Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Wer kümmert sich künftig um Inklusion?

Langenhagen Wer kümmert sich künftig um Inklusion?

Chancengleichheit für alle - für dieses Ziel der Inklusion galt bislang Peter Kleinsorge in Langenhagen als Institution. Dies hat nun ein Ende. Denn der Verwaltungsmitarbeiter hat die Stabsstelle im Langenhagener Rathaus verlassen. Bis auf weiteres übernimmt der Bürgermeister selbst nun die Nachfolge.

Voriger Artikel
Flughafen plant Gewerbe-Zukunft
Nächster Artikel
Couragierter Anwohner hält Randalierer fest

So kennen ihn die Langenhagener: Peter Kleinsorge, hier beim Selbstversuch im Rollstuhl an der Rampe zum Kaltenweider Bahnhof, gilt als ausgewiesener Experte im Kampf um ein barrierefreies Langenhagen

Quelle: Warnecke

Langenhagen. Ob es um Rampen ging oder Hinweise in Blindenschrift - über Jahre galt Peter Kleinsorge vor allem für die Eltern beeinträchtigter Kinder als zentraler Ansprechpartner. Nun ist dieses Aufgabenfeld vakant, eine Nachfolge offen. Denn Kleinsorge ist seit Ende vergangener Woche innerhalb der Stadtverwaltung als frisch gewähler Vorsitzender des Personalrates freigestellt.

Für Außenstehende wie Albert Schneider kommt diese Nachricht überraschend. Schneider ist selbst sehbehindert und bietet im Auftrag des Verbandes für Blinde und Sehbehinderte einmal im Monat Beratung im Rathaus an. Die Nachricht vom Abschied Kleinsorges erreichte Schneider just an jenem Abend, an dem er eigentlich eine stadtweite Arbeitsgemeinschaft gründen wollte für ein barrierefreies Langenhagen. Gefolgt waren der Einladung zwar Kleinsorge sowie dessen Chef, Bürgermeister Mirko Heuer, sowie Christa Röder für den Seniorenbeirat. "Von den Betroffenen selbst aber kamen nur sehr wenige", räumt Schneider sein.

Kleinsorge habe Schneider an diesem Abend zwar angekündigt, die für Blinde und Sehbehinderte so tückische Treppe vor der Volkshochschule einer Baufirma vorzustellen. "Dies aber wird seine letzte Aktion sein im Sinne der Inklusion", berichtete Schneider jetzt erfreut und betrübt zugleich.

Auch im Rathaus hat der Funktionswechsel Erstaunen erzeugt. Offiziell will zu dem Wechsel an der Spitze des Personalrates zwar niemand Stellung nehmen. Dem Vernehmen nach aber liegen durchaus turbulente Stunden hinter dem Gremium. Vorsitzender war lange Zeit Boris Ehrhardt. Als dieser jedoch Mitte März die Leitung der neuen Abteilung "Sicherheit, Ordnung, Umwelt" übernahm, trat er vom Vorsitz des Personalrates zurück. Diese Funktion übernahm Christel Kolossa-Saris. Intern gingen die Beteiligten fortan davon aus, dass diese Interims-Lösung durch die turnusgemäß folgenden offiziellen Wahlen Ende April bestätigt würden. Kolossa-Saris hatte aufgrund ihrer ergangenen Freistellung ihre Aufgabe im Büro für BürgerEngagement aufgegeben. Dass der Personalrat Ende April nun Kolossa-Saris nicht im Amt bestätigte, damit habe niemand gerechnet, heißt es.

Wie es nun weitergeht mit der Aufgabenverteilung im Rathaus, ist offen. Sowohl das Büro für BürgerEngagement als auch die Stabsstelle für Inklusion sind im Zuge der Verwaltungsreform aufgelöst, die Themen in die neue Abteilung 13 "Marketing und Kommunikation" aufgegangen. Kolossa-Saris wird nun dieser Abteilung zugeordnet werden. Die genaue Aufgabenverteilung soll die neue Abteilungsleitung festlegen. Die Stelle ist noch nicht besetzt, auf die Ausschreibung haben sich dem Vernehmen nach mehr als 100 Personen beworben. Das Auswahlverfahren dauere noch an.

Damit Eltern jedoch weiterhin einen Ansprechpartner in Fragen der Inklusion haben, stellt sich jetzt Bürgermeister Mirko Heuer selbst zur Verfügung. Das gelte, wie er auf Nachfrage versicherte, "auch für jede Kleinigkeit".

Am Dienstag, 31. Mai, lädt Schneider erneut zu seinem Arbeitskreis für ein barrierefreies Langenhagen ein. Treffpunkt ist erneut um 18.30 Uhr in der Teestube der IGS. Auch Heuer und Röder haben bereits ihre Teilnahme angekündigt. Gemeinsam wolle man überlegen, wie akute Gefahrenstellen nun angegangen werden sollen.

Von Rebekka Neander

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Schulzentrum Langenhagen

Nahezu vollständig müssen das Gymnasium und ein Teil der IGS abgerissen und neu gebaut werden, weil der Brandschutz nicht gewährleistet ist. Mehr zum Schulzentrum Langenhagen lesen Sie hier. mehr