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Rettungsdienste wollen logische Nummerierung

Langenhagen Rettungsdienste wollen logische Nummerierung

Neubaugebiete sind für Rettungskräfte immer eine Herausforderung. Vor dem Hintergrund der Diskussion um Straßennamen in Schulenburg fordern Feuerwehr, Polizei und Johanniter-Unfallhilfe eine logische Nummerierung - vor allem aber überhaupt sichtbare Nummern an den Häusern.

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Wenn es nach dem Wunsch des Ortsrates geht, sollen die Straßen im Neubaugebiet denselben Namen erhalten wie jene, über die sie erschlossen würden. Dann aber wäre eine logische Nummernfortsetzung nicht möglich. Einsatzkräfte kritisieren dieses Vorgehen.

Quelle: Stadt Langenhagen

Langenhagen. "Neue Straßen? Naja, das ist für uns Ortsfeuerwehren an sich kein Problem. Wir haben eigentlich immer einen auf dem Auto, der sich auskennt." Erst einmal hört sich Stadtbrandmeister Arne Boy recht entspannt an. Die Diskussion um die Benennung der Straßen im Neubaugebiet entlang der Schulenburger Dorfstraße verfolgt er nur von Weitem. Doch an einer Stelle hört bei ihm jede Geduld auf: "Die Nummerierung muss unbedingt logisch sein. Große Sprünge kann im Einsatz niemand nachvollziehen."

Ähnlich äußert sich Alexander Zimbehl. Der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Polizei Langenhagen bescheinigt seinen Kollegen gute Ortskenntnisse. Gleichwohl sei nicht auszuschließen, dass im Notfall auch ortsfremde Polizeibeamte im Einsatz seien. "Dann geht wertvolle Zeit verloren, bis die Kollegen die richtige Hausnummer gefunden haben."

"Wenn die Nummerierung nicht der üblichen Anordnung folgt, also die geraden auf der einen und die ungeraden Nummer auf der gegenüberliegenden Straßenseite ansteigen, entfällt bei den Fahrern jegliche Einschätzung, wie weit es noch sein könnte bis zum Einsatzort", beschreibt es Sylke Heun. Die Sprecherin der örtlichen Johanniter-Unfallhilfe gibt allerdings noch einen großen Wunsch der Kollegen weiter: "Jegliche Systematik hilft nichts, wenn keine Hausnummern am Gebäude erkennbar sind." Viel zu oft erlebten es die Rettungskräfte, dass Hausnummern fehlten. "Wir wünschen uns große und auch bei schlechtem Licht erkennbare, am besten reflektierende Ziffern", betonte Heun.

So einig sich die Einsatzkräfte in ihren Wünschen sind, so unterschiedlich ist die technische Ausrüstung ihrer Fahrzeuge. So variieren die Navigationsgeräte in den Feuerwehrautos sehr stark, wie Boy berichtet. "Das hängt vom Alter der Fahrzeuge ab und von ihrer Größe." So seien die großen Löschfahrzeuge ausgerüstet mit speziellen LKW-Navigationsgeräten. "Weil wir ja mit denen nicht alle Straßen nutzen können." Den Stand der Aktualisierung dieser Geräte vermag Boy nicht grundsätzlich zu benennen. Keinesfalls aber, so betont der Stadtbrandmeister, seien die Geräte überall sofort auf dem neuesten Stand.

Die Ausrüstung in den Streifenwagen sei zwei technisch einheitlich, sagt Zimbehl, aber auch er warnt vor gewissen Verzögerungen, bis ein Neubaugebiet darin umfassend verzeichnet sei. Heun dagegen beschreibt das technische Optimum: "Wir haben in jedem Fahrzeug ein fest installiertes und ein mobiles Navigationsgerät, falls eines mal ausfällt. Und darüber hinaus haben wir immer aktuelles Kartenmaterial an Bord, wenn überhaupt keine Technik mehr funktioniert." Mit der Alarmierung durch die Leitzentrale erhalte die Wache zudem ein Fax mit dem jeweiligen Kartenausschnitt. "Das Papier geht dann mit ins Fahrzeug."

Neue Straßen im Baugebiet Dorfstraße

Welcher Name für welche Straße? Darüber ist jetzt im Ortsrat Schulenburg ein Streit zwischen Politikern und Verwaltung entbrannt. Denn Jan Bröker von der Planungsabteilung warb nachdrücklich darum, neuen Straßen auch neue Namen zu geben - und nicht bestehende Straßen zu erweitern. Dazu gehört die Bohlwiese, bei der hinter der Hausnummer 19 die neue Nummerierung beginnen würde, mit der 51. "Das verwirrt die Rettungskräfte im Notfall", sagte Bröker. Aus seiner Sicht ist es auch problematisch, sogenannte Unternummern zu vergeben, also 19a oder 19f. "Diese Systematik verwenden wir, wenn sich Hausbauer entscheiden, statt eines Einfamilien- nun ein Doppelhaus oder eine Einliegerwohnung zu bauen", sagte er in der jüngsten Ortsratssitzung.

Dieses Argument wollten weder Lutz Döpke (CDU) noch Friedhelm Grote gelten lassen. "Es ist Schwachsinn, an der Stelle einen neuen Straßennamen zu vergeben", sagte Döpke und fügte hinzu, jedes Einsatzfahrzeug verfüge heutzutage über ein Navigationsgerät. Grote sagte, der Ortsrat habe das Recht auf Namensgebung und halte an der Bohlwiese fest. Es sei nun Aufgabe der Stadt, sich um eine Nummerierung zu kümmern. Einstimmig lehnten die Politiker den von der Verwaltung vorgeschlagenen Namen Neue Gärten ab. Dieses Vorgehen soll auch für Kuhlmann Kamp gelten, dort setzte sich der Name Hangelken Wiesen nicht durch. Die vom Krummen Kamp abgehende Straße soll Langer Krummer Kamp heißen. 

Von Rebekka Neander/Antje Bismark

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