte sich in der nächsten Sitzung des Finanzausschusses am Dienstag, 6. Dezember, entscheiden.

Von Rebekka Neander

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