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Lastkraftwagen bleiben ein Problem

Engelbostel Lastkraftwagen bleiben ein Problem

Lassen sich Schwerlasttransporter aus Engelbostel raushalten? Weitgehend, aber wohl nicht vollkommen - zu diesem Fazit kommen Ortsrat und Flughafen nach einer längeren Debatte und erneuten Verkehrszählungen. Nachbesserungen bei Navigationsgeräten und Beschilderung sollen helfen.

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Schwerlastverkehr, der von Engelbostel kommend auf das Flughafengelände möchte, muss sich seit August 2015 beim Sicherheitsdienst des Flughafens anmelden. Wer unbefugt durch die Schranke will, wird zurückgewiesen.

Quelle: Neander

Engelbostel. Wie viele Schwerlasttransporte sich derzeit wirklich illegal ihren Weg zum Flughafen durch Engelbostel bahnen, ist unklar. Die jüngste Zählung, so berichtete Flughafen-Prokurist Michael Hesse jetzt im Ortsrat Engelbostel, habe genau zwei an der Schranke in Schulenburg-Nord gestrandete Fahrzeuge gelistet. Anwohner des Dorfes dagegen schildern glaubhaft das Zehnfache, das sie im Dorf selbst gesehen haben. "Ob die irgendwo abdrehen und ihren Fehler erkennen?", fragt Hesse und ergänzt: "Wir wissen es nicht."

Seit gut einem Jahr bewilligt der Flughafen eine Durchfahrt durch die Schranke am Ende der Heidestraße nur speziell ausgewählten Mitarbeitern. "Sogar die Bediensteten des Towers dürfen diese Abkürzung nicht nutzen", betont Hesse am Mittwoch auf Nachfrage dieser Zeitung. Lastwagenfahrer, die dennoch dort stranden, müssen sich beim Sicherheitsdienst telefonisch melden und das Ziel ihrer Fahrt nennen. "Dabei werden sie ermahnt, dieses nicht zu wiederholen." Um alle Speditionen auf den Tunnel aus Richtung Osten hinzuweisen, steht in Hesses Unternehmensbereich die Abteilung "Anlagendokumentation" in Kontakt mit den Datenerfassung-Firmen, die die Hersteller von Navigationsunternehmen beliefern. "Und dennoch erleben wir es selbst, dass man beispielsweise in Schulenburg bei der Suche nach der kürzesten Route tatsächlich auf die Heidestraße geleitet wird", klagt Hesse.

Mehr noch: In der Sitzung des Ortsrates meldete sich ein Anwohner der Heidestraße, der in den vergangenen Monaten wiederholt fehlgeleitete LKW-Fahrer angesprochen hatte. Dabei sei ihm von einer App für Smartphones berichtet worden, mit deren Hilfe vermeintliche Abkürzungen breit gestreut werden können. "Dieses Programm kannten wir noch nicht", sagte Hesse. Man wolle jetzt den Rechtsverantwortlichen für das Programm aufspüren, um diesen Fehler zu beheben.

Das Bemühen des Flughafens richtet sich in die Zukunft. Zwar wären auch monatlich 20 illegal durch Engelbostel fahrende Lastkraftwagen auch heute schon nur ein Bruchteil jener durchschnittlich 300 Fahrzeuge pro Tag, die von Osten her durch den Tunnel den Businesspark West ansteuern. Spätestens aber wenn der Langenhagener Rat einer Ausweisung weiterer Gewerbefläche zwischen der Straße Schulenburg-Nord und der Flughafenfeuerwehr zustimmt, könnte das Thema erneut Diskussionsstoff werden. Hesse erläutert dazu: "Das neue Gebiet soll zwischen Tower und TNT durch Verlängerung der Heinz-Peter-Piper-Straße erschlossen werden. Es wird keine zusätzliche verkehrliche Anbindung an die Heidestraße geben."

Ergänzend wünscht sich der Ortsrat einmütig, die Beschilderung zu verbessern. "Uns schildern Lastkraftwagenfahrer", berichtet Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke auf Nachfrage, "dass die Schilder, die besagen, dass sie gar nicht durch Engelbostel fahren dürfen, viel zu tief hängen und von Bäumen verdeckt sind." Zudem wünschten sich Anwohner in der Ortsratssitzung, dass entlang der Landesstraßen auf die Frachtterminals des Flughafens hingewiesen soll, sagte Mennecke. Auch das will Hesse an die betreffenden Behörden weitergeben. "Ich will dieses Problem weiterhin unbedingt lösen", sagt Hesse dieser Zeitung, "aber ich kann nicht zaubern."

Von Rebekka Neander

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