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Rat ringt um Gewerbeentwicklung

Langenhagen Rat ringt um Gewerbeentwicklung

Soll Langenhagen wachsen? Und wenn ja, um welchen Preis? Darüber hat der Rat am Montag lange diskutiert. Im Kern geht es um die Ablehnung der Flughafen-Wünsche, während die Stadt selbst eigene Gewerbeflächen erweitern möchte. Für alle Pläne gilt: Ein weiteres Verkehrschaos darf nicht entstehen.

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Rund 28 Hektar will die Stadt zwischen Schulenburg und dem Gewerbegebiet Godshorn kaufen. Dort sollen Langenhagener Firmen expandieren können. Doch auch sie sollen erst bauen dürfen, wenn die Verkehrsbelastung untersucht worden ist.

Quelle: Stadt Langenhagen

Langenhagen. Knapp 28 Hektar an zusätzlicher Gewerbefläche westlich der Münchner Straße sollen fünf bereits in Langenhagen ansässigen Unternehmen den nötigen Raum zur Expansion liefern. Dieser Plan der Stadt sorgt nun bereits seit Wochen in Langenhagen für Diskussionen. Dabei geht es nicht um den Grundsatz: Über die Entwicklung herrscht im Rat Konsens. Gleichwohl entzünden sich daran derzeit gleich mehrere Debatten.

Zum einen ist der Flughafen vergrätzt. Denn zeitgleich möchte auch der Flughafen neue Flächen vermarkten und wünscht sich von der Stadt das dafür nötige Baurecht. Diese Vorhaben - zwei der Flächen liegen ebenfalls an der Münchner Straße, der überwiegende Teil im Westen zwischen den Landebahnen - stoßen im Rat auf wenig Gegenliebe. Einzig der unabhängige Ratsherr und ProAirport-Vorsitzende Bernd Speich plädiert im Sinne des Flughafens.

Vor allem der zusätzliche Gewerbe- und Pendlerverkehr weckt Befürchtungen. Darauf wiesen sowohl SPD-Fraktionschef Marc Köhler als auch BBL-Sprecher Jens Mommsen hin. Zudem nimmt die Stadt der Flughafen-Gesellschaft übel, mit Hilfe des derzeit von der Region neu aufgelegten Raumordnungsprogramms (RROP) die Bedeutung des Flughafens als Standort für Logistik und Luftfracht zu untermauern. Die Region folgt nach derzeitigem Planungsstand den Wünschen des Flughafens wenn überhaupt, dann nur marginal. Das endgültige RROP ist noch nicht beschlossen.

Dass der Flughafen sich beschwert, stieß auch in der Ratsversammlung am Montag durchaus auf Verständnis, wie der unabhängige Ratsherr Wilhelm O. Behrens einräumte. Und klar wurde auch, dass dem später im nicht öffentlichen Teil diskutierten Grundstückskauf nur dann auch ein Bebauungsplan auf dem städtischen Grundstück folgen wird, wenn die Verkehrsprobleme zuvor gelöst sind. Die Stadt will - auch auf Wunsch der Politik - grundsätzlich die Verkehrssituation im Gewerbegebiet Godshorn nördlich der Autobahn analysieren und gegebenenfalls an den Ampelkreuzungen nachsteuern. Schon jetzt zeige sich, dass vor allem die Kreuzungen rund um Hessenstraße und Europaallee zuweilen an ihre Belastungsgrenze stoßen.

Konkreter formulierten es die im Rat vertretenen Kommunalpolitiker aus Schulenburg und Godshorn. Denn auch in den Ortsräten wurde die Erweiterung heftig diskutiert. Nachdem nun aber sämtliche Wünsche durch die Verwaltung protokolliert seien, könne man ruhigen Gewissens dem Projekt zustimmen. Darin waren sich Schulenburgs Ortsbürgermeister Dietmar Grundey (CDU), sein Ortsratskollege von den Grünen, Heinrich Kohne, und auch Godshorns Ortsbürgermeister Willi Minne (SPD) einig. Kohne ließ allerdings auch keinen Zweifel daran, welchen Stellenwert die Wünsche haben. Darunter ein Fuß- und Radweg entlang des zur Gewerbestraße auszubauenden Armslohweges, der Verbleib einer Freifläche für eine mögliche neue Autobahnauffahrt oder die Überbrückung des querenden Grabens. "Wenn das nicht kommt", sagte Kohne unter Applaus des Rates, "dann wird da gar nichts gebaut."

Marc Dennis Münkel rückt in den Rat nach

Der Kaltenweider Marc Dennis Münkel (CDU) folgt dem ausgeschiedenen Marco Zacharias in den Langenhagener Rat. Drei Monate vor der Kommunalwahl wurde Münkel am Montag von Bürgermeister Mirko Heuer als neues Ratsmitglied begrüßt - und offiziell verpflichtet. Zacharias hat Langenhagen aus beruflichen Gründen verlassen.

Mit Münkel rückt kein Unerfahrener in den Rat. Nicht nur gehört Münkel bereits seit Jahren dem Kaltenweider Ortsrat an. Zudem gehörte er zum Beirat des EU-Projektes Langenhagener Pferdestärken. Weithin wirkt Münkel in Twenge in dem international beachteten Verein für Vielseitigkeitsreiterei. Der Verein veranstaltet alljährlich das inzwischen zweitgrößte Vielseitigkeitsturnier in Norddeutschland mit regelmäßig prominenter und internationaler Starterliste. Münkel wird sich im September wieder zur Wahl für Orts- und Stadtrat stellen.

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Bürgermeister Mirko Heuer steckt dem neuen Ratsmitglied Marc Dennis Münkel die Nadel der Stadt Langenhagen an. Münkel rückt für den ausgeschiedenen Marco Zacharias nach.

Quelle: Neander

Von Rebekka Neander

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