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Der Verkehr quält sich durch die Stadt

Langenhagen Der Verkehr quält sich durch die Stadt

Über die Osterfeiertage hatten die Autofahrer auf der Walsroder Straße in Langenhagen wieder einmal freie Fahrt in beide Richtungen. Doch das Vergnügen dauerte nur wenige Tage.

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Das gelbe Verkehrsschild weist den Weg nach Mellendorf im Norden (großes Bild). Der durchgestrichene Abbiegepfeil auf dem Asphalt und blaues Richtungsschild erlauben dagegen nur die Geradeausfahrt.

Quelle: PATRICIA CHADDE

Langenhagen. Seit Mitte vergangener Woche ist zwischen Langenforther Platz und Einmündung Konrad-Ade­nauer-Straße die Baustelle nunmehr auf die östliche Fahrbahnseite der Walsroder Straße verlegt worden. Verkehrsteilnehmer aus Richtung Kaltenweide kommend haben jetzt freie Fahrt gen Süden.

Für die Dauer der Arbeiten – voraussichtlich vier Wochen – müssen die aus Richtung Hannover kommenden Autofahrer die ausgeschilderte Umleitung über die Bothfelder und Theodor-Heuss-Straße in Kauf nehmen. Möglichen Varianten für etwa aus dem Westen kommende Verkehrsteilnehmer über die Westfalenstraße und Am Pferdemarkt, erteilt Langenhagens Stadtsprecherin Juliane Stahl indes eine Absage. Auf der für alle, die aus Richtung Hannover kommend am Berliner Platz über die Klusriede, Emil-Berliner-Straße und dann Theodor-Heuss-Straße möglichen Variante. „Für jene, die an eine Stelle südlich beziehungsweise östlich des Langenforther Platzes oder nördlich der Konrad-Adenauer-Straße fahren möchten, könnte eine weiträumigere Umleitung irritierend sein – insbesondere für Ortsunkundige“, heißt es von der Rathaussprecherin auf Anfrage dieser Zeitung.

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Gleichwohl räumt Stahl auch ein, dass etwa die Emil-Berliner-Straße für all jene hilfreich wäre, die aus Hannover kommend ein Ziel nördlich der Straßen Am Pferdemarkt beziehungsweise Reuterdamm ansteuern wollen. „Generell müssen Umleitungen so eingerichtet werden, dass diese sich auf einen kleinen Kreis der Verkehrsteilnehmer auswirkt“, betont die Stadtsprecherin. Gleichzeitig erinnert sie daran, dass der Kreisel an der Westfalenstraße nicht von Lastwagen mit einer Länge von mehr als 20 Metern befahren werden kann – und die Brücke Am Pferdemarkt eine Höhenbegrenzung aufweist. Und damit scheide diese Strecke als eine mögliche Variante aus. Denn offizielle Umleitungsstrecken müssen dergestalt sein, dass sie von Fahrzeugen aller Größen befahren werden können, erläutert Stahl.

Wie berichtet, lässt die Langenhagener Stadtverwaltung im Bereich der Walsroder Straße zwischen Langenforther Platz und der Einmündung der Konrad-Ade­nauer-Straße seit Januar das Kanalnetz – also die Schmutz- und Regenwasserkanäle, die Schächte sowie auch die Hausanschlussleitungen aufwendig sanieren. Die kalkulierten Kosten belaufen sich auf 289.000 Euro. Im Anschluss sollte ursprünglich die Fahrbahn komplett saniert werden – mit immensem Fördergeld des Landes Niedersachsen in Höhe von 60  Prozent der Gesamtkosten.

Doch daraus wird nun nichts mehr. Dieser Umbau ist vorerst auf Eis gelegt und muss um mindestens ein Jahr verschoben werden. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hatte kurzfristig den zugesagten Zuschuss von knapp einer Million Euro für den Umbau bis auf Weiteres zurückgezogen. Hintergrund ist ein Bundesgesetz, das im Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz den Kostenausgleich für übergeordnete Straßenbauten regelt. Doch dieses läuft 2019 aus – und bislang gibt es keine abgestimmte Nachfolgeregelung.

Autofahrer von Ausschilderung im Stadtzentrum genervt

Der Langenhagener Verkehrsknotenpunkt Langenforther Platz lässt sich aktuell nur von Norden kommend in Richtung Süden und damit nach Hannover passieren. Die nur spärlich ausgeschilderte Umleitung nervt Langenhagener und lässt vor allem Auswärtige, wie derzeit etwa die vielen internationalen Messegäste verzweifeln. Autofahrer werden teilweise in die Irre geführt: wer von der Kurt-Schumacher-Allee Richtung Mellendorf fahren möchte und dabei bis zum Langenforther Platz vorgedrungen ist, könnte rechts abbiegen. Jedenfalls weist ein gelber Vorwegweiser mit schwarzer Schrift und Pfeil in diese Richtung. Der weiße Abbiegerpfeil auf dem Straßenbelag dagegen – etwa auf gleicher Höhe des Hinweisschildes positioniert – wurde mit gelben Linien durchkreuzt. Wer in Sekundenschnelle und irritiert den Blick schweifen lässt, wird durch ein blaues Richtungsschild geradeaus geführt. Ein Abbiegen nach links ist dann nicht mehr möglich.

Auch Fahrzeugführer, die von der Vahrenwalder Straße zum Langenhagener Zentrum geführt werden, erfahren erst hundert Meter vor dem Langenforther Platz, dass sie keinesfalls auf der Walsroder Straße bleiben können, sondern nur die Wahl zum Abbiegen nach rechts oder links haben. Ebenso ergeht es Straßennutzern, die sich über die Godshorner Straße dem Langenforther Platz nähern. Ohne die Möglichkeit, eine Umleitungsstrecke nutzen zu können, bleibt Autofahrern nur die Möglichkeit geradeaus zu fahren oder die Walsroder Straße rechts nach Süden in Richtung Hannover zu nutzen. Wer Richtung Norden möchte, ist also mit der Route über die Westfalenstraße oder gleich der Flughafenstraße (B 522) im Westen oder mit der Emil-Berliner-Straße im Osten besser bedient.

Warum die Autofahrer erst Richtung Innenstadt geleitet werden um dann wiederum aus dem Zentrum hinausgeführt zu werden, ist schwer verständlich. Neben Anliegern leiden auch die internationalen Gäste der Hannover Messe, die erst große Umwege in Kauf nehmen müssen, ehe sie ihr Hotel erreichen.

Kommentar: Unbedingt
 nachsteuern

Was haben sich die Verantwortlichen im Rathaus bloß gedacht? Es mag sein, dass die rechtlichen Vorgaben die jetzige Umleitung ermöglichen. Im Sinne der Autofahrer und Anwohner indes handelt die Stadt damit nicht. Denn sie müssen seit geraumer Zeit nicht nur mit dem mehrmals eingerichteten Engpass leben. Mit Blick auf die noch ausstehende Grundsanierung der Fahrbahn droht in näherer Zukunft eine erneute Sperrung. Anstatt nun den ohnehin stark ausgelasteten Knotenpunkt mit weiträumigen Umleitungen etwa über Flughafenstraße oder Emil-Berliner-Straße deutlich zu entlasten, wird der Verkehr ins Zentrum gelockt. Dort erfahren die Autofahrer erst kurz vor der Baustelle von dem Nadelöhr. Ein Ausweichen ist dann kaum noch möglich. Der Verwaltung bleibt angesichts der Dauerbaustelle genug Zeit zum Nachbessern. Die Betroffenen werden es ihr danken.  Von Sven Warnecke

Von Sven Warnecke und Patricia Chadde

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