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Sanierung ist Bürgersache

Langenhagen Sanierung ist Bürgersache

Wie sollen sich Wiesenau und die nördliche Kernstadt entlang der Walsroder Straße in den nächsten Jahren verändern? Daran können die Einwohner bei beiden Quartiere nun mitwirken. Für September plant der jetzt berufene Sanierungsträger zwei Auftaktveranstaltungen.

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Sandy Löbermann (von links) und Kerstin Widowsky sind auf städtischer Seite zuständig für die beiden Sanierungsgebiete, Michael Koch und Erich Neßlage vertreten den Sanierungsträger DSK.

Quelle: Neander

Langenhagen. Knapp 6,8 Millionen Euro für Wiesenau, 9,6 Millionen für die Kernstadt, davon jeweils nur ein Drittel aus der Stadtkasse - eine so hohe Fördersumme hat Langenhagen bislang noch nie ausgeben können. Wie dieses Geld in den kommenden zehn Jahren (Wiesenau) beziehungsweise zwölf Jahren (Kernstadt) ausgegeben werden soll, ist eine Frage, die sich sowohl an die Einwohner als auch an die Politiker und Verwaltungsfachleute richtet.

Moderiert wird dieser Prozess von Mitarbeitern der Deutschen Stadt- und Grundstücksgesellschaft (DSK). 1957 gegründet, zählt das Unternehmen mit heute 210 Mitarbeitern zu den Marktführern im Segment der Begleitung von Städtebauförder-Projekten. Derzeit betreut es 760 Projekte und verwaltet dabei ein Treuhandvermögen von rund 4,7 Milliarden Euro. Für die Langenhagener Sanierungsgebiete haben sich am Dienstag Erich Neßlage und Michael Koch als verbindliche Ansprechpartner dem Stadtplanungsausschuss vorgestellt. Die Langenhagener werden sie spätestens am 8. September kennenlernen können. Dann startet die Auftaktveranstaltung für Wiesenau, die Kernstadt folgt am 22. September.

"Jede Form der folgenden Bürgerbeteiligung an dem Sanierungsprozess hängt davon ab, wie viele Einwohner sich darin engagieren wollen", betonte Neßlage bei einem Pressetermin. Ob das am Ende ein Sanierungsbeirat ist oder ein Runder Tisch sei dabei unerheblich, sagt Neßlage - und berichtet von den "Stadtteilforums-Sitzungen" in Nienburg. "Da steht demnächst die 98. Sitzung an - die 100. werden wir in diesem Sanierungsgebiet wohl auch noch hinkriegen." Neßlage begegnet damit den jüngst wiederholt von wenigen betroffenen Eigentümern geäußerte Sorge, die Stadt könne eine Bürgerbeteiligung bewusst klein halten. "Wenn sich nur wenige Bürger nachhaltig engagieren, kann es auch keine große Bürgerbeteiligung geben", warnte Neßlage.

Beide DSK-Vertreter sind sich den Problemfeldern von offiziell erklärten Sanierungsgebieten sehr wohl bewusst. Der damit verbundene nachrichtliche Eintrag ins Grundbuch sei für alle Eigentümer ein Thema. "Aber wägen Sie bitte die unglaublichen Chancen dagegen ab, die ein solches Förderprogramm für alle Einwohner hat", beschwor Neßlage auch die Gäste des Stadtplanungsausschusses. Die dabei geäußerte Sorge eines Hauseigentümers, Zuschüsse könnten bei Verfehlen der noch zu bestimmenden Sanierungsziele noch Jahre später zurückgefordert werden, halten Neßlage und Koch für äußerst gering. Wichtig sei, dass die Stadt bei der Ausarbeitung der detaillierten Sanierungsziele und des damit verbundenen Rahmenplans sich strikt an die Aufgabenstellung der Voruntersuchung halte. "Zudem werden alle angemeldeten Projekte noch einmal sowohl vom Land als auch von der N-Bank überprüft", ergänzte Neßlege.

Ab sofort liegen im Rathaus ausführliche Broschüren zu den beiden Sanierungsgebieten aus. Darin sind alle Fakten, Pflichten und Chancen aufgelistet. Zudem gibt es eine Kurzbeschreibung der beiden unterschiedlichen Sanierungsansätze. Während es in Wiesenau um den Aspekt der "Sozialen Stadt" geht, steht in der Kernstadt um "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren". Die Stadt selbst möchte in Wiesenau als erstes den Spielplatz Bachstraße, den Eingang der Adolf-Reichwein-Schule sowie die Friedrich-Ebert-Straße angehen. Für die Kernstadt wird es zum Auftakt um den Bahnhofsvorplatz und die Bahnhofstraße gehen sowie um die Freiflächen an der Hermann-Löns-Schule. "Auch dafür werden wir die Details aber mit den Bürgern gemeinsam erarbeiten", betonte Stadtbaurat Carsten Hettwer.

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Viele Langenhagener wollen wissen, wie die Sanierung in Wiesenau und entlang der Walsroder Straße gestaltet werden soll.

Quelle: Neander

Von Rebekka Neander

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