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Am Moore: Anlieger sollen für Ausbau zahlen

Langenhagen Am Moore: Anlieger sollen für Ausbau zahlen

Als Abkürzung zum Schwimmbad ist die Straße gern genutzt. Doch eigentlich ist die Fahrbahn "Am Moore" in Godshorn nicht mehr als ein asphaltierter Feldweg. Die Stadt will einen Abschnitt der Fahrbahn erstmals richtig ausbauen. Die Anlieger müssten dafür zahlen. Doch der Ortsrat tritt auf die Bremse.

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Die Stadt plant erstmals, die Straße Am Moore auszubauen.

Quelle: Bismark

Godshorn. "Wir fühlen uns von diesem Schnellschuss überfahren und wollen uns jetzt erstmal beraten." Godshorns Ortsbürgermeisterin Ute Bielmann-Sprung hat am Sanierungsbedarf der Straße keinen Zweifel. Gleichwohl seien sie und der Ortsrat nicht begeistert von der Drucksache, die Verkehrsplanerin Anette Mecke am Dienstag dem Gremium vorgestellt hat. "Wir haben das Vorhaben jetzt erst einmal in die Fraktionen zur Beratung verwiesen", sagte Bielmann-Sprung auf Nachfrage. Überdies will sie die Anlieger und die Stadt noch einmal zu einem Runden Tisch einladen. 

Knackpunkt am seit Jahren auch von den Anliegern geforderten Ausbau der Fahrbahn ist seine Finanzierung: Rechtlich betrachtet gilt das Projekt als erstmalige Erschließung, für die die Eigentümer beim erstmaligen Erwerb der Grundstücke nicht mitbezahlen mussten. Dieses Verfahren wird in Langenhagen heute nicht mehr angewendet. Bei Neubaugebieten zahlen die Käufer heute für den Ausbau der Straße gleich mit. In Godshorn aber müssen die rund 60 betroffenen Anlieger nun an den "umlagefähigen Kosten" beteiligt werden.

Für die Anlieger des rund 300 Meter langen Straßenabschnitts kommen je nach Grundstücksgröße und der rechtlich möglichen Bebaubarkeit Beträge mindestens im vierstelligen Bereich zu. Einige wenige müssen jedoch mit einer Abschlussrechnung von mehreren zehntausend Euro rechnen. Insgesamt rechnet die Stadt mit einer Investition von rund 500.000 Euro. Wie hoch der umlagefähige Betrag ist, darüber gibt es im Rathaus derzeit keine Auskunft.

"Wir rechnen ab nach Quadratmeterzahl und der Frage, wieviel auf dem Grundstück gebaut werden darf", erläuterte Mecke auf Nachfrage, "ganz unabhängig davon, wie weit dieses Baurecht bereits ausgenutzt worden ist." Entlang des Straßenabschnittes gibt es einige Wohnhäuser sowie diverse Garagenhöfe. Zahlbar wäre der Anteil erst nach der Abschlussrechnung, die laut Mecke frühestens 2019 vorliegen würde. "Betroffen ist dann der zu diesem Zeitpunkt im Grundbuch eingetragene Eigentümer." 

Um die Kosten möglichst gering zu halten, geht die Stadt von einer Belastung als reine Wohnstraße aus, betonte Stadtbaurat Carsten Hettwer im Gespräch mit dieser Zeitung. Auf der nördlichen Seite wird ein 2,50 Meter breiter Gehweg angelegt mit barrierefreien Absenkungen und kontrastreichen Markierungen für Sehbehinderte. "In die Abrechnung einfließen werden nur jene Straßenlaternen, die dort aufgestellt werden, wo es bislang keine gab", erläuterte Mecke. Auch wenn tatsächlich auf dem gesamten betroffenen Straßenzug die Laternen ausgetauscht werden. Auf der Südseite legt die Stadt eine Grünrabatte an, über die auch die Niederschlagsentwässerung ablaufen soll. "Wir setzen dafür die Borde auf Lücke und müssen dann keinen Kanal bauen."

Für den Ortsrat reicht dies nicht aus. "Wir waren nicht glücklich, dass wir bei der Anliegerversammlung Anfang August als Politiker nicht erwünscht waren", klagt Bielmann-Sprung auf Nachfrage. "Und nun werden wir vor vollendete Tatsachen gestellt." Die Ortsbürgermeisterin möchte überdies wissen, ob die Ausbauplanung mit den möglichen Veränderungen auf dem Gelände des nun schließenden Schwimmbades zusammenpasst. "Wir wissen doch gar nicht, was dort nun hinkommt." Gleichwohl erkennt sie an, dass eine danach stärkere Belastung der Straße nicht auszuschließen sei mit einem entsprechend höherwertigen Ausbaubedarf.

Der Beschluss des Ortsrates wirft die städtische Planung nun um mindestens zwei Monate zurück. Eigentlich sollte über das Bauvorhaben im Verkehrsausschuss am Dienstag, 5. September, beraten werden. Nun kann das Gremium, so Mecke, frühestens im Oktober abschließend beraten. Entsprechend später könne die Stadt die Aufträge ausschreiben. Angesichts der Preisentwicklung im Bausektor mache dies das Projekt nicht günstiger, heißt es.

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