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Café Kinderwagen schließt überraschend

Langenhagen Café Kinderwagen schließt überraschend

Wer am Ende wann mit wem nicht gesprochen hat, ist umstritten. Das Ergebnis indessen ist so klar wie bedauernswert: Das Café Kinderwagen, ein niedrigschwelliges Angebot für junge Mütter, ist geschlossen. Das Angebot war eine Kooperation der Stadt und der Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde.

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Das Café Kinderwagen in der Zwölf-Apostel-Gemeinde, das im Winter gestartet worden war, hat Ende Juni endgültig seine Türen geschlossen.

Quelle: Brandt (Archiv)

Langenhagen. Gedacht war es für junge Mütter, die mangels eigener Erfahrung den Austausch suchen. Ihnen sollten im Café Kinderwagen nicht nur Gleichgesinnte begegnen. Auch eine Familienhebamme der Stadt begleitete die Gruppe, um professionell Hilfe leisten zu können - wenn es Not tut.

Doch das im Winter gestartete Projekt hat keine Zukunft. Die Stadt hat ihr Engagement beendet. Welche Gründe sie dafür hatte, darüber allerdings äußert sie sich erst auf Nachfrage. "Leider ist dieses Angebot von den Eltern nicht wie erhofft angenommen worden", berichtet Stadtsprecherin Sabine Mossig. Anfang Juni hätten auch die letzten beiden Mütter bekanntgegeben, dass sie künftig aufgrund einer Terminkollision das Angebot nicht mehr wahrnehmen würden. Daraufhin habe die Stadt beschlossen, das Angebot einzustellen. Die Kirchengemeinde hatte die Räume kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Für Claudia Hopfe kommt die Nachricht indessen sehr überraschend. Hopfe, Mitglied des Gemeindevorstandes bei Zwölf Apostel, erreichte die Nachricht über das Ende der Kooperation per Brief Ende Juni. Wann genau der Brief eintraf, kann sie nicht sagen, denn Hopfe hatte sich am 21. Juni in den Urlaub verabschiedet. Dass sie jetzt Kenntnis von dem Brief erlangte, ist ihrer zuhause verbliebenen Tochter zu verdanken. "Ansonsten wüsste ich es bis heute nicht." Dass das Angebot, das die Zwölf-Apostel-Gemeinde als gute Ergänzung in ihr neues pastorales Konzept empfunden habe, eher "überschaubar" nachgefragt worden ist, war Hopfe durchaus bewusst. "Aber von der Art und Weise der Kommunikation bin ich enttäuscht", sagte sie jetzt dieser Zeitung. "Mir war gesagt worden, dass wir zum 30. Juni prüfen werden, ob und wie es weitergehen kann."

Auch Mossig ist über die Situation nicht glücklich. Gleichwohl weicht die Wahrnehmung im Rathaus von Hopfes ab. Sehr wohl habe es schon "seit geraumer Zeit" angesichts der Entwicklung "kontinuierliche Gespräche" zwischen den Kolleginnen des Teams auch mit Claudia Hopfe gegeben, gibt Mossig zu verstehen, bei denen nach Lösungen gesucht, aber auch darüber gesprochen wurde, das Café zu schließen. "Auch die Verteilung von Flyern und diverser Presseartikel konnten die Situation nicht verbessern." Die Entscheidung, das Café zu schließen, sei daher nicht überstürzt gefällt worden.

Hopfe will nach ihrem Urlaub Kontakt zur Stadt aufnehmen, um zu ergründen, ob es nicht in veränderter Form eine neue Chance geben könnte für ein Förderprojekt für junge Mütter. "Vielleicht war es unglücklich, das Projekt im Winter zu starten, wenn man mit kleinen Kindern nicht so gerne raus geht. Aber darüber müsste man reden."

Kommentar

Mehr als unglücklich

Kommunikation. Einmal mehr zeigt es sich, dass es daran hapert. Nicht nur im Rathaus. Eine Kirchengemeinde stellt kostenfrei Räume zur Verfügung, um der Familienhebamme der Stadt eine Basis zu bereiten. Dass dieses Projekt beiden Parteien nutzt, ist dabei nur legitim. Ebenso, es bei fehlender Nachfrage wieder zu beenden, weil die Arbeitskraft an anderer Stelle sinnvoller einzusetzen ist. Dass dies einfach in einem Brief verkündet wurde, ohne sich zu versichern, ob diese Nachricht überhaupt angekommen ist in der Ferienzeit, ist schlicht gewagt. Wenn nicht unüberlegt. Offenkundig sind selbst in persönlichen Gesprächen zuvor nicht alle Botschaften gleichermaßen angekommen. Hier wie dort. Daraus sollten alle Beteiligten lernen, bevor man sich auf neue Kooperationen einlässt.

Von Rebekka Neander

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