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Sparkasse rechtfertigt Filial-Schließung

Langenhagen Sparkasse rechtfertigt Filial-Schließung

Die Sparkasse Hannover wird von ihrer geplanten Filial-Schließung in Godshorn und Engelbostel weder abrücken, noch dorthin zurückkehren. Gleichwohl, so hieß es am Montag in Langenhagen, werde eine Kooperation mit der Volksbank in Godshorn geprüft.

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Vertreter des Vorstandes der Sparkasse Hannover stehen auf Einladung des Rates Langenhagen Rede und Antwort zur Schließung mehrerer Filialen.

Quelle: Neander

Langenhagen. Am Ende blieb immerhin ein Lob für die Ehrlichkeit. Für die allermeisten Äußerungen allerdings ernteten Jens Bratherig, Vorstandsmitglied der Sparkasse Hannover, und sein Kollege, Vertriebsdirektor Holger Mönch, am Montagabend im Langenhagener Rathaus deutliches Unverständnis aus dem Publikum. Rund zwei Dutzend Kommunalpolitiker aus Stadtrat und den Ortschaften sowie eine Handvoll interessierter Bürger waren der Einladung des Ratsvorsitzenden Andreas Friedrich (CDU) gefolgt, um sich noch einmal über die Pläne des Kreditinstituts zur Reduktion des Filialnetzes zu informieren.

Bis Mitte 2019, so der Plan, sollen sowohl in Engelbostel als auch in Schulenburg Filiale und Geldautomat abgebaut werden. "Es verbleiben danach jedoch noch 99 Standorte in der gesamten Region", betonte Bratherig, "69 davon mit Beratern am Standort, der Rest mit Selbstbedienungs-Terminals." Hinzu kommen mehr als 200 Geldautomaten, "auch dann werden wir das dichteste Netz aller Kreditinstitute in der Region bereithalten." Der Wegfall im ländlichen Bereich werde aufgefangen durch den Ausbau und qualitativen Aufbau des Telefon-Bankings, das über einen Sprachautomaten auch am Wochenende zu bedienen sei. Auch Angebote im Internet und für das Smartphone sollen verstärkt werden. "Und erst wenn diese Dinge vorhanden sind, werden wir die Filialen tatsächlich schließen", hob Mönch hervor. Diesem Plan habe der Verwaltungsrat des Unternehmens einstimmig zugestimmt, weil es in Anbetracht des anhaltend niedrigen Zinsniveaus keine andere Möglichkeit gebe, das Unternehmen für die Zukunft zu stabilisieren. Doch auch bei einem erneuten Zinsanstieg werde das Institut nicht in die Dörfer zurückkehren, räumte Bratherig ein. "Denn das Kundenverhalten verändert sich eindeutig hin zur Bedienung über Internet und Smartphone."

Im Langenhagener Ratssaal verfingen diese Informationen nicht. Der Einladung waren zwar aus Sicht von SPD-Ratsherr Wolfgang Kuschel "enttäuschend" wenige Bürger gefolgt. Dies jedoch, entgegnete ihm Seniorenbeiratsvorsitzende Christa Röder, sei der Resignation vieler vor allem älterer Menschen geschuldet. Ein Zuschauer unterstrich dies: "Die haben alle schon aufgegeben."

Neben den bereits bei vergleichbaren Veranstaltungen in Godshorn sowie in Engelbostel beklagten künftig weiteren Wegen stand am Montag vor allem die Sorge vor mangelnder Sicherheit im Mittelpunkt. Ältere Menschen seien nur unter großen Schwierigkeiten in der Lage, ihre Bankgeschäfte künftig am Telefon und ohne direkten, persönlichen Kontakt mit einem Menschen abzuwickeln, hieß aus den Kreisen der Politiker. Hinzu komme die Angst vor einer steigenden Zahl von Betrügern, die die Umstellung der Sparkasse mit allen daran geketteten Unsicherheiten ausnutzten. Weder Mönch noch Bratherig wollten dieser grundsätzlichen Gefahr widersprechen. Auch Fehlbuchungen seien durch Zahlendreher nicht auszuschließen. Aber die Erfahrung mit dem bereits seit zehn Jahren existierenden Telefon-Banking, bei dem ausgebildete Bankkaufleute am Hörer säßen und keine Call-Center beauftragt würden, weise eine äußerst geringe Zahl an Problemen aus. "Wir werden noch viele Schulungen für die Kunden anbieten", betonte Mönch.

Hoffnung für Godshorn?

Einen kleinen Hoffnungshauch ließen die beiden Sparkassen-Mitarbeiter dann aber doch noch verspüren: Auf die Frage von Engelbostels ehemaliger Ortsbürgermeisterin Gudrun Mennecke, ob denn nicht wenigstens die Gebühren für die Benutzung der Geldautomaten von anderen Instituten künftig reduziert werden können, verkündete Vorstandsmitglied Jens Bratherig den Start einer Kooperation: "Wir werden an drei Standorten in der Region eine Zusammenarbeit mit der Volksbank Hannover testen, bei der die Kunden beider Institute gemeinsame Bankomaten gleichermaßen kostenfrei nutzen können." Wenn dieser Versuch erfolgreich verlaufe, sei durchaus denkbar, dass dieses Modell auch für den Bankomaten der Volksbank Hannover in Godshorn gelten könne. Diesen will die Volksbank Hannover dem Vernehmen nach auch dann dort stehen lassen, wenn sie ihre eigene Filiale schließen wird.

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Vertreter des Vorstandes der Sparkasse Hannover stehen auf Einladung des Rates Langenhagen Rede und Antwort zur Schließung mehrerer Filialen.

Quelle: Neander

Von Rebekka Neander

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