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Schulen brauchen Geduld

Langenhagen Schulen brauchen Geduld

Ob das Gymnasium an der Rennbahn neu gebaut werden soll, bleibt noch bis zum 13. September offen. Die geplante gemeinsame Sitzung der entscheidenden Ausschüsse am Donnerstag ist vom Tisch. Gleichwohl betonen alle: Noch der amtierende Rat soll entscheiden. Neuigkeiten gibt es indes zur Stadtbahn.

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Der Schulbetrieb im Gymnasium darf momentan nur aufrecht erhalten werden, weil es über Gerüste zusätzliche Fluchtwege gibt.

Quelle: Neander

Langenhagen. Der Prüfauftrag ist offenkundig größer als angenommen: Das Ingenieur-Büro Constrata, das die Stadt sowohl beim Bau des Bades als auch bei den Vorbereitungen für den Neubau des Schulzentrums begleitet, wird bis zur Sitzung des Bildungsausschusses am Donnerstag nicht die nachgeforderten Informationen liefern können. Auf Bitten von SPD und Grünen hat die Stadtverwaltung deshalb den Stadtplanungsausschuss für diese Sitzung wieder ausgeladen.

Die SPD hatte die Stadt aufgefordert, die einzige im vorliegenden Großgutachten Constratas nicht vollends geprüfte Version "1b" auf Bauabläufe und -zeiten zu untersuchen. Die besagte Variante sieht vor, das Gymnasium auf dem bestehenden Sportplatz zu errichten und diesen im Bereich des Stadtparks zu ersetzen. Dies ist baurechtlich möglich zumindest im Bereich südlich der Stadtpark-Allee, der sogenannten Obstbaumwiese sowie südlich der Kleingärten. Nördlich der Kapelle beginnt das Gartendenkmal des Eichenparks. Constrata hatte die sogenannte Variante 1b nicht geprüft, da, wie es heißt, dem Büro eine Bebauung des Stadtparks vor allem nach der Diskussion um die Rieselfelder als politisch undurchsetzbar schien.

Die SPD hat diese Variante nun ins Spiel gebracht, da sie darin den geringsten Ressourcen-Verbrauch sieht. Ohnehin beabsichtige die Stadt, mehrere Park-Parzellen auf der Ostseite des Klinikgeländes zu kaufen. Dieses Areal allein reicht allerdings für einen Sportplatz nicht aus. Die SPD, erläuterte jetzt Fraktionschef Marc Köhler im Gespräch mit dieser Zeitung, will sich auf einen genauen Standort im Stadtpark nicht festlegen. "Wir warten jetzt ab, was Constrata sagt und werden dann darüber beraten und entscheiden."

Dabei sei allen bewusst, wie Fraktionskollege Dieter Galas im Gespräch ergänzte, dass nur wenig Zeit zur Verfügung stehe. "Wir wollen unbedingt, dass noch der amtierende Rat über diese Weichenstellung entscheidet", beschwört auch Anja Sander (SPD). Die Vorsitzende des Bildungsausschusses habe sich deshalb mit Bernhard Döhner (CDU), dem Vorsitzenden des Stadtplanungsausschusses, verständigt, "gegebenenfalls sofort eine Sondersitzung der beiden Ausschüsse einzuberufen, sobald alle Informationen vorliegen". Wie die Stadt am Dienstagabend mitteilte, sollen im Stadtplanungsausschuss am 13. September die fehlenden Informationen vorgelegt werden.

Damit begegnet Sander Anwürfen unter anderem von BBL-Mitglied Werner Knabe und dem unabhängigen Ratsherrn Bernd Speich. Sie unterstellen der SPD, durch den Verzug die Entscheidung über die Schulen zumindest terminlich hinter die Kommunalwahl am 11. September und damit aus dem Wahlkampf zu schieben.

Köhler betonte in dem Gespräch zudem, die Verwaltung habe den jetzt vertagten Beschlussvorschlag, das Gymnasium an die Rennbahn zu verlegen, am 3. August vorgelegt, obwohl die SPD bereits eine Woche zuvor weiteren Beratungsbedarf und den neuerlichen Prüfauftrag an Constrata schriftlich mitgeteilt hatte. Der SPD-Fraktonschef unterstrich in diesem Zusammenhang, dass es der SPD vor allem um die Prüfung dieser baulichen Variante geht. Dies sei nicht mit einer vorweg genommenen Entscheidung zu verwechseln.

Zudem wies er jede Unterstellung zurück, die SPD versuche im Hintergrund die Verlängerung der Stadtbahn zur Rennbahn zu bremsen, um die lange umstrittenen Rieselfelder nicht wieder in den Focus einer möglichen Bebauung zu bringen. "Das ist Quatsch", sagte Köhler, gleichwohl habe ihm die Region signalisiert, dass eine Verlängerung so schnell nicht zu erwarten sei. Parallel lässt die Stadt derzeit prüfen, wie die Busverbindungen am Standort den zu erwartenden steigenden Schülerzahlen noch gerecht werden kann.

Stadtbahn frühestens 2024

Die Region Hannover hat für Langenhagen gute und schlechte Nachrichten zugleich: "Wirtschaftlich wäre eine Verlängerung der Stadtbahn bis zur Rennbahn mit zwei Stationen schon heute", sagte Regionssprecher Klaus Abelmann am Dienstag dieser Zeitung. Nach den Vorgaben der Wirtschaftlichkeitsberechnung von 2012 überwiege auch ohne Schule der Nutzen die notwendigen Kosten. "Damit ist auch die Förderung durch Bund und Land gesichert." Das Geld für die Zuschüsse sei im Topf enthalten und könne abgerufen werden.

Wenn Abelmann aber über die Kapazitäten der Region spricht, verwässert sich die Prognose. "Derzeit haben wir drei Baustellen offen: Die D-Linie, die Verlängerung in Hemmingen und dann Garbsen", sagte Abelmann. Diese letzte Baustelle sei für 2022 bis 2024 geplant. "Wenn die Regionsversammlung also einer Verlängerung für Langenhagen zustimmt, könnte der Bau frühestens Mitte der 20-er Jahre beginnen."

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Von Rebekka Neander

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