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Radler und Fußgänger üben Rücksichtnahme

Langenhagen Radler und Fußgänger üben Rücksichtnahme

Die Zeiten des Provisoriums sind vorbei: Ab sofort verfügt die Stadt Langenhagen über einen eigenen Verkehrsübungsplatz für Radfahrer und Fußgänger. Beide Gruppen sollen hier bewusst aufeinander treffen - und Rücksichtnahme lernen.

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Seit Montag in Betrieb: Im Langenhagener Eichenpark können Radler und Fußgänger das richtige Verhalten im Straßenverkehr trainieren. Stadt, Polizei, Integrationsbeirat, Präventionsrat und Repair-Treff haben bei dem Projekt zusammengearbeitet.

Quelle: Zottl

Langenhagen. Eigentlich stehen die 23 nagelneuen Verkehrsschilder bereits seit einigen Tagen auf dem Gelände, das sich neben dem Kinderspielplatz erstreckt. Aber erst seit Montagabend ist der Übungsplatz auch offiziell in Betrieb. Mehrere syrische Kinder und Jugendliche - in den vergangenen Wochen bei der Aktion "Sicheres Fahrradfahren" bereits intensiv in Verkehrstheorie geschult - drehten als erste auf platzeigenen Fahrrädern ihre Runden. "Es ist das erste Mal, dass sie die Theorie auch in der Praxis umsetzen können", sagte die Integrationsbeauftragte Justyna Scharlé mit zufriedenem Lächeln.

Zufrieden kann Scharlé nun auch endlich sein: Bereits vor einem Jahr wünschte sich der Integrationsbeirat einen mobilen Übungsplatz im Eichenpark - doch die Stadt war überlastet. Dass der Wunsch zudem nicht überall offene Türen fand, räumte Bürgermeister Mirko Heuer am Montag ein. "Natürlich hat es im Vorfeld auch Diskussionen gegeben", sagte er mit einem schiefen Lächeln, verkniff sich dazu aber jedes weitere Detail.

Ebenfalls bei der Eröffnung anwesend waren Vertreter der Polizei, unter anderem Kontaktbeamter Dirk Schell. Schell war seinerzeit der Erste, der für die Einrichtung eines Übungsplatzes in Langenhagen plädierte, nachdem er ein Pendant in Bissendorf kennengelernt hatte. Den Stadtpark hält er aufgrund der vorhandenen Wegkreuzungen für ideal - während der Autoverkehr ausgesperrt bleibt, kommt es aufgrund der zahlreichen Fußgänger und Radler im Park immer wieder zu Begegnungen mit Passanten. "Es ist ein relativ geschützter Raum und trotzdem sind es keine künstlichen Situationen", sagte Schell und sein Chef, PK-Leiter Andreas Alder ergänzte: "Gerade das Thema Rücksichtnahme soll hier trainiert werden." Das Angebot richtet sich nicht nur an Geflüchtete, auch die Schulen der Stadt sollen zukünftig ihren Verkehrsunterricht vor Ort abhalten können. Aber auch jeder andere Bürger kann auf dem Parcours trainieren.

Das Projekt ist ein waschechtes Gemeinschaftswerk: Die 1.050 Euro Materialkosten für die Schilder hat der Präventionsrat übernommen. Die sieben Fahrräder, die nun zu dem temporären Übungsplatz - in der kalten Jahreszeit wird er abgebaut - dazugehören, sind Spenden des Repair-Treffs. Die sichere Aufbewahrung der Drahtesel übernimmt die nahegelegene Hermann-Löns-Schule, während die Terminkoordination für Verkehrsunterrichtseinheiten der Schulen auf dem Platz in den Händen des Kontaktbeamten Schell liegt. Die Stadtverwaltung hat indes einige zusätzliche Infoschilder mit der Aufschrift "Verkehrsübungsplatz" und "Benutzung auf eigene Gefahr" in der eigenen Werkstatt fertigen lassen.

Bei den Bürgern, denen der neue Platz bereits aufgefallen ist, kam die Idee grundsätzlich gut an. "Find ich gut. Die Radfahrer in der Stadt sind oft rücksichtslos, fahren mitunter sogar auf der falschen Straßenseite", sagte eine Langenhagenerin. Tim Pero Ahrendt und Christian Keiner, beide Erzieher in der Kita Krümelhausen und mit Kita-Kindern öfter zu Besuch im Park, haben bei ihrer Arbeit bereits ersten Nutzen ziehen können. "Den Kindern sind die Schilder sofort aufgefallen. Wir haben ihnen die Bedeutung erklärt", sagt Keiner und Ahrendt fügt hinzu: "Mit Verkehrserziehung kann man nicht früh genug anfangen."

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