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Saubere Stadt: Ja - aber wie?

Langenhagen Saubere Stadt: Ja - aber wie?

Das Ziel eint Verwaltung und Politik: eine saubere Stadt. Der Weg dorthin indes scheidet die Geister - und so verweigerte eine Mehrheit jetzt die Zustimmung zu einer Drucksache aus dem Rathaus.

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Eigentlich wollen alle eine saubere Stadt - nur auf unterschiedlichem Wege.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Geht es nach dem Verwaltungsvorstand um Bürgermeister Mirko Heuer, dann sollen unter anderem demnächst zwei Parkranger mit Segways durch die Stadt fahren und Müllsünder möglichst auf frischer Tat ertappen. Wenn die Langenhagener oder ihre Gäste den Abfall in die Landschaft oder auf den Fußweg werfen, wenn sie die Haufen ihrer Hunde nicht ordnungsgemäß entsorgen, dann sollen die Parkranger eingreifen und die festgelegten Geldstrafen verhängen. Dafür stehen im Etat 20.000 Euro zur Verfügung, allerdings mit einem Sperrvermerk. Den will die Verwaltung aufheben und mit dem Konzept „Saubere Stadt“ starten.

„Das funktioniert in anderen Kommunen auch, weshalb also nicht in Langenhagen“, warb Reinhard Grabowsky (CDU) um Zustimmung, als sich die Ablehnung von SPD und Grünen sowie Werner Knabe (BBL) abzeichnete. Denn niemand, so lautete Grabowskys Argumentation, könne die Augen davor verschließen, dass viele Langenhagener immer wieder die mangelnde Sauberkeit in der Stadt thematisierten. „Sehen Sie den Begriff der Parkranger als Arbeitstitel, nicht als Konzept“, sagte er.

Genau darum aber gehe es, sagte Maren Rietschel (Grüne): „Das Konzept überzeugt mich nicht.“ Parkranger auf einem Segway seien von Weitem zu erkennen, niemand werfe dann seinen Müll weg. Ihr Vorschlag: „Setzen Sie Müllfahnder ein, die die Verursacher ausfindig machen.“

Wolfgang Langrehr (SPD), ehemaliger Polizeibeamter, verwies auf eine andere Problematik: „Die Ranger sollen einzeln unterwegs sein, das führt zu Gerichtsprozessen, wenn Aussage gegen Aussage steht.“ Sein Vorschlag: In der Stadt lebten knapp 53.000 Menschen, die sich melden könnten, wenn sie Müll entdeckten. „Sie müssen wir sensibilisieren.“

Auch Mike Scheer (SVG) sprach sich für eine nachhaltige Aufklärung aus: „Wir müssen uns um die Menschen kümmern, die sich einen Dreck um ihren Dreck kümmern.“ Ein erster Schritt für mehr Sauberkeit könne sein, neue Mülleimer in der Stadt aufzustellen. „In den vergangenen Jahren wurden vielleicht zu viele abgebaut“, sagte Langrehr. Außerdem vermisse er jene Menschen, die früher mit einem Zweitonner - einem Fahrrad, an dem links und rechts eine Sammeltonne angebracht war - durch die Stadt fuhren und den Abfall an jenen Stellen aufsammelten, zu denen Autos eben nicht kommen.

Dem Vorschlag der Verwaltung folgte die CDU-Fraktion mit drei Stimmen, acht Politiker stimmten dagegen. Eine endgültige Abstimmung steht am 14. Dezember auf der Tagesordnung des Rates.

Gespräche mit der Region laufen weiter

Unverständlich. Bürgermeister Mirko Heuer findet am Tag nach der Ausschusssitzung erst nicht viele, dann aber umso deutlichere Worte zum Ergebnis der Ausschusssitzung vom Vortag. Es brauche schlicht Leute, die Präsenz zeigen, um jenen Langenhagenern auf den Zahn zu fühlen, die ihren Dreck einfach in die Landschaft werfen, sagt Heuer. „Die Mitarbeiter des Ordnungswesens können das nicht übernehmen, wenn es um den Silbersee oder die Parks geht. Das ist fußläufig einfach zu weit weg.“ Auch wenn Heuer erst einmal nicht sagen kann, wie das Projekt einer sauberen Stadt nun weitergehen soll, will er eines fortsetzen: die Gespräche mit der Region, damit städtisches Personal illegale Müllablagerung in Langenhagen auch mit einem Bußgeld belegen kann. „Die Gespräche laufen dazu. Denkbar wäre ein Pilotprojekt für Langenhagen, bei dem wir an den Verwarngeldern beteiligt werden.“ Die Region bestätigt dies. Es fehle jedoch noch ein Vertragsentwurf, der gegebenenfalls politisch beschlossen werden muss.

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