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Stadt geht Projekt bezahlbaren Wohnraum an

Langenhagen Stadt geht Projekt bezahlbaren Wohnraum an

Der erste Schritt hin zu bezahlbarem Wohnraum ist getan: Mit Segen des Rates darf die stadteigene Tochter, die Entwicklungsgesellschaft Langenhagen, das Projekt übernehmen. Bis zum ersten Spatenstich aber werden noch viele Monate vergehen.

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Bei der Vermarktung der Brachflächen an der Walsroder Straße ist die Entwicklungsgesellschaft Langenhagen bereits aktiv geworden - mit einer Sondergenehmigung des Rates.

Quelle: Sven Warnecke

Langenhagen. Der einstimmige Beschluss selbst dauerte in der Ratssitzung nur fünf Sekunden, die Vorgeschichte ungleich länger: Die Entwicklungsgesellschaft Langenhagen, kurz EL, darf nach der abgeschlossenen Vermarktung des Weiherfeldes nun der Stadt eine weitere dringliche Sorge abnehmen. Sie soll an fünf Standorten bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Dass es Langenhagen daran fehlt, darüber herrscht seit Langem Konsens. Zum einen äußern immer mehr Anwohner Unmut über die emsige Bautätigkeit in der Kernstadt, an deren Ende meist Quadratmeterpreise im zweistelligen Bereich stehen. Zum anderen nährte der stetig steigende Zuzug von Flüchtlingen die Sorge, bald keinen günstigen Wohnraum mehr finden zu können. Die Stadtverwaltung entwickelte daraufhin die Idee, fünf Standorte zu sichern und dort gezielt für sozial Schwache zu bauen. So weit die Theorie.

In der Praxis lagen im Rathaus schnell die Experten über Kreuz: Wer soll das Projekt betreuen? Soll es die Hochbauabteilung machen, die nicht zuletzt alle Kräfte in den Schulneubau stecken soll? Soll es die EL machen? Oder soll man gleich die Wohnungsbaugesellschaft KSG beauftragen, an der die Stadt Langenhagen immerhin 25 Prozent der Anteile hält?

Eindeutig empfohlen hat sich lange Zeit keine der Varianten. Während die städtische Hochbauabteilung nach eigenem Bekunden jenseits der Belastungsgrenze agiert, attestierte das stadteigene Beteiligungsmanagement der EL eine hohe Verlustgefahr. „Eine GmbH wie die EL soll Gewinne erwirtschaften“, formuliert es Finanzabteilungschef Wilfried Köster. „Und wenn sie zudem externe Dienste einkaufen muss, haben wir dann ein zweites Unternehmen mit Gewinnabsicht.“ Da dieser Aspekt jedoch auch für alle anderen gilt, fiel nach längerem Gerangel die Wahl auf die EL. „Weil die noch Kapazitäten hat“, sagte Bürgermeister Mirko Heuer.

Tatsächlich hat die EL drei Mitarbeiter: einen in Vollzeit und zwei in Teilzeit. Geschäftsführer ist Langenhagens Wirtschaftsförderer Jens Monsen, dessen Stelle jedoch bei der Stadt angesiedelt ist. Außerhalb des Weiherfeldes wurde die EL bereits tätig wie bei der Vermarktung der Brachflächen an der Walsroder Straße, dann aber jeweils mit Sondergenehmigung des Rates. Mit dessen Grundsatzbeschluss nun darf die EL künftig stadtweit auch selbst Wohnraum entwickeln.

Im Laufe der Diskussionen waren die beteiligten Verwaltungsstellen nicht untätig. Grundstücke wurden gekauft oder zumindest notariell gesichert. Zudem wurden für die Parzellen bereits die rechtlich möglichen Bauvarianten ermittelt. All dies will Monsen mit seinem Mitarbeiter Lars Hecht nun in Vorschlägen zusammenführen, die im Frühjahr der Politik vorgestellt werden sollen. „Das kann erst geschehen, wenn alle Grundstücke gesichert und alle Vertragseinzelheiten auch zwischen Stadt und EL geklärt sind.“ Die Politik kennt die Standorte bereits.

Neustart nach Crash

Die Entwicklungsgesellschaft Langenhagen (EL) hat eine turbulente Vergangenheit. 1998 gegründet, um das Weiherfeld auf allen Ebenen zu entwickeln, strandete sie 2003. Der Scherbenhaufen war eine Gemengelage aus falscher Planung und unsachgemäßer Ausführung der beauftragten Firmen. Der Geschäftsführer seinerzeit musste gehen. Seit dem Neustart unter der Leitung von Jens Monsen hat sich Verschiedenes geändert. Zum einen ist die EL nicht mehr für den Bau der Straßen zuständig. Dies hat wieder die Stadtverwaltung übernommen. Zum anderen wurde die Zusammensetzung des Aufsichtsrates verändert.

Die beteiligten Kommunalpolitiker sind nunmehr befugt, über Einzelheiten die Fraktionen im Rat zu informieren. Auf diese Weise sollte die Transparenz der Arbeit der Gesellschaft verbessert werden. Über eine eigene Internetseite wie die anderen stadteigenen Tochtergesellschaften zur Stadtentwässerung (SE) und Energie-Projekt-Entwicklung (EPL) verfügt die EL hingegen nicht. Aufsichtsratsvorsitzender ist derzeit der ehemalige SPD-Ratsherr Knut Helwig.

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