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So erlebten Langenhagener die Evakuierung

Langenhagen So erlebten Langenhagener die Evakuierung

Deutlich später als geplant hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) am Sonntag mit seiner Arbeit anfangen können – weil die Einsatzkräfte, auch vom Hubschrauber aus, immer wieder Bewohner entdeckten, die ihre Wohnungen nicht verlassen hatten.

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Kriminaloberrat Andreas Alder von der Polizei Langenhagen und sein Team koordinieren die Evakuierung von Burgdorf aus.

Quelle: Isabell Rollenhagen

Langenhagen. Der Frust bei Ilona Schreiber ist groß: „Wir alle haben uns an die Vorgabe gehalten, bis neun Uhr die Wohnungen zu verlassen“, sagt die Mittfünfzigerin, die in der Mensa des Schulzentrums auf das Ende der Evakuierung wartet. Mit gut 300 anderen Menschen sitzt sie in dem Neubau. Jede Stunde zieht sich an diesem Vormittag hin, zumal der Dauerregen auch einen Spaziergang oder gar den Weg zum nahegelegenen Stadtfest verhindert. Auch Erhard und Marlis Klose wollen nur eines: schnell zurück in ihr Zuhause. Für Birgit Jünemann vom Seniorenheim Bachstraße, dessen 74 Bewohner ebenso wie die Senioren vom Eichenhof in der Sporthalle des Schulzentrums untergebracht sind, zählt ebenfalls jede Stunde. Zwar hat das Haus zu den Pflegekräften auch die Mitarbeiter des Betreuungsdienstes mitgenommen, doch die geplanten Ausflüge müssen wegen des Wetters eben ausfallen. Also dehnt sich die Zeit des Wartens.

Umso ärgerlicher reagieren die Betroffenen auf die Nachricht am Nachmittag, dass die Polizei – wie bei fast bei jeder Evakuierung – sehr spät noch Bewohner im Sperrgebiet entdeckt. Erst um 15.11 Uhr und damit fast zwei Stunden später als geplant, teilt Stadtsprecherin Juliane Stahl mit: „Der Hubschrauberflug hat ergeben, dass sich keine Personen mehr im Evakuierungsbereich befinden.“ Damit bestehe nun Sicherheit, erst jetzt könne der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) seine Arbeit aufnehmen.

„Eigentlich“, sagt Schreiber, „müssten die Menschen, die das alles verzögern, dafür bezahlen.“ Denn sie schadeten all jenen, die sich an die Regeln hielten und belasteten die Einsatzkräfte zusätzlich. Doch aus Sicht der Polizei müssen die verspätet entdeckten Bewohner dieses Mal nicht mit einer Strafe rechnen. „Es handelt sich zum Teil um Menschen, die eine andere Muttersprache sprechen“, sagt ein Sprecher. Zwar hatte die Stadt mit einem mehrsprachigen Flugblatt auf die besondere Situation rund um die Bombenräumung hingewiesen – aber eben nicht alle erreicht. „Nachdem wir die Personen aufgeklärt hatten, waren alle sehr einsichtig“, berichtet der Sprecher. Seinen Angaben zufolgen gehören zu den Nachzüglern aber auch Langenhagener, die längere Zeit verreist gewesen seien und keine Informationen über die Evakuierung erhalten hatten. Auch sie müssten nicht mit einer Strafe rechnen.

14.400 Einwohner von Langenhagen und 1600 in Vinnhorst, Vahrenheide und Brink-Hafen müssen ihre Wohnungen und Häuser, damit drei Verdachtspunkte für Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg nachgegangen werden kann. Der Tag in Bildern.

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Der Polizeisprecher betont jedoch zugleich auch, dass die Einsatzkräfte die besonders hartnäckigen Verweigerer bestrafen können. Das sei dieses Mal allerdings nicht notwendig gewesen, weil sich alle sehr schnell und umfassend an die Anweisungen gehalten hätten. Außerdem, das hatte die Polizei im Vorfeld immer wieder betont, dürften die Einsatzkräfte bei dem begründeten Verdacht, dass sich noch jemand in einer Wohnung aufhält, die Tür öffnen – auf Kosten der Bewohner.

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