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Streit um Adolf-Reichwein-Schule

Langenhagen Streit um Adolf-Reichwein-Schule

Es war nur eine Nachricht am Rande, doch dann sprengte das Thema fast den Ausschuss: Um mittelfristig nicht auch an der Adolf-Reichwein-Grundschule Container aufstellen zu müssen, erwägt die Stadt die Verkleinerung auf zwei Züge. Der Protest der Eltern jedoch scheint den Plan im Keim zu ersticken.

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Viele aufgebrachte Eltern verfolgen die Diskussion um die Zukunft der Adolf-Reichwein-Schule.

Quelle: Neander

Langenhagen. Eigentlich wollte Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch nur kurz ein Meinungsbild im Bildungsausschuss abfragen. Doch dieser Plan wurde ihr schon in der Einwohnerfragestunde zerlegt. Mehr noch: Die Diskussion zeigte, dass womöglich auch die über Wochen hoch kontrovers geführte Debatte um die übervolle Grundschule in Kaltenweide eine neue Wende nehmen könnte.

Wie immer geht es um Zahlen: Der künftige erste Jahrgang der Adolf-Reichwein-Grundschule liegt gerade einmal vier Kinder unter der Teilungsgrenze. Um diesen neuen Klassen im Falle unerwarteter Zuzügler oder wiederholender Kinder einen Container zu ersparen, möchte die Stadt die Schule verkleinern. "Wenn wir teilen müssen, brauchen wir Räume. Und die gewinne ich nur, wenn wir die Schule nur noch zweizügig betreiben", erläuterte Gotzes-Karrasch den aufgebrachten Eltern. Diese sorgen sich, ob sie einen Platz für ihr Kind an dieser Schule erhalten werden. Nach derzeitiger Lage müssten bei künftiger Zweizügigkeit vier Plätze per Los-Entscheid vergeben werden. Unklar ist, ob dabei Langenhagener Geschwister-Kinder auswärtigen vorgezogen werden dürfen.

Die Dezerntin ließ durchaus anklingen, wie sehr die Verwaltung derzeit auch durch den Streit um die überfüllte Kaltenweider Grundschule belastet ist. "Wir haben dort bislang zwei Kinder zuviel gehabt, haben inzwischen Container beschlossen und stellen nun fest, dass jetzt doch sieben Kinder lieber nach Krähenwinkel gehen." Wie viele Kinder tatsächlich zu Beginn des Schuljahres in welchem Jahrgang beschult werden, so Gotzes-Karrasch, bleibe bis zuletzt eine "wackelige Angelegenheit".

Die Adolf-Reichwein-Grundschule war die erste in Langenhagen, die ganztägig betreut. Deshalb gilt für sie kein Schulbezirk. Um ihren Erhalt zu sichern, wurden in den vergangenen Jahren Kinder aus Vinnhorst gezielt angeworben, wie eine Mutter im Ausschuss anmerkte. Heute wird der Förderverein, in dessen Verantwortung unter anderem die Frühbetreuung liegt, vornehmlich von Vinnhorster Eltern betreut. "Wer jetzt die Vinnhorster Kinder ausschließt, lässt den Förderverein zusammenbrechen." Sollte die Schule von drei auf zwei Parallelklassen reduziert werden, müssten auswärtige Kinder abgelehnt werden.

In der Sitzung stellte sich zudem heraus, dass unter den Kaltenweider Eltern just in diesem Jahr irrtümlich verbreitet worden war, die Adolf-Reichwein-Grundschule habe einen Aufnahmestopp verhängt. Sie habe in den vergangenen Jahren immer als Ausweichmöglichkeit gegolten, klagte eine Mutter.

Gotzes-Karrasch wird nun das Anliegen erneut mit Bürgermeister Mirko Heuer beraten. Auf Nachfrage erläuterte sie, dass es theoretisch auch in Kaltenweide noch möglich sei, dass nur eine Vierzügigkeit im kommenden Jahr entstehe. Auch ein bislang vermisster Sanitär-Container könnte dann noch bestellt werden. "Diese Entscheidung müsste dann aber sehr schnell fallen."

Von Rebekka Neander

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