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Rektor mahnt Sicherheit an

Langenhagen Rektor mahnt Sicherheit an

Können die Fluchtstege und -treppen am Gymnasium auch im Winter genutzt werden? Rektor Matthias Brautlecht äußert nach Rücksprache mit den Hausmeistern Zweifel. Er will Politik und Verwaltung nun zu einer Ortsbegehung einladen. Das Kollegium unterstützt unterdessen den Umzug an die Rennbahn.

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Der Schulbetrieb im Gymnasium darf momentan nur aufrecht erhalten werden, weil es über Gerüste zusätzliche Fluchtwege gibt. Fraglich ist jetzt, ob diese auch bei starkem Schneefall nutzbar sind.

Quelle: Neander

Langenhagen. Sowohl den Bildungsausschuss als auch die Stadtverwaltung erwischte die Nachricht am Donnerstag offenbar kalt: Die nach der Sperrung weiter Teile des Gymnasiums außen angebrachten Gerüststege und -treppen können bei Eis und Schnee im Winter womöglich nicht vollends geräumt werden. Ein Unterricht in den Räumen des Obergeschosses sei bei Extremlagen fraglich. Maren Hoffmeister, Lehrkraft am Gymnasium, überbrachte die Nachricht in der Einwohnerfragestunde.

Rektor Matthias Brautlecht erläuterte später auf Nachfrage dieser Zeitung seine Furcht. "Seit einer Woche gehe ich vertieft der Frage nach, wie weit diese Stege wintertauglich sind", berichtete Brautlecht am Donnerstagabend. "Meine Mitarbeiter haben mir berichtet, dass die Stege zum einen aufgrund ihrer Struktur nur einzeln gefegt, aber nicht geschippt werden können. Zum anderen verfügen die Stege über zehn bis 15 Zentimeter hohe Kanten, über die der Schnee jeweils hinweg geschippt werden müsste." Eine Räumung dieser Fluchtwege sei bis zum Schulbeginn am Morgen nicht zu gewährleisten. "Ergo könnte ich den Unterricht im Obergeschoss in einer solchen Situation nicht freigeben."

In die Stadtverwaltung hat Brautlecht, der der Sitzung nicht beiwohnen konnte, diese Information noch nicht getragen. Er lud im Gespräch mit dieser Zeitung vielmehr alle Politiker und betroffene Verwaltungsmitarbeiter zu einer Ortsbegehung ein. "Damit alle einmal sehen, wie es aussieht, wenn drei Klassen gleichzeitig bei einer Übung über die Stege gehen müssen." Brautlecht will diese Einladung bei nächster Gelegenheit auch den politischen Gremien selbst überbringen.

Zudem treibt den Rektor die Situation für die Schüler im M-Trakt sowie in den Containern um, vor allem während hoher Außentemperaturen. "Im M-Trakt, in dem ja offiziell nicht die Fenster geöffnet werden dürfen aufgrund des Passivhaus-Standards, habe ich jetzt verfügt, dass über Stoßlüften mehr Luft hineinkommen darf." Eine Eltern-Initiative habe zudem für einen Raum direkt über der Mensa, der als einziger keine beweglichen Fensterelemente hat, auf privater Ebene Ventilatoren organisiert, da die indirekte Belüftung nicht ausreiche. "Und auch in den Containern ist es bereits bei 28 Grad nicht mehr schön." Gespendet wurden die Ventilatoren von der Langenhagener Expert-Filiale. Zudem, heißt es im Rathaus, prüft die Bauverwaltung bereits eine Optimierung der Belüftung.

Auch die Schülerbelastung der Friedrich-Ebert-Grundschule, die als Außenstelle des Gymnasiums inzwischen drei Jahrgänge beherbergen muss, treibt Brautlecht um. "Auf die hohen Schülerzahlen ist das Gebäude beispielsweise bei Regenpausen keineswegs ausgelegt."

Ziel dieses Vorstoßes ist laut Brautlecht ein möglichst schneller Beschluss zum Auszug des Gymnasiums, der laut Hoffmeister auch vom Kollegium des Gymnasiums mit breitem Konsens getragen wird. "Wir hatten heute eine Sitzung", berichtete Hoffmeister dem Ausschuss. "Das Kollegium steht hinter Herrn Brautlecht und dem Wunsch eines Umzugs zur Rennbahn", stellte Hoffmeister klar.

IGS-Rektor Timo Heiken unterstützte dieses Votum am Ende der Sitzung mit einem Vergleich: "Als wir uns seinerzeit wünschten, am Standort zu bleiben, gingen wir von einem fünfzügigen Gymnasium aus. Jetzt aber wissen wir, dass das Gymnasium siebenzügig planen muss. Das sind also in der Spitze 3200 Schüler, hinzu kommen 300 Erwachsene", sagte Heiken. "Das ist ein Dorf, und zwar kein kleines. Und das auf dieser Fläche?"

Zur derzeit in Diskussion stehenden Variante, das Gymnasium auf dem bestehenden Sportplatz zu bauen und diesen in den Stadtpark zu verlagern, gab Heiken zudem zu bedenken: "Wir haben an beiden Schulen ein Sportprofil in der Oberstufe und sind deshalb mit etwa fünf Lerngruppen gleichzeitig auf dem Sportplatz. Ein Neubau kann also keine kleine Zwischenlösung sein."

Der Bildungsausschuss, berichtete Wolfgang Langrehr (SPD), ist am Donnerstag nun offiziell zur Sitzung des Stadtplanungsausschusses eingeladen worden. Dann will das Ingenieur-Büro Constrata nachgeforderte Daten zum Sportplatzbau im Stadtpark vorlegen. Diese waren von der SPD eingefordert worden, bevor man über einen Umzug des Gymnasiums entscheiden wolle. Offen ist jetzt, ob der Rat noch in seiner letzten regulären Sitzung am 26. September entscheiden kann oder ob eine Sondersitzung im Oktober einberufen werden muss. In keinem Fall, bekräftigte Langrehr noch einmal, soll das Votum an den sich erst im November konstituierenden neuen Rat übertragen werden.

Von Rebekka Neander

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