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Repair-Treff erlebt einen Rekordstart

Langenhagen Repair-Treff erlebt einen Rekordstart

Erst kämpften sie mit störrischen Schrauben, jetzt ist es das Finanzamt: Der Repair-Treff müht sich nach Gründung des Trägervereins jetzt um die Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Zeitgleich sucht das Team Räume, in denen im Winter auch überdacht gearbeitet werden kann. Zum letzten Aktionstag kamen rund 100 Besucher.

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Der Repair-Treff hat einen Verein gegründet und einen Vorstand gewählt. Vorsitzender ist jetzt Uwe Guelke (Sechster von rechts).

Quelle: privat

Langenhagen. Angefangen hat alles mit Nachrichten über illegalen Müll. Und mit der Frage, warum denn bitte so viele Menschen so viele Dinge wegschmeißen, an denen doch nur ein kleiner handwerklicher Dreh buchstäblich zwischen Regal und Mülleimer entscheiden würde. Seit wenigen Tagen hat diese Idee einen offiziell gewählten Vereinsvorstand und eine Satzung, „die jetzt hoffentlich das Finanzamt anerkennt“. Dieser Seufzer stammt von Uwe Guelke, dem neuen Vorsitzenden des Vereins. Ihm zur Seite steht als Stellvertreter Torsten Binde. Nicola Stürken ist Schatzmeisterin und Iris Hegemann, die vor allem in den sozialen Medien den Repair-Treff ins Leben rief, fungiert als Schriftführerin.

Die Satzung, die jetzt verabschiedet worden ist, dokumentiert, was das Team bereits seit Wochen praktiziert: Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe, dabei aber auch um einen gesellschaftspolitischen Auftrag. Es soll nicht nur Müll vermieden werden. Es geht auch um den Kampf gegen Rassismus, rechtsradikale Strömungen und Ausländerfeindlichkeit. „Wir wollen ein friedliches und gewaltfreies Miteinander propagieren“, sagt Guelke. Entsprechend gehören zum wachsenden Netzwerk des Repair-Treffs auch Kooperationen mit dem Mehrgenerationenhaus und dem Integrationsbeirat, dem Guelke als beratendes Mitglied angehört. Zwei in Langenhagen wohnende Flüchtlinge konnten im Repair-Treff ihrerseits zu Fahrrad-Experten weitergebildet werden. „Sie werden in den Flüchtlingsunterkünften ihren Kameraden helfen, wenn eines der gespendeten Fahrräder einmal kaputt ist.“ Sehr geholfen habe dabei in der Vergangenheit die Zusammenarbeit mit Justyna Scharlé, der Integrationsbeauftragten der Stadt. Durch den Streik in den vergangenen Wochen ist die Kontaktaufnahme zu Doris Lange vom Allgemeinen Sozialdienst etwas verzögert worden.

Grundsätzlich aber ist der Repair-Treff weiterhin Anlaufstelle für „alle, die eine kleine Hilfe brauchen“. Guelke betont jedoch, dass sie dabei keineswegs in Konkurrenz zu Handwerksbetrieben treten wollen. „Wir reparieren nichts, wir helfen den Menschen dabei nur“ - und lehnen bei zu großen Schäden dies auch schon mal ab. „Zudem gilt für alles, was hier passiert, ein genereller Haftungsausschluss.“

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