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Schüler erhalten Blick in den Berufsalltag

Langenhagen Schüler erhalten Blick in den Berufsalltag

Seit dem Sommer gehören acht Schüler der Pestalozzi- und der Brinker Schule jeden Dienstag zu den Mitarbeitern des Seniorenpflegeheims Bachstraße. Der Start im Rahmen des Do-it!-Projektes der Bürgerstiftung Wir helfen! war dort ein wenig holprig.

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Kerstin Hartkopf muss Tim zum Rotkohl nicht mehr viel erklären.

Quelle: Rebekka Neander

Langenhagen. Rotkohl. Die Herausforderung dieses Morgens ist nicht Mathe oder Musik. Es sind drei Kohlköpfe, die Tim ins Grübeln bringen. Doch nur kurz. Der 17-jährige Schüler hat bereits zwei Praktika in Hotelküchen hinter sich. Und außerdem hat er kompetente Hilfe an seiner Seite. Kerstin Hartkopf kennt sich aus.

Zwei Ecken weiter hat wie Hartkopf auch Sead Kuresepi an diesem Dienstagmorgen Besuch an seinem Arbeitsplatz im Seniorenpflegeheim Bachstraße. Kuresepi ist Hausmeister, und mit ihm greift der 16-jährige Nader zum Akkuschrauber. Das Projekt ist klar: Ein Abstellraum im Keller soll saniert werden. Drei Stockwerke darüber ist es die 16-jährige Lisa, die mit Katharina Kunst Hand an den Tannenbaum legt.

So unterschiedlich die Aufgaben der drei Jugendlichen an diesem Morgen sind, sie eint eine Adresse: An der Angerstraße schwitzen zeitgleich ihre Mitschüler über Heften und Büchern. Das Trio jedoch gehört zu einer Gruppe, die beim Do-it!-Projekt der Bürgerstiftung das gesamte zehnte Schuljahr lang einmal in der Woche übt, worauf es im Berufsalltag ankommt.

Seit Beginn des Schuljahres ist das Pflegeheim Lehr- und Lernort für den Do-it!-Bereich Hauswirtschaft. Das Unternehmen musste kurzfristig jenen Part übernehmen, den zuvor eine Pflegeeinrichtung von Sonja Vorwerk-Gerth getragen hatte. „Es war für uns alle zwar ein holpriger Start, aber inzwischen haben wir uns ganz gut sortiert“, sagt Birgitt Jünemann. Die Verwaltungsmitarbeiterin suchte mögliche Arbeitsfelder - mit einer Ausnahme. „Die Pflege selbst ist für diese Aktionen tabu.“ So reicht die Palette von der Hauswirtschaft über das Gärtnern bis zur Betreuung der Bewohner.

Dies allein ist schon Herausforderung genug, wie Lisa zugibt. „Es war für mich am Anfang sehr ungewohnt und schwierig, den Menschen Essen anzureichen.“ All dies ist inzwischen, kurz vor Ende des ersten Halbjahres, vergessen. Mehr noch: „Ich möchte mein Betriebspraktikum hier machen“, sagt sie. Wer wie Lisa, Nader oder Tim im Pflegeheim seine sprichwörtliche Berufung findet, für den - so der Plan - wird Bachstraßen-Chef Gregor Brill gegebenenfalls auch seine Verbindungen zum Wirtschaftsklub nutzen, um Praktikumsplätze zu vermitteln.

Lisas Anlaufschwierigkeiten gehören zu jenen Erkenntnissen, die Jünemann zuweilen innehalten und nachsteuern lassen. Mit einer Anwesenheitsliste, die nun eingeführt wird, solle „den Schülern klar werden, dass wir für unseren Alltag hier frühzeitig eine Absage benötigen, wenn jemand mal krank oder verhindert ist“, sagt sie. Weder Lutz Niederlein noch Doris Schmidt werden ihr darin widersprechen. Der Lehrer und die Sozialarbeiterin betreuen die Jugendlichen an der Brinker Schule und sind, mal abgesehen von Kleinigkeiten, ziemlich zufrieden mit dem Erfolg des Projektes.

Ob dieser Arbeitsdienstag für die Zehntklässler bestehen bleibt, wenn die IGS-Süd in zwei Jahren auch diesen Jahrgang erreicht haben wird, kann Niederlein nicht versprechen. „Aber wir werden die Zeit bis dahin nutzen, um mit allen Lehrkräften ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten.“ Jünemann würde es freuen. Ihre Praktikanten auch.

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