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Stadt soll Eigenreinigung aufstocken

Langenhagen Stadt soll Eigenreinigung aufstocken

Mit knapper Mehrheit haben SPD und Grüne durchgesetzt, sechs Grundschulen und weitere vier Kindertagesstätten mit stadteigenem Personal reinigen zu lassen. Bürgermeister Mirko Heuer begründete seine Ablehnung dieser Idee auch mit dem inzwischen beim eigenen Personal stark gestiegenen Krankenstand.

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Unter anderem die Brinker Schule wurde in einem Pilotprojekt nicht mehr von Fremdfirmen gereinigt, sondern von Bediensteten der Stadt.

Quelle: Neander (Archiv)

Langenhagen. Wer reinigt besser? Personal von Reinigungsfirmen oder Bedienstete der Stadtverwaltung? Die Meinungen darüber gehen sowohl im Rathaus wie auch in der Politik deutlich auseinander. Die rotgrüne Ratsmehrheit hat das Ruder in dieser seit Monaten schwelenden Grundsatzdebatte am Montag ein weiteres Stück in ihre Richtung gezogen: Mit 22 eigenen Ja- zu 18 Nein-Stimmen der versammelten Opposition gaben sie der Stadtverwaltung den Auftrag, mit Ausnahme des Schulzentrums alle in 2017 auslaufenden Verträge mit Fremdfirmen auslaufen zu lassen und an dieser Stelle selbst Personal einzustellen. Darüber hinaus möge die Verwaltung prüfen, ob langfristig die Stadt einen Eigenbetrieb für die Reinigung eigener Gebäude gründen sollte.

Tatsächlich wäre der Personalstamm dafür bereits dreistellig: Seit dem Ende eines Pilotprojekts zur Eigenreinigung wurden bereits einige Gebäude von stadteigenem Personal übernommen. Dafür sind inzwischen rund 50 Kräfte tätig. Hinzu kommen jetzt für die am Montag beschlossenen weiteren sechs Grundschulen und vier Kindertagesstätten 53 Personen, die 29 Vollzeitstellen (so die erste Schätzung der Personalabteilung) unter sich aufteilen werden.

Irina Brunotte berief sich am Montag im Namen der SPD vor allem auf den seinerzeit vom Team der Gebäudewirtschaft erarbeiteten Bericht zum Pilotprojekt. Darin ist vor allem von einer deutlich verbesserten subjektiven Nutzerzufriedenheit die Rede. Überdies würden die stadteigenen Gebäude deutlich schonender gepflegt, da die eigenen Kräfte auf kennzeichnungspflichtige Reinigungsmittel verzichteten. 

Die Stadtverwaltung, erläuterte später Stadtbaurat Carsten Hettwer, habe bewusst die Diskussion jetzt angeschoben, da man egal für welche Lösung ein halbes Jahr Vorlauf benötige. Hettwer, im Gegensatz zu Bürgermeister Mirko Heuer bislang ein erklärter Befürworter der Eigenreinigung, gab zu bedenken, dass die Stadt aus der Kritik der Vergangenheit am Zustand der Schulen und Kitas sehr wohl gelernt habe. Künftige Ausschreibungen würden in jedem Fall vor allem im Hinblick auf die Wahl der Reinigungsmittel und des Qualitätsmanagements anders formuliert. "Eine Qualitätskontrolle müssen wir aber auch für das eigene Personal entwickeln."

Deutlicher noch wurde Heuer selbst. Aus der anfänglichen Euphorie nach Abschluss des Pilotprojektes sei nun Alltag geworden. "Anstelle des Krankenstandes von Null hatten wir zunächst 4,3 Prozent und sind inzwischen bei 14 Prozent." Eine Mitarbeiterin habe zudem nunmehr einen Anspruch auf einen Schonarbeitsplatz, weil sie das Putzen aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter leisten könne. "Reinigungsfirmen können solche Arbeitsplätze anbieten, eine Stadtverwaltung indessen nicht."

Die Argumente der Opposition, die Ausweitung des städtischen Anteils sei ein Schlag ins Gesicht der heimischen Wirtschaft (der Vorsitzende des Wirtschaftsklubs, Uwe Haster, ist mit seinem Unternehmen selbst Auftragnehmer der Stadt), konnte Hettwer jedoch ebenfalls nicht unkommentiert stehen lassen. "Die Vergabe an Fremdfirmen ist kein Garant für die Stärkung der heimischen Wirtschaft. Es bekommt der den Auftrag, der die externe Ausschreibung gewinnt." 

Von Rebekka Neander

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