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Segelverein lädt Flüchtlinge ein

Langenhagen/Godshorn Segelverein lädt Flüchtlinge ein

Es ist ein großes Geschenk - doch bis zur Umsetzung wartet viel Arbeit: Der Langenhagener Segelverein Passat bietet Flüchtlingen an, zwei Jahre lang kostenlos die Angebote des Vereins zu nutzen. Damit das gelingen kann, hat sich der Integrationsbeirat bereit erklärt, für eine erste Kontaktaufnahme auch den Transport der Menschen sicherzustellen.

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Zum 40-jährigen Bestehen verteilt der Segelclub Passat selbst Geschenke.

Quelle: Privat

Langenhagen. In der Theorie sind sich alle einig: „Integration kann über die Vereine und den Breitensport am besten funktionieren.“ Von Erwin Eder, kommissarischer Vorsitzender des gerade frisch formierten Integrationsbeirates, wie auch Bernd Röber, Vorsitzender des Segelclubs Passat, ist dieser Satz fast wortgleich zu hören. Und deshalb hat der Verein anlässlich seines 40. Jahrestags dem Integrationsbeirat ein Geschenk gemacht. Sollten Flüchtlinge Lust haben, am Vereinsleben teilzunehmen und sogar auf dem Steinhuder Meer zu segeln, brauche sich für die nächsten zwei Jahre niemand Gedanken um Beiträge zu machen.

Für Eder und seinen Mitstreiter Hamidou Bouba ist diese Gabe bemerkenswert. Zwar mag Segeln nicht jedermanns Sache sein. „Aber unter dem Gesichtspunkt des Netzwerkbildens ist es gut“, so Bouba, „wenn die Bandbreite der Sportvereine möglichst groß ist.“ Weitere Kontakte zu anderen Vereinen seien in Vorbereitung, sagt Eder.

Der Integrationsbeirat wird jetzt durch wiederholte Ansprache in den verschiedenen Flüchtlingsunterkünften ausloten, wer Interesse an einem Kontakt zu dem Verein hat. Dieser hat seine Räume zwar in Godshorn sowie vereinseigene Boote auch für die Jugendausbildung am Steinhuder Meer, versteht sich laut Röber aber „eindeutig als Verein für ganz Langenhagen“.

Über eine Mitgliedschaft, so Eder, wolle man erst reden, wenn das Interesse nach Besuchen oder auch einer Teilnahme an Schnupperstunden im Segeln tatsächlich geweckt ist.

Für Eder und Bouba ist die Initiative des Segelvereins noch in anderer Hinsicht eine Herausforderung. „Die Teilhabe an gesellschaftlichem Leben ist für die Flüchtlinge nicht nur oft mit Kosten verbunden, die diese nicht aufbringen können.“ Auch die Betreuung von Kindern spiele immer wieder eine große Rolle. Diese Erfahrung haben die Mitglieder des Integrationsbeirates bereits bei der von ihnen begleiteten Teilnahme von Flüchtlingen am Volksradfahren sowie an der Fahrkultour erlebt. Beide Male übernahmen ehrenamtliche Helfer die Betreuung der Kinder, damit die Eltern an den Touren teilnehmen konnten - mit für sie zuweilen unerwarteten Erlebnissen. „Bei der Radtour habe ich einen Flüchtling relativ lange begleitet“, erzählt Eder und lacht. „Mit einem Male geht er hart in die Bremsen und bleibt völlig entgeistert stehen.“ Der Mann aus Eritrea hatte noch nie zuvor eine schwarz-weiße Kuh gesehen.

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