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Stadt bleibt auf Sesseln sitzen

Langenhagen Stadt bleibt auf Sesseln sitzen

Offensichtlich sind die blauen Theatersessel kein Renner. Beim Verkauf gegen eine Spende für den Hilfsfonds Langenhagener helfen Langenhagenern hat kaum ein Interessent einen Stuhl aus dem Saal an der Rathenaustraße erstanden.

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Quelle: dpa

Langenhagen. Zumindest einer bekundete Interesse: Marco Stichnoth, Geschäftsführer der Eishalle, orderte vorab 60 Stühle telefonisch. Diese stehen nun zur Abholung bereit. Stichnoths Angaben zufolge werden 20 in der Eishalle und 40 im Soccerpark aufgestellt. Er bescheinigt den Stühlen gute Qualität. „Warum dann wegschmeißen“, sagte Stichnoth. Der Hallengeschäftsführer spendete 600 Euro an den Hilfsfonds.

Ansonsten ist ein Stück Theater für zu Hause offenbar nicht gefragt. Götz Gandenberger und seine drei Kollegen aus dem Rathaus drehten im Theatersaal Däumchen. Die Sessel aus den Sechzigerjahren fanden keinen reißenden Absatz. Woran das liegt, vermochte der Verwaltungsmitarbeiter nicht zu sagen.

Dagegen ergatterten Kinofans rund 300 Sessel im vergangenen Jahr, bevor die Säle an der Walsroder Straße gründlich saniert wurden. Die Plüschsitze waren heiß begehrt, obwohl sie stark verschmutzt waren. Indes überlegt Gandenberger, ob sich ein dritter Termin überhaupt rechnet. Geplant war am Sonnabend, 1. August, den Theatersaal zum dritten Mal zu öffnen. „Bei der schwachen Resonanz lohnt es sich wohl nicht“, sagte der Verwaltungsmitarbeiter.

Den Verkauf der Stühle gegen eine Spende an den Langenhagener Hilfsfonds hatte Bürgermeister Mirko Heuer angeregt, um für den Fonds die Werbetrommel zu rühren. „Dieser ist ein wenig in Vergessenheit geraten“, erklärte der Bürgermeister. 1983 ist der Fonds nach einem Stadtfest, damals noch am Flughafen, gegründet worden. Seitdem half das Geld etlichen Langenhagenern aus der Patsche. Dieser ist dafür da, in Notlagen, bei Krankheit, plötzlicher Arbeitslosigkeit oder heftigen Familienproblemen zu helfen. „In diesen Fällen reichen öffentliche Gelder nicht aus“, sagt Doris Lange, Leiterin vom Sozialberatungsdienst der Stadt und zuständig für den Hilfsfonds. Sie betreut ebenfalls die Flüchtlinge in der Flughafenstadt. Als Beispiel nennt Lange, wenn sich Familien verschulden und für das Kinderzimmer keinen Teppich kaufen können - dann hilft der Fonds.

Aus dem Fonds wurde viel bezahlt. Derzeit herrscht jedoch Ebbe in der Kasse. Deshalb will Heuer die Hilfe von Langenhagenern für Langenhagener wieder in Erinnerung rufen und sagte: „Wer keinen Stuhl aus dem Saal will, kann dennoch an den Fonds spenden.“ Er selbst wird fünf Stühle mit nach Hause nehmen.

Noch kein neuer Stuhl in Sicht

Für knapp 2 Millionen Euro wird der Theatersaal jetzt saniert. Dafür muss er bis September 2016 geschlossen bleiben. Die Planungen laufen auf Hochtouren. Doch ein Detail fehlt: Werden die neuen Stühle irgendwann wohl ein Renner werden? In Grün, Rot oder wieder Blau? „Damit können wir noch nicht dienen“, sagte Elke Thielmann-Dittert, Leiterin der Gebäudewirtschaft. Die Planung sei an dieser Stelle noch nicht so konkret. Ab September gehe es in die konkretere Planung, und zum Jahresende werde es sicherlich Genaueres geben.

Katerina Jarolim-Vormeier

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