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Sanierung nun in der Kernstadt

Langenhagen Sanierung nun in der Kernstadt

Einig sind sich in der nördlichen Kernstadt eigentlich viele: Der Bereich zwischen Bahnhof, Pferdemarkt und Elisabethkirche könnte schöner aussehen. Wie dies gelingen könnte, darum wird es am Donnerstag beim Auftaktabend zum Sanierungsprogramm gehen. Vorab die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Der Bahnhofsvorplatz gehört zu den Auftaktprojekten, die sich die Stadt auf die Fahne geschrieben hat.

Quelle: Neander

Langenhagen. Um was geht es?

Insgesamt stehen 9,6 Millionen Euro aus Bund, Land und Stadt für ein vom Rat exakt umrissenes Gebiet zur Verfügung. Das Geld kann in den kommenden zwölf Jahren in Teilbeträgen abgefordert werden. Verwaltet wird das Geld treuhänderisch durch die Deutsche Stadt- und Grundstücksgesellschaft (DSK), die auch das Sanierungsgebiet in Wiesenau parallel dazu betreut.

Was ist das Ziel?

Das ist in der nördlichen Kernstadt etwas kompliziert: Gefördert werden soll das Zusammenspiel von "Handel, Kultur und Bildung mit Wohnen, Arbeiten und Leben". Übersetzt heißt dies: Die Menschen sollen sich dort wohlfühlen. Das ist heute angesichts leer stehender Geschäfte oder unansehnlicher Fassaden eher schwierig.

Wie wurden die Grenzen gezogen?

Das Gebiet erstreckt sich vom Pferdemarkt (inklusive des Geschäftszentrum Dr. Ungruh) entlang der Walsroder Straße bis zu den Elisabeth-Arkaden (die selbst nicht dazu gehören). Eingefasst ist zudem die Bahnhofstraße bis zum Bahnhofsgebäude selbst. Die jeweils dahinter liegenden Gebäude beispielsweise entlang des Buschkamps gehören nicht dazu. Ebenso das Quartier zwischen Karl-Kellner-Straße und Niedersachsenstraße rund um den Pestalozzi- und Fröbelweg. Ein genauer Blick auf die Karte der Stadt empfiehlt sich.

Warum diese exakte Abgrenzung?

Weil es eben um die Funktion des Quartiers als Geschäfts- und Wohnzentrum geht. Dieses Viertel ist seit des Aufbaus des Stadtzentrums rund um das CCL ins Hintertreffen geraten. Entsprechenden Frust haben Geschäftsleute dazu bereits in früheren Versammlungen kundgetan. Der Stadt geht es jetzt um die Förderung bereits bestehender Netzwerke und Impulse der Eigentümer und Geschäftsleute.

Wer kann mitmachen?

Erst einmal alle. Wie in Wiesenau fehlt es derzeit noch an einer vom Rat zu beschließenden Rahmen- und Förderrichtlinie. Eine grobe Richtung gibt die Städtebauförderrichtlinie des Landes vor. Was aber im Detail nun passieren soll, wird ein Zusammenspiel aus den Wünschen der Betroffenen, dem Geldbeutel der öffentlichen Hand und dem politischen Willen. Deshalb ermutigt die DSK auch in der Kernstadt alle, sich mit ihren Ideen am besten sofort zu melden. Auch wenn die eigentlichen Arbeiten erst in einigen Jahren beginnen sollen.

Wird alles gefördert?

Nein. Ziel ist, das Quartier attraktiver zu machen, Leerstände zu verhindern oder abzubauen und die Aufenthaltsqualität für Kunden und Anwohner zu verbessern. Wer also seine Hausfassade sanieren möchte, könnte dabei darüber nachdenken, Bausünden der Vergangenheit durch eine Rekonstruktion des historischen Vorbilds zu ersetzen. Das kann förderlich sein, muss aber nicht. Derzeit, so die DSK, ist das Tor offen, dass durch das Zusammenführen aller Wünsche das Ziel gemeinsam entwickelt werden kann.

Geht es nur um Bauten?

Nein. Um ein Quartier attraktiver zu gestalten, kann auch der Aufbau eines Netzwerks hilfreich sein. Das könnte im Falle der Walsroder Straße auch eine Internet-Plattform für Leerstände sein oder auch eine zentral organisierte Bespielung leerstehender Läden, in denen vielleicht Künstler sich präsentieren oder Fair-Trade-Produkte vertrieben werden könnten. Die DSK will mit der Stadt dazu auch Gespräche führen mit der früheren Werbegemeinschaft der Walsroder Straße.

Welche Pläne hat die Stadt?

Wie für Wiesenau hat das mit verschiedenen Abteilungen besetzte Projektteam der Stadt bereits drei Ideen herausgesucht: Dazu gehört der Bahnhofsvorplatz, die Bahnhofstraße sowie die Freiflächen rund um die Hermann-Löns-Schule. Weil auch bereits für das Startjahr Geld abrufbar ist und um dieses nicht verfallen zu lassen, ist die Stadt damit in Vorplanung getreten. Damit ist jedoch nicht gesagt, dass dieses Projekte bei der Förderung privaten Anträgen vorgezogen werden.

Können Geschäfte verhindert werden?

Viel Kritik haben Anwohner und Geschäftsleute in der Vergangenenheit auch an den Spielhallen geübt. Sie können im Rahmen des Sanierungsprogramms nicht unterbunden werden. Die Stadt hofft aber, dass durch andere Veränderungen der Rechtslage sich dieses Phänomen in der nördlichen Kernstadt nicht weiter ausbreitet.

Was passiert auf dem Norta-Gelände ?

Durch das Förderprogramm könnte theoretisch der Abriss der ehemaligen Tapetenfabrik bezuschusst werden. Den bisherigen Mietern wurde bereits vor geraumer Zeit nur noch ein befristetes Vertragsverhältnis angeboten. Unwidersprochen geblieben sind Gerüchte um Verhandlungen mit einem großen Lebensmittelhändler. Zu dem laufenden Verfahren will die Stadt derzeit nichts sagen. Gleichwohl könnte die Entwicklung eines Lebensmittelmarktes dem Ziel einer fußläufigen Erreichbarkeit unterstützen. Derlei wäre durchaus im Sinne des Sanierungsgedanken. Der Neubau selbst kann indessen nicht bezuschusst werden.

Und jetzt?

Die Stadt und DSK wollen am Donnerstag mit der Bürgerbeteiligung starten. Je nach Interessenlage wird dann diskutiert, welche Art von regelmäßiger Beteiligung etabliert werden soll. Dies kann von einem auf Dauer einzurichtenden Sanierungsbeirat bis zu aktuell einzuberufenen Runden Tischen reichen. Denkbar ist auch eine Kombination verschiedener, ergänzender Modelle. Die Auftaktveranstaltung beginnt am Donnerstag, 22. September, um 19 Uhr in der Hermann-Löns-Schule an der Niedersachsenstraße.

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Von Rebekka Neander

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