Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Streit um Rieselfelder

Langenhagen Streit um Rieselfelder

Was soll aus den Rieselfeldern werden? Seit Jahren sind die Fronten klar: Der Rat möchte sie als Stadtpark entwickeln, auswärtige Landschaftsplaner sehen sie als mögliche attraktive Baufläche. Um endlich zu einer Lösung zu kommen, puzzeld die Stadtverwaltung nun einmal mehr an einem Vorschlag.

Voriger Artikel
Rotgrün: Kinderhaus wird Schule
Nächster Artikel
Stachlige Sträucher sollen Kinder fernhalten

Erklärtes Ziel ist, den historischen Kern sowie die verborgenen Zugänge aufzuwerten. Die Rieselfelder im Osten sollen laut Ratsbeschluss frei bleiben, fast alle Landschaftsarchitekten bringen deren Südteil jedoch für eine vorsichtige Bebauung oder sogar als Schulstandort ins Gespräch.

Quelle: Grafik: Dralle-Bürgel

Langenhagen. Die Verwirrung beginnt schon beim Begriff "bauen". Sind das Häuser? Wie sie die Ratsmehrheit vehement ablehnt? Oder gilt als "Bebauung" auch ein Spielplatz? Wie es die städtische Bauverwaltung anmerkt. Fakt ist: Politik und Stadtverwaltung sind beim Thema Rieselfelder zerstritten wie eh und je. Dabei glauben beide, ihre Position sei klar und eigentlich auch nicht kritikwürdig. Dramaturgischer Höhepunkt wird nun eine aktuelle Aussprache sein, die SPD und Grüne für die Ratssitzung am kommenden Montag beantragt haben.

Um die Sache geht es dabei nicht, wohl aber um den Umgang damit: 2012 hat die Ratsmehrheit beschlossen, die Rieselfelder mögen integraler Bestandteil des Stadtparkes werden. Wohnbebauung scheide aus. Die Stadtverwaltung möge bis November 2015 einen Plan vorlegen, wie die Grünflächen westlich der Theodor-Heuss-Straße parkähnlich entwickelt werden können. Dieser Beschluss, sagt die Politik jetzt, werde seither von der Verwaltung schlicht ignoriert.

Dabei hat es den gewünschten Workshop sehr wohl gegeben: am 31. Oktober vergangenen Jahres. Politik oder Parkbeirat waren daran nicht beteiligt. Herausgekommen sind ein knappes Dutzend Pläne der beteiligten vier Büros für Landschaftsarchitektur. Obwohl, wie die Stadtverwaltung beteuert, allen die politische Historie der Debatte bekannt gewesen sei, schlagen mehrere Büros eine vorsichtige Bebauung der Rieselfelder vor. Mehrfach wird der südliche Bereich als Ausweichstandort für eine Schule genannt. Unter Politikern mehren sich nun die Beschuldigungen, die Stadtverwaltung habe ihre eigenen Ideen einer vorsichtigen Bebauung propagiert.

Während aus dem Rathaus anfangs noch erzürnte Antworten ob der Verdächtigungen verlauteten, weder Bürgermeister Mirko Heuer noch Stadtbaurat Carsten Hettwer wollten Denkverbote erteilen, versuchte sich Hettwer zuletzt versöhnlich: Nachdem SPD, Grüne, CDU und BBL gemeinsam um einen Bericht der Verwaltung gebeten hatten, kündigte Hettwer die Präsentation der Pläne für den 10. März im Stadtplanungsausschuss an. Dafür würden nun alle Aspekte aus den Plänen hervorgehoben, die den Park ohne Gebäude entwickelten. Dabei soll es um den Erholungswert gehen, um Wegebeziehungen, aber auch um die Lärmbelästigung durch den Straßenverkehr.

Der Rat beginnt am Montag um 18 Uhr im Ratssaal; der Stadtplanungsausschuss befasst sich ebendort mit den Plänen im Detail am Donnerstag, 10. März, um 17.45 Uhr.

doc6omrj6b1g8goy0u93em

Fotostrecke Langenhagen: Streit um Rieselfelder

Zur Bildergalerie

Von Rebekka Neander

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Schulzentrum Langenhagen

Nahezu vollständig müssen das Gymnasium und ein Teil der IGS abgerissen und neu gebaut werden, weil der Brandschutz nicht gewährleistet ist. Mehr zum Schulzentrum Langenhagen lesen Sie hier. mehr