Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Am Schulzentrum sind Fakten gefragt

Langenhagen Am Schulzentrum sind Fakten gefragt

Zwei erzürnte Schulleiter, auf den Barrikaden stehende Schüler und Eltern und ein Ingenieurbüro, das die Welt nicht mehr versteht. Misstrauen und Beratungsresistenz in der Debatte ums Schulzentrum hinterlassen einen Scherbenhaufen. Jetzt sind Fakten gefragt.

Voriger Artikel
Meilenstein auf der ewigen Baustelle
Nächster Artikel
Diebe bauen Airbags in Serie aus

Es ist schon jetzt eng auf dem Gelände des Schulzentrums. Bleibt genügend Platz für alle Um- und Neubauten? Darüber streiten Politiker und Schulvertreter derzeit heftig.

Quelle: Grafik: Dralle-Bürgel

Langenhagen. Eigentlich klingt die Frage ganz einfach: Warum sollen beide Schulen am bisherigen Standort bleiben?

Versuchen wir eine Antwort: Weil das die Idee der Stadtplaner war? War sie. Allerdings ist das 40 Jahre her. Einen Anschub braucht das Zentrum wahrlich nicht mehr. Vielmehr platzt es aus allen Nähten.

Weil die Schulen das so wollen? Ja, wollten sie. Solange man davon ausging, dass IGS und Gymnasium nicht weiter wachsen. Tun sie aber. Gleichzeitig soll es pro Schüler mehr Platz geben – weil Inklusion gelebt und nicht nur behauptet werden soll. Mittlerweile wollen die Schulen nicht mehr bleiben, wo sie sind. Und das liegt nicht nur an den neuen Schulleitern. Auch Wolfgang Kuschel, demnächst wieder für die SPD im Rat, hat seinen Nachfolger Timo Heiken bereits lange vor der Wahl darin bestärkt. Es wird spannend sein zu sehen, ob sich Kuschel daran im November noch erinnert.

Noch ein Argument, die Schulen zu lassen, wo sie sind: Weil ein Neubau andernorts teurer würde. Ob das aber so ist, weiß niemand. Es deutet sich eher an, dass langsameres Bauen am Standort in der Zwischenzeit die Kosten für Container nach oben treibt. Und: Eine zweite Mensa und eine neue Aula wird es auch an der Konrad-Adenauer-Straße brauchen. Beides ist schon jetzt zu klein oder abgängig. Und: Sollte man bleiben, wo man ist, weil ein neues Grundstück noch zu kaufen wäre? Nebenbei: Die zur Tabuzone erklärten Rieselfelder gehören der Stadt bereits.

Die Diskussion um Schulstandorte braucht jetzt vor allem zweierlei: Erstens belastbare Aussagen zur Anbindung an den ÖPNV für beide Standorte – denn auch an der Konrad-Adenauer-Straße ist nicht sicher, ob es auch in den nächsten Jahren genügend Busse pünktlich durch das Nadelöhr am Rathaus schaffen. Zweitens verlässliche Aussagen zur Bebaubarkeit der Rennbahnfläche. Nur mit diesen (noch fehlenden) Fakten könnte die eigentliche Frage beantwortet werden: Was treibt vor allem die SPD dazu, sich so vehement an den Standort zu klammern?

Ohne sie aber bleiben nur üble Befürchtungen. Nichts werde gegen die Schulen entschieden, hieß es noch wenige Wochen vor der Wahl. Man wolle die sogenannte 1b-Lösung mit dem Sportplatz im Park nur der Vollständigkeit halber prüfen lassen. Inzwischen wirkt das Gebaren mancher Politiker ganz anders. Die Expertise der Schulleiter selbst zu Sicherheitsbelangen der Kinder wird mit teils verletzender Arroganz vom Tisch gewischt, die Kompetenz der Ingenieure ehrabschneidend als „eingekauft“ abgetan. Gegen die, die in dieser Weise poltern, haben es jene Politiker schwer, die fachlich fundiert und faktenorientiert vorgehen.

Man kann Erstwähler so beeindrucken. Aber ob das weise ist?

Von Rebekka Neander

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Schulzentrum Langenhagen

Nahezu vollständig müssen das Gymnasium und ein Teil der IGS abgerissen und neu gebaut werden, weil der Brandschutz nicht gewährleistet ist. Mehr zum Schulzentrum Langenhagen lesen Sie hier. mehr