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11,2 Tonnen Munition im Silbersee gefunden

Langenhagen 11,2 Tonnen Munition im Silbersee gefunden

Nach knapp einem Jahr hat die Stadt nun offenbart, welch brisante Hinterlassenschaften über Jahrzehnte am Silbersee vergraben waren. Unter den 11,2 Tonnen Munitionsresten aus zwei Weltkriegen waren diverse noch scharfe Granaten. Der Umweltausschuss nahm die Nachricht scheinbar nur zur Kenntnis.

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Das einzige Bild, das der Kampfmittelbeseitigungsdienst zur Veröffentlichung freigibt, zeigt eine Kiste mit Granatenteilen.

Quelle: Stadt Langenhagen

Langenhagen. Für einen Moment steht Birgit Karrasch die Überraschung ins Gesicht geschrieben. Von Tonnen teils noch scharfer Munition hat die Vertreterin der Abteilung Stadtgrün soeben berichtet, von Funden außerhalb des abgesperrten historischen Sprengplatzes. Von den wiederholten kontrollierten Sprengungen der Phosphor-Granaten auf dem Truppenübungsplatz, weil diese einen Transport bis nach Munster nicht mehr überstanden hätten. Es sind eben jene Detonationen, über die noch im Frühjahr in den sozialen Medien Langenhagens heftig debattiert worden ist, für die es aber nie eine offizielle Bestätigung gab.

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Fotostrecke Langenhagen: 11,2 Tonnen Munition im Silbersee gefunden

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Doch auf ihre Präsentation der durchaus brisanten Funde am Silbersee erntet Karrasch im Stadtplanungs- und Umweltausschuss am Donnerstagabend keineswegs einen Sturm der Entrüstung. Exakt eine Frage wird gestellt. Ob denn das Baden im See nun wieder sicher ist, möchte SPD-Ratsherr Wolfgang Langrehr wissen. Und nachdem Stadtbaurat Carsten Hettwer dies grundsätzlich bejaht, ist das Thema für die Politik an diesem Abend beendet. 

Mit Ignoranz hat dies nichts zu tun, wie Bürgermeister Mirko Heuer nach der Sitzung auf Nachfrage geraderückt. "Wir hatten die Fraktionsspitzen im Laufe des Jahres immer wieder informiert, warum wir den Sicherheitsradius der Sanierung wiederholt erweitern mussten und warum die Geheimhaltung so immens wichtig war."

So aber ist die Bilanz elf Monate des Sondierens und Sanierens nach wenigen Minuten auch für die wenigen Zuschauer der Sitzung erst einmal abgehakt. Karrasch kommt noch nicht einmal mehr dazu, die wenigen, historisch durchaus bedeutsamen Funde auf dem Tisch im Ratssaal vorzustellen, die sie aus der Sammlung in ihrem Büro ausgewählt hat. Auch der von Karrasch eigens eingeladene Bodensachverständige der Dekra, Edgar Schwedhelm, der die gesamte Sanierung gutachterlich begleitet hat, verlässt den Sitzungsraum am Ende unbefragt - dies allerdings sichtlich verblüfft.

Eine weitere Präsentation der Ergebnisse und Funde im öffentlichen Kreis ist derzeit nicht geplant. Auf Nachfrage zeigte sich Bürgermeister Heuer am Donnerstagabend damit nicht wirklich zufrieden. Ob und an welcher Stelle aber die Sanierung noch einmal vorgestellt werden soll, sei offen.

Hier die wichtigsten Fragen

Was wurde gefunden?

Im Bereich des historische Sprengplatzes am Ostufer wurden ingesamt 3.364 Teile deutscher Munition gefunden mit einem Gesamtgewicht von knapp 10,6 Tonnen. 90 Prozent dieser Munition stammen nach Angaben des Sprengmeisters Marcus Rausch vom Kampfmittelbeseitigungsdienst aus dem Ersten Weltkrieg. Überdies wurden zur Überraschung aller Beteiligten 148 Teile (0,6 Tonnen) aus Beständen der Alliierten Streitkräfte des Zweiten Weltkrieges entdeckt. Teile der Munitionsreste waren noch intakt. Darunter 22 Stabbomben, 29 Brandbomben sowie 81 amerikanische Bazookas. Überdies eine Kiste mit 100 funktionsfähigen sogenannten Ei-Handgranaten. Rausch spricht von einer Reihe von Handgranaten, die zum Ende des Krieges nur noch behelfsmäßig nicht mit Stahl, sondern Beton gefertigt worden sind. Hinzu kommen rund zwei Tonnen metallischer Schrott aus den vergangenen 120 Jahren.

Die meisten der noch zündfähigen Funde wurden in Munster auf dem Gelände der Bundeswehr fachgerecht entsorgt. In einigen wenigen sehr brisanten Fällen konnte der Kampfmittelbeseitigungsdienst die Funde nur noch bis zum nahegelegenen Truppenübungsplatz bringen, um sie dort zu sprengen. Zwei im Frühjahr in den sozialen Medien diskutierte, aber bislang nicht aufgeklärte Detonationen sind darauf zurückzuführen, sagt Birgit Karrasch von der Abteilung Stadtgrün. Dazu zählen die mit weißem Phosphor gefüllten Bazookas, die an zwei Tagen kontrolliert auf dem Truppenübungsplatz gesprengt wurden. Zeitweise sichtbare Rauchsäulen seien auf die Entzündung von Phosphorgranten zurückzuführen, sagt Stadtbaurat Carsten Hettwer. Insgesamt wurden auf gut 20.000 Quadratmetern und damit dem Vierfachen der ursprünglich geplanten Fläche rund 10.000 Kubikmeter Boden abgetragen und in einer speziellen Separieranlage gesiebt, rund 4000 Tonnen mussten anschließend in Deponien entsorgt werden.

Wo wurden die Munitionsreste entdeckt?

Untersucht wurde zunächst der historische Sprengplatz am Ostufer. Dieser gehörte 1890 zum Kaiserlichen Artillerie- und Exerzierplatz Mecklenheide, der sich bis zum Alten Flughafen zog. Nachdem der Kampfmittelbeseitigungsdienst aber auch außerhalb des 1995 eingezäunten Geländes Verdachtspunkte sondierte, wurde der Bereich sofort auf den Südstrand und schließlich auf das Westufer ausgedehnt. Wo genau welche Munitionsarten gefunden wurden, verraten weder Stadt noch Kampfmittelbeseitigungsdienst. Sie wollen unter allen Umständen verhindern, dass Sammler von Munition sich auf eigene Faust auf die Suche nach vermeintlichen Überbleibseln machen. Klar sei jedoch, wie sorglos in den Jahren unmittelbar nach Kriegsende damit umgegangen worden sei, sagt Karrasch. So seien in dem später abgesperrten Bereich des Sprengplatzes Granaten gefunden worden direkt unter einem nach dem Krieg angelegten Weg. Fachleute bezweifelten, dass derlei Funde beim Wegebau verborgen geblieben sein können. "1958 ging das Militärgelände nahtlos in ein Naherholungsgebiet über", sagt Karrasch. Ob und wo damals etwas geräumt worden ist, sei nur lückenhaft erfasst. Bilder der gerade eingerichteten Badeanstalt von 1969 zeigen den Kinderstrand genau an der Stelle des Sprengplatzes.

Bestand eine Gefahr für die Besucher des Silbersees?

Ja. Daran lässt der Kampfmittelbeseitigungsdienst keinen Zweifel. "Überall, wo Munition zu finden ist, besteht Gefahr", sagt Sprengmeister Marcus Rausch. "Aber damit haben die Menschen hier in den Jahrzehnten gelernt zu leben." Im Wasser, betont Bürgermeister Mirko Heuer, waren die metallenen Waffenbestandteile keinem Sauerstoff ausgesetzt und somit nicht von Rost bedroht. Zum anderen offenbarte sich vieles tatsächlich innerhalb des Zaunes. Rausch mahnt überdies: "Wer etwas findet, sollte nicht - wie wir es leider immer wieder erleben - die Funde selbst untersuchen. Wer etwas findet, macht einen Schritt zurück und meldet den Fund der Polizei oder gleich uns." Auch Heuer stellt klar: "In Langenhagen muss man überall mit Kampfmitteln rechnen." Auch der noch zündfähige Blindgänger, der im November 2014 an der Baustelle des Badneubaus entschärft werden musste, war ein Zufallsfund.

Ist der Silbersee jetzt wieder sicher?

Im Rahmen seiner Nutzung - ja. Marcus Rausch formuliert es so: "Die Stadt hat das Problem im Rahmen der Möglichkeiten entsorgt. Das Naherholungsgebiet ist jetzt wieder sicherer." Bürgermeister Mirko Heuer hält zur Freigabe für den Badebetrieb unumwunden fest: "Ich kann damit ruhig schlafen." Rausch lobt das Vorgehen der Stadt. "Sie hat eine ganze Menge gemacht." Das sei außerordentlich. "Das muss man der Stadt wirklich zugute halten."

Warum lag Munition außerhalb des Zaunes?

Die Existenz der Munitionsreste am Silbersee ist seit Jahrzehnten Thema in der Stadt. Erste Funde und Räumungen wurden bereits in den 60-er und 70-er Jahren erwähnt. Zuweilen übergaben Schwimmer "Backsteine" an die DLRG, die sich als Munition herausstellten. Im Laufe der Jahre wurden zwar mehrere Gutachten erstellt, gleichwohl wurden Funde, wie Birgit Karrasch sagt, seinerzeit nicht so ernst genommen wie heute. Bei einer Sondierung wurden in den 90-er Jahren durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst insgesamt 1,5 Tonnen von Hand geborgen. Damals wurde ein Mitarbeiter verletzt und die Bergung abgebrochen. Nach ersten Schätzungen wurde eine Sanierung des Bereichs mit einem "nach oben offenen Millionenbetrag" beziffert. Zwei Gutachten (durch den TÜV und den Landkreis) und zwei Gerichtsurteile später kamen Stadt und Landkreis schließlich 1995 überein, den Bereich einzuzäunen und den bis dato noch frei zugänglichen Strandbereich zu sperren.

Warum hat niemand von der Masse dieser Waffen etwas geahnt?

Bis in die 90-er Jahre, so Hettwer, waren die technischen Möglichkeiten für Sondierung und Bergung längst nicht so umsetzbar wie heute. "Zudem wurde damals kaum etwas dokumentiert", ergänzt Karrasch. 2014 machte Uwe Kaufmann bei der Unteren Bodenschutzbehörde der Region die Stadt aufmerksam auf eine neue Förderrichtlinie des Landes, die erstmals eine Sanierung finanzierbar machen würde. Kaufmann kennt die Munitions-Problematik am Silbersee bereits seit den 80-er Jahren, da er schon damals beim Landkreis in diesem Fachbereich tätig war. 2009 hatte die Stadt den Silbersee im Rahmen des Konjunkturpakets II mit staatlicher Unterstützung zu sanieren versucht. "Das wurde aber erwartungsgemäß abgelehnt, weil wir dort ja kein Bauland entwickeln wollten", sagt Hettwer. Kaufmann schrieb für die Stadt das entscheidende Gutachten, um gemäß der neuen Förderrichtlinie Altlasten eine Finanzierung zu erreichen. Erst 2010 hatte die Stadt Zugang erhalten zu den Luftbildern der amerikanischen Streitkräfte. "Erst danach tauchten die ersten Hinweise auf, dass der Zaun seinerzeit wohl nicht alles erfassen konnte", sagt Hettwer. Von der schlichten Entsorgung der Munition im Wasser allerdings verrieten auch diese Bilder nichts. Das gesamte Verfahren der vergangenen elf Monate wurden durch die Dekra begleitet.

Warum hat die Stadt über Monate nichts dazu gesagt?

Aus Sicherheitsgründen. "Es gibt leider so viele unvernünftige Sammler von Kriegshinterlassenschaften, dass wir nach den ersten brisanten Funden sofort die Schutzzäune erweitert, aber die Dinge ganz bewusst geheimgehalten haben", sagt Hettwer. Zudem wurde der Bereich durch einen Sicherheitsdienst bewacht. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst geht noch weiter. Gerade einmal ein Bild von den Funden, die der Stadtverwaltung überlassen wurden, darf veröffentlicht werden. "Wir wollen um jeden Preis jedwelche Verherrlichung der Funde verhindern", stellt Karrasch klar.

Wurde nur Munition gefunden?

Nein. Das Büro von Birgit Karrasch gleicht dieser Tage einem kleinen Museum. Ein Koppelschloss von 1891 gehört wohl zu den ältesten Relikten. Das Fensterbrett ist bestückt mit einer wahren Sammlung von Glasflaschen: Bier aus England, Likör aus den USA. Deutsche Bierflaschen, deren Beschriftung aus der Zeit vor der Orthographischen Konferenz von 1901 stammt. Ein Feuerlöscher von 1902 gehört dazu. Ein Rad eines amerikanischen Kettenmotorrades von 1943 wurde gefunden, "der Rest des Motorrades leider nicht". Einen Klappanker haben die Amerikaner zurückgelassen und die Motorhaube eines Dodge. Gefunden wurde zudem ein sogenannter Adrian-Helm, wie ihn französische Soldaten bereits im Ersten Weltkrieg getragen haben. Der Helm hat im vorderen Bereich ein großes Loch. "Das ist nicht durchgerostet", betont Karrasch, sondern rühre von einer Detonation her. "Vielleicht eine verunglückte Schießübung."

Wer bezahlt das alles?

Dank eines Fördertopfes des Landes muss die Stadt nur 45 Prozent der Sanierungskosten des Sprengplatzes und seines unmittelbaren Umfeldes in Höhe von insgesamt rund 976.000 Euro bezahlen. Diese Förderzusage wurde vom Land auch während der überraschend notwendigen Ausweitung des Untersuchungsareals aufrechterhalten. "Wir sind als Stadt aber seinerzeit voll ins Risiko gegangen", betont Bürgermeister Heuer, "und haben die Untersuchung bereits ausgeweitet, noch bevor wir die Zusage des Landes hatten." Die Sicherheit der See-Besucher habe für die Stadt oberste Priorität. "Und glücklicherweise wissen wir die Politik an dieser Stelle einstimmig hinter uns."

Ganz so harmonisch hört sich Stadtbaurat Hettwer indessen nicht an, wenn er über die Landesregierung spricht. "Ich habe Stephan Weil zu Zeiten als Oberbürgermeister Hannovers immer dafür geschätzt, dass er das Land in der Finanzierung der Kampfmittelsondierung nicht aus der Verantwortung nehmen wollte", sagt Hettwer. "Und jetzt als Ministerpräsident lässt er dann doch wieder hohe Kosten bei der Stadt." Die Sanierung des Westufers sowie die nunmehr notwendige Wiederherstellung des Geländes nach den Grabungen (gut 200.000 Euro) muss die Stadt aus eigener Tasche bezahlen. Langenhagen hatte in den vergangenen Jahren immer betont, die Räumungskosten bei Zufallsfunden auch auf Privatgrund zu übernehmen. Nur bei Neubauten müssen die Grundeigner die Sondierung selbst bezahlen.

Wie wurde der Silbersee genutzt?

Der See entstand 1934 im Zuge des Autobahn-Baus. Warum ausgerechnet direkt neben dem Sprengplatz der Aushub für den Kiesabbau geöffnet wurde, lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren. Birgit Karrasch ist für ihre Recherchen in den vergangenen Monaten diverse Male in die Archive in Hannover getaucht, um mehr Details über die Nutzung des Geländes herauszufinden. Dabei wertete sie unter anderem Luftbilder von 1944 aus sowie Aufnahmen einer Überfliegung von 1916/17, die im Historischen Museum lagern. Für den Kiesabbau war damals auch eine kleine Loren-Bahn angelegt worden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat Gleise und Achsen bergen können. "Leider ist die Lok bis heute verschollen", sagt Hettwer. Überliefert sei die Geschichte, dass die Loren-Bahn über Nacht von auflaufendem Grundwasser überflutet worden ist und die Wagen dabei verloren gingen.

Welche Konsequenzen zieht die Stadt?

Im Grunde fühlt sich die Stadt durch die Funde in ihrem bisherigen Vorgehen bestätigt. Während das Land das Programm der systematischen Auswertung der Luftbilder beendet hat, setzt Langenhagen dieses fort. Die erste sogenannte Grundkarte wurde mit der groß angelegten Räumung gleich dreier Funde im vergangenen Sommer beendet. Die nächste Grundkarte schließt sich im Osten an und betrifft unter anderem dem Raum zwischen Neuer Bult und Langenforth. "Bei der Sondierung von Neubauprojekten legen wir ganz besonderen Wert auf eine gründliche Untersuchung", sagt Hettwer. Das Beispiel der am Badneubau zufällig gefundenen Bombe bestärke die Stadt darin einmal mehr. "Wir können das alles nicht liegen lassen und vergessen", sagt Hettwer. Zumal der Zahn der Zeit die Blindgänger nicht sicherer mache. "Der Kampfmittelbeseitigungsdienst spricht landesweit durchschnittlich von zwei Bomben pro Jahr, die aufgrund maroder Säurezünder hochgehen."

Ist die Sanierung des Silbersees damit abgeschlossen?

Nein. "Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat uns empfohlen, mittelfristig auch die sehr tiefen Stellen des Sees ergründen zu lassen", sagt Hettwer. Dies werde erfolgen, wenn klar ist, welche technischen Wege sich dafür am besten eignen. Besondere Eile herrsche nach Ansicht der Fachleute nicht. Die betreffenden Bereiche lägen außerhalb der Erreichbarkeit einer normalen See-Nutzung. Die Arbeiten starten frühestens im kommenden Jahr. "Wir werden jedoch mit Sicherheit auch in Zukunft in dieser Region weitere Hinterlassenschaften finden", mahnt Rausch.

Kommentar:  Einen Schatz geborgen

Fast genau ein Jahr ist es her, dass Langenhagen schon einmal einen solchen Moment erlebt hat: Die Erkenntnis, über Jahrzehnte offenkundig enormes Glück gehabt zu haben. Weil einfach viel hätte passieren können, aber es zu keiner Katastrophe gekommen ist. Was vor einem Jahr für das nun abbruchreife Schulzentrum ohne Brandschutz galt, zeigt sich nun für den Silbersee. Ein Naherholungs-Idyll mit tödlichen Boden-Schätzen.

Wie beim Schulzentrum kann der Blick jetzt nur nach vorne gerichtet sein. Sorgfalt muss oberstes Ziel bleiben, auch wenn dies Geduld erfordert und vielleicht manchen Plan durcheinander wirft. Das werden als nächste die Gäste des Flughafens am 29. Mai zu spüren bekommen, wenn dort die Bergung eines potentiellen Blindgängers alles lahm legen wird.

Für den Silbersee aber besteht jetzt eine noch unerkannte Gefahr: Dass die Schätze, die Birgit Karrasch für die Stadt am Strand wie in den Archiven gehoben hat, allzu schnell in Vergessenheit geraten. Die Stadt wäre gut beraten, wenn sie nicht nur die Artefakte, die bei der Sanierung ans Tageslicht gerückt sind, an zentraler Stelle den Bürgern präsentiert. Sondern auch die Geschichte, die mit ihnen verbunden ist. Selten ist die Historie der eigenen Heimatstadt so greifbar. Langenhagen sollte diese Chance nutzen. Die Zahl der Kampfmittelfunde bleibt stabil, die der Zeitzeugen nimmt ab. 

Von Rebekka Neander

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