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Prozess gegen mutmaßliche Einbrecher beginnt

Langenhagen Prozess gegen mutmaßliche Einbrecher beginnt

Fünf junge Leute sollen in wechselnder Besetzung im großen Stil Einbrüche verübt haben, unter anderem in ein Lager einer Godshorner Spedition. Nun stehen die fünf als Angeklagte vor dem Landgericht Hannover. Neun Verhandlungstage sind anberaumt.

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Tatort Bayernstraße: Aus der Lagerhalle einer dort ansässigen Spedition ist Elektronik mit einem Einkaufswert von etwa 250.000 Euro gestohlen worden.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Die heute 24- bis 26-Jährigen aus Langenhagen, Garbsen und Hannover hätten als „Gruppierung“ zusammengefunden, um mittels Straftaten - hauptsächlich Einbruchsdiebstähle - ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, sagte die Erste Staatsanwältin Regina Steig beim Verlesen der mehrseitigen Anklageschrift. Unter anderem sollen die Männer am 6. Januar 2013 in das Lager einer Spedition an der Bayernstraße in Godshorn eingedrungen sein. Ihnen wird vorgeworfen, dort Elektronik vornehmlich aus dem Hause Apple - Einkaufswert etwa 250.000 Euro - gestohlen zu haben, um die Beute anschließend „gewinnbringend zu veräußern“, sagte Steig.

Doch nicht nur das listete die Anklagevertreterin der Staatsanwaltschaft jetzt zum Prozessauftakt vor der 3. Großen Kammer des Landgerichts Hannover unter Vorsitz von Richterin Renata Bürgel auf. So sollen die Männer für weitere Einbrüche etwa in Langenhagen, Eschershausen und Hannover verantwortlich sein. Nicht nur in Niedersachsen seien sie aktiv gewesen, sondern auch in Baden-Württemberg. Im dortigen Moosbach hatten die Ermittler schließlich eine Telefonüberwachung gestartet, die dazu geführt hat, dass die fünf Angeklagten nach und nach ins Visier der Strafverfolgungsbehörden gerieten.

Es folgten Hausdurchsuchungen in 14 Objekten. Dabei soll auch belastendes Beweismaterial gefunden worden sein - unter anderem etwa 100 Apple-Geräte, die aus dem Einbruch in Godshorn stammten und anhand der vom Hersteller übermittelten Registriernummern identifiziert wurden, sagte ein als Zeuge geladener Langenhagener Ermittlungsbeamter vor Gericht. Ein 26 Jahre alter Angeklagter aus Garbsen soll nicht nur ein Gerät aus Godshorn unmittelbar nach der Tat auf seinen Namen angemeldet haben, sondern auch via Internet und Mundpropaganda Teile der Beute verkauft haben, berichtete der Polizist.

Den Männern drohen bis zu zehn Jahre Haft. Ihnen wird unter anderem schwerer bandenmäßiger Einbruchsdiebstahl vorgeworfen. Um den Prozessverlauf abzukürzen, hatten Richterin Bürgel den Angeklagten auf Antrag der Staatsanwaltschaft bei „qualifizierten Geständnissen“ einen Strafrahmen von eineinhalb bis drei Jahren in Aussicht gestellt. Allerdings ist es dazu am Dienstag nicht gekommen. Vier Männer lehnten eine Verständigung ab, der fünfte zögerte noch.

Für Verstimmung sorgte indes bei den Verteidigern, dass die Polizei die seinerzeit gewonnenen Erkenntnisse aus den Abhörprotokollen nicht sofort an die Staatsanwaltschaft weitergegeben hätten.

Am nächsten Montag wird die Beweisaufnahme um 9 Uhr fortgesetzt.

Von Sven Warnecke

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