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Region: Es wird keine Jagd auf Störche geben

Reaktion der Region auf Pläne der Flughafen-Betreiber Region: Es wird keine Jagd auf Störche geben

Die Betreiber des Flughafens Hannover wollen Störche abschießen, wenn diese den Flugverkehr gefährden. Die Region Hannover werde diesen Antrag prüfen, sagte Umweltdezernent Axel Priebs. Aber: "Die Vorstellung einer regelrechten Bejagung von Störchen ist absurd."

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Der Abschuss von Störchen auf dem Flughafengelände soll wenn möglich vermieden werden.

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Langenhagen. Die Region hat am Mittwoch mit wenig Verständnis auf die Bitte des Flughafens reagiert, Störche in unmittelbaren Gefahrensituationen abschießen zu dürfen. Umweltdezernent Axel Priebs schließt das grundsätzliche Bejagen von Störchen wegen Vogelschlagrisiko aus. Sollte der Flughafen aus Gründen der Flugsicherheit beantragen, Weißstörche im Umfeld der Start- und Landebahnen abschießen zu dürfen, werde die Region dies zwar umfassend prüfen, kündigte Priebs an: „Es wäre verantwortungslos, sich mit diesen Konflikten nicht auseinanderzusetzen. Die Vorstellung einer regelrechten Bejagung von Störchen ist aber absurd.“ Dauerhaftes Vertreiben, die Fachleute sprechen von Vergrämung, gehe definitiv vor Abschuss.

Der Flughafen hatte gestern mitgeteilt, er werde eine Abschusserlaubnis beantragen, um „bei Gefahr in letzter Konsequenz“ Störche vom Himmel holen zu dürfen, wenn Kollisionsgefahr mit Flugzeugen bestehe. Die Grünflächen am Flughafen bieten ein reiches Nahrungsangebot. Weil sich immer mehr Störche im Umfeld niedergelassen haben, wächst am Flughafen die Sorge um Sicherheit. „Es geht hier um eine verantwortungsvolle Regelung für einen Ernstfall, die Rechtssicherheit schafft. Einen Freibrief zum Töten von Störchen wird es mit mir nicht geben“, betonte Dezernent Priebs.

Flughafen-Prokurist Michael Hesse sagte gestern, man sei von den starken öffentlichen Reaktionen auf den Vorstoß des Flughafens „vollkommen überrascht“ gewesen. Es gehe dem Unternehmen nicht um einen Freibrief zum Töten. Weil sich aber die Zahl der Weißstörche in den vergangenen zwei Jahren „signifikant“ erhöht habe und inzwischen „nahezu täglich“ Vögel auf dem Areal nach Nahrung suchten, habe man vor drei Wochen den Rat des Weißstorch-Beauftragten der Region, Reinhard Löhmer, gesucht. „Wir wollen gemeinsam und transparent nach einer rechtssicheren Lösung suchen“, betonte Hesse. „Wir sind aber gesetzlich verpflichtet, die Sicherheit des Flugverkehrs mit allen Mitteln zu gewährleisten. Im Unglücksfall haftet die Geschäftsführung persönlich.“

Hesse begrüßt, dass die Region das Anliegen intensiv prüfen wolle, verwies dabei aber auch auf ähnliche Diskussionen an anderen Flughäfen. Vogelschlag durch Störche habe es in Wunstorf bereits gegeben sowie in Dresden. Auch am Flughafen im österreichischen Linz klage man derzeit über eine starke Belastung durch Störche.

Von Rebekka Neander
und Susanna Bauch

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