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Reicht Lebensqualität in Langenhagen?

Langenhagen Reicht Lebensqualität in Langenhagen?

Was soll aus Langenhagen werden? Gleich zwei aktuelle Aussprachen im Rat haben am Montag gezeigt, wo der Stadt im Jahr der Kommunalwahl der Schuh drückt: Grünflächen sind umkämpft wie nie. Und wird die Lage der Stadt zwischen Autobahn und Flughafen vom Garant für Gewerbesteuer zur Dauerbelastung?

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Weil keiner der Antragsteller auf seine aktuelle Aussprache verzichten will, spendet der unabhängige Ratsherr Wilhelm O. Behrens je einen Apfel für die versammelte Politik und Verwaltung.

Quelle: Neander

Langenhagen. Die Antragsteller wären wohl nie auf die Idee gekommen, ihre Vorstöße zusammenzuführen. Doch nach langer Diskussion wird am Montag im Rat klar, sowohl die von SPD und Grünen einberufene aktuelle Aussprache zum Erhalt der Rieselfelder für den Stadtpark als auch die von der BBL beantragte Aussprache zur Erweiterung des Weiherfeldes und der Gewerbeentwicklung der Stadt zielen in dieselbe Richtung: In Langenhagen wird es eng.

In der Aussprache über die Integration der Rieselfelder in den Stadtpark warfen Marc Köhler für die SPD und Dirk Musfeldt für die Grünen erneut der Verwaltungsspitze vor, diese verweigere sich, einen im Jahr 2012 gefassten Ratsbeschluss umzusetzen. Eine halbe Stunde rangen Ratsmehrheit und Opposition um die haarfeine Interpretation von Ratsbeschlüssen, um sich am Ende darin einig zu erklären, dass eine Bebauung der Rieselfelder für sie nicht in Frage kommt. Einzig die unabhängige Ratsfrau Elvira Drescher will sich dieser Linie nicht anschließen. "Wir haben vor langer Zeit das Bewahren der Rieselfelder beschlossen, aber heute haben wir eine vollkommen neue Situation." Für das neu zu planende Schulzentrum könne man sehr wohl über Sportplätze oder Pausenfreiraum auf den Rieselfeldern sprechen.

BBL-Ratsherr Jens Mommsen hatte eine Aussprache zur umstrittenen und zurzeit auf Eis liegenden Erweiterung des Weiherfeldes beantragt sowie zur Entwicklung weiterer Gewerbeflächen rund um den Flughafen. Auch in dieser, zuweilen durchaus kontroversen Diskussion zeigte sich, dass der Druck auf die Flächen in Langenhagen an den Nerven reibt. Bei der möglichen Erweiterung des Weiherfelds ging es vornehmlich um die sinnvollste Strategie der Stadt, wann sie sich wo Entwicklungspotentiale sichern soll und wann welche Fehlentscheidungen gefällt worden sind. Immer wieder wurde dabei auch auf die aktuelle Enge am Schulstandort Kaltenweide hingewiesen.

Bei der Diskussion um vom Flughafen beantragte neue Gewerbegebiete offenbarten sich schon heute drängende Probleme. So belaste bereits jetzt die Vielzahl kleinerer Lieferfahrzeuge die Verkehrsknotenpunkte zulasten der Stadt. Auch dass nachts immer wieder Schwerlastfahrzeuge in den Wohngebieten abgestellt werden, wurde allerseits beklagt. Einzig in der Frage, wie dies zu lösen ist, gehen die Meinungen auseinander. Während Mommsen sich gegen eine weitere Ansiedlung von Logistikbetrieben ausspricht, empfahl Reinhard Grabowsky (CDU) in der Sitzung, für dieses Problem erst einmal die Speditionen selbst anzusprechen. Dirk Musfeldt (Grüne) verwies auf ein zuletzt im Stadtplanungsausschuss empfohlenes Gesamtverkehrsgutachten hin. Erst danach könne man über eine weitere Ansiedlung debattieren.

Weitere Beschlüsse aus dem Rat

Hort muss umziehen:

Der Protest des Grundschülers Moritz vor Beginn der Sitzung blieb folgenlos: Der Rat hat einhellig für den Umzug des Hortes von der IGS Süd in ein Privathaus In den Kolkwiesen gestimmt. Die Verwaltung begründet dies mit enormem Platzmangel an der Angerstraße vor allem im Hinblick auf die bevorstehenden Arbeiten beim Umbau zur Ganztagsschule. Mit der Anmietung der Räume begegnet die Stadt zudem einem Rechtsstreit mit dem Eigentümer. Diesem hatte die Stadt zunächst den Betrieb einer Betreuungseinrichtung baulich untersagt. Diesem Beschluss hat ein Gericht inzwischen widersprochen. Die Hortkinder müssen künftig einen Weg von rund 1,2 Kilometer zurücklegen. Auch Moritz' Mutter bemängelte vor Beginn der Ratssitzung, der halbstündige Fußmarsch sei für die Kinder vor allem zum Ende der Betreuung nicht mehr zumutbar. Im Rat verfing dieser Anwurf nicht. Eine Diskussion zum Thema blieb aus.

Mehr Ganztagsplätze:

Allen Anträgen zur Umwandlung bestehender Betreuungs- in Ganztagsplätze hat der Rat einhellig zugestimmt. Das betrifft die Zwölf-Apostel-Gemeinde, die St.-Paulus-Gemeinde sowie das Montessori-Kinderhaus. Die Umwandlung hatte auch den Bildungsausschuss ohne Gegenstimme passiert. Dort vor allem mit dem Hinweis, dass Halbtagsplätze bei den Eltern überhaupt nicht mehr nachgefragt würden.

Neue Modelle für die Friedhöfe:

Die Gebühren für die städtischen Friedhöfe bleiben bis Jahresende unverändert. Der Rat hat die Verwaltung einstimmig aufgefordert, bis zum Jahresende in einer Expertenrunde neue Formen für Gräber und Bestattungen zu finden und danach eine erneut angepasste Gebührenkalkulation vorzulegen. Stadtbaurat Carsten Hettwer schloss sich in der Sitzung der Forderung nach neuen Modellen an, äußerte aber Zweifel, dass in der Kürze der Zeit auch eine rechtssichere Gebührensatzung zu erstellen sei.

Von Rebekka Neander

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