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Theater spielen gegen Gewalt

Langenhagen Theater spielen gegen Gewalt

Am Anfang waren es nur ein paar Hänseleien. Am Ende läuft ein Schüler Amok. Ein Schuss fällt. Der 17-jährige Täter steht vor den Trümmern seines Lebens. Wie es dazu kommen konnte, zeigte das Radiks-Ensemble mit dem Stück "Und dann kam Alex" im Theatersaal der Robert-Koch-Realschule in Langenhagen.

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Alex (gespielt von Alexander Abramyan) hat eine Stinkwut auf Jeanette (Romana Schneider) und andere Mitschüler.

Quelle: Gerner

Langenhagen. Wie er diesen Namen hasst, den sie ihm geben. "Lexi", rufen sie ihn. Kann man auch verstehen als "Leck sie!" Er, das ist Alex, 17 Jahre. Sie, das sind seine Mitschüler rund um Jeanette, in die er verliebt ist, und Sascha, der mit Jeanette zusammen ist. Sie schikanieren Alex, wo sie nur können. Auf einer Party von Jeanette haben sie Alex sogar das Handy und das Portemonnaie weggenommen und ihm mit Schlägen gedroht, sollte er jemandem davon erzählen.

Eines Tages fordern sie ihn zu einer Mutprobe auf. Er lässt sich darauf ein, um endlich ihre Anerkennung zu bekommen oder zumindest "einfach nur in Ruhe gelassen" zu werden. Ab da dreht sich die Gewaltspirale immer schneller.

Schulleiter Thomas Kelber hatte die Idee, das Theaterstück zur Gewaltprävention für seine Schule zu buchen. Um die Planung und Umsetzung kümmerten sich die Lehrerinnen Noura Ladhar und Lena Friedrichs. Thomas Kelber sagt: "Schließlich wollen wir eine 'Schule ohne Rassismus' werden. Dazu gehört natürlich, dass wir jeder Form von Gewalt in der Schule umgehend Einhalt bieten." Danach gefragt, ob Schikane - oder modern ausgedrückt Mobbing -  heutzutage häufiger vorkommt als früher, meint Lehrerin Noura Ladhar: "Es geht heute durch die Technik einfach schneller. Ein kurzer Klick auf dem Handy und schon ist ein entwürdigendes Video oder ein beleidigender Kommentar kopiert - und in Windeseile erfahren Dutzende von Menschen davon. Das ist den Schülern oft gar nicht bewusst, wie rasant sich etwas Peinliches oder Gemeines verbreiten und somit dem Betroffenen schaden kann."

Dadurch, dass der Schulträger die Kosten für die Aufführung übernommen hatte, konnten rund 250 Schülerinnen und Schüler das Theaterstück kostenlos ansehen. Der komplette 8. und 9. Jahrgang verfolgte die 60-minütige Aufführung im frisch renovierten Theatersaal der Schule. Nach Ende des Stücks applaudierten die Jugendlichen lange und stellten den Schauspielern zahlreiche Fragen. Der 12-jährigen Asiye Helinkök gefiel das Bühnenstück: "Man konnte sich gut in die Situation von Alex hineinversetzen." Ihre Freundin Diana Peil (13) lobte die schauspielerische Leistung der Darseller. Shirin Özdemir (12) pflichtete ihr bei: "Wie die mit nur zwei Personen so viele Rollen spielten, das war beeindruckend."

Von Gabriele Gerner

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