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Special Olympics an der Rennbahn

Langenhagen Special Olympics an der Rennbahn

Die Radrenn-Wettbewerbe der Nationalen Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung starten von Dienstag bis Freitag auf dem Parkplatz der Pferderennbahn. Offiziell informiert wurde über diesen Wettbewerb allerdings nur die Polizei. Weder Stadt noch Schulen sind von den Veranstaltern einbezogen worden.

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Treten in die Pedale: Bereits kurz nach ihrer Ankunft ziehen die Teilnehmer der Special Olympics ihre Runden auf dem Parkplatz an der Neuen Bult. 

Quelle: Nils Oehlschläger

Langenhagen. Nach dem Training am Montag stehen ab Dienstag die Wettbewerbe an. Ab 9.30 Uhr werden die insgesamt 178 Frauen und Männer in unterschiedlichen Klassen gegeneinander antreten. Ein erster Höhepunkt ist 16.15 Uhr das Finale im Straßenrennen über 15 Kilometer. Alle Wettbewerbe werden dabei allerdings auf das Parkplatzgelände der Rennbahn beschränkt bleiben. Bis Freitag wird es jeden Tag dort Wettkämpfe geben. Den Abschluss bildet an dem Tag um 11.30 Uhr die Siegerehrung im Straßenrennen über zehn Kilometer.

Die Langenhagener Sportstätte gehört zu insgesamt 20 Wettkampforten. Diese sind vorwiegend in Hannover zu finden. Nur der Golfplatz in Garbsen liegt noch in der Region. Während in Hannover bereits seit geraumer Zeit die Werbetrommel für die Wettbewerbe gerührt worden ist, fiel Langenhagen hinten runter.

So wurde keine der Langenhagener Schulen von der Existenz dieser Wettkämpfe vor ihrer Haustür informiert, sodass eine Teilnahme der Schüler als anfeuernde Zuschauer nicht möglich erscheint. Auf Nachfrage äußerte sich unter anderem Andrea Engelhardt von der Pestalozzi-Schule durchaus enttäuscht. „Der Kalender vor den Ferien ist so eng, dass wir kurzfristig wohl kaum noch etwas hinkriegen werden.“ Dabei seien ihr die Wettbewerbe durchaus ein Begriff. „Unsere Trommelgruppe hat in vergangenen Jahren bei der Eröffnung der Spiele schon mitgewirkt.“ Auch Timo Heiken, Rektor der Gesamtschule an der Konrad-Adenauer-Straße, zeigte sich enttäuscht ob der versäumten Chance. Einen kurzfristigen Besuch seiner Schüler bei der Veranstaltung will er nicht ausschließen. „Aber auch unser Kalender ist total dicht, und so etwas will ja auch vorbereitet sein.“

Die Pressestelle der Special Olympics reagiert darauf mit Unverständnis. Die gesamte Koordination der Öffentlichkeitsarbeit inklusive eines Fanprojekts liege bei der Stadt Hannover als Ausrichterin. „Dass die umliegenden Kommunen nicht informiert worden sind, irritiert uns“, sagte eine Sprecherin.

Denn auch dem Rathaus Langenhagen sind aktuell keine Details übermittelt worden. „Weil das Gelände der Stadt Hannover gehört, musste noch nicht einmal der Ordnungsbereich der Stadt informiert werden“, berichtete Stadtsprecherin Juliane Stahl. Man bedauere dies sehr.

In der Pressestelle der Stadt Hannover nennt Udo Möller den Informationsverlauf „schwierig“. Als Hannover vor „längerer Zeit“ den Zuschlag für die Ausrichtung erhalten habe, seien auch die Städte der Region angesprochen worden. Aus Langenhagen habe man die Rückmeldung erhalten, einer Wahl der Sportstätte stehe nichts im Wege, nur könne man personell mangels Kapazitäten nicht unterstützend wirken. „Als dann sehr viel später als Fläche für die Radwettkämpfe die Rennbahn in den Focus rückte und da dieses Areal ja Stadtgebiet Hannover ist, musste niemand mehr Langenhagen informieren.“ Dass es auch an den Schulen vorbeigegangen sei, ist für Möller schwieriger nachzuvollziehen. „Wir haben in Hannover bei allen Gelegenheiten immer wieder darauf hingewiesen.“

Kommentar: Ein Schlag ins Gesicht

Wie kann das sein? Seit Jahren beherrscht die Herausforderung Inklusion, das gemeinsame Leben und Lernen aller, ungezählte Diskussionen. Und jetzt findet eine derart herausragende Veranstaltung wie die Special Olympics mitten in einer 52.000-Einwohnerstadt statt - und niemand weiß davon?!

Wer auch immer diesen Gedankengang vergessen hat, ob das bemühte Organisatorenteam der Special Olympics oder die um sich kreisende Landeshauptstadt: Es ist ein Schlag ins Gesicht der Sportler.

Was für eine Chance hätte sich nicht nur für die Schulen geboten, die knapp 200 Sportler direkt vor der eigenen Haustür anfeuern zu können. Es wäre gelebte Inklusion fern aller Verordnungen. Aber noch sind die Wettkämpfe nicht vorbei. Ein jeder ist als Zuschauer eingeladen. Die Sportler haben jede Unterstützung verdient. 

Von Rebekka Neander

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