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Akustik leitet Blinde über die Straße

Langenhagen Akustik leitet Blinde über die Straße

Um Sehgeschädigten in Langenhagen das Überqueren von Straßen zu erleichtern, rüstet die Stadt schrittweise alle ihre Ampel-Überwege mit speziellen Signalgebern aus. Wo sich diese befinden, müssen Betroffene jedoch bislang selbst herausfinden. Denkbar ist, dass die Stadt auch hier nachsteuert.

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Das Signal für Seh- und Hör-Geschädigte ist unter dem Taster an den Ampeln zu finden, wie Uwe Fromberg vom Team Lampen- und Lichtsignalanlagen demonstriert. Der Pfeil zeigt die Gehrichtung, der kleine erhöhte Punkt in der Mitte zeigt, dass die Fahrbahn über eine Mittelinsel verfügt.

Quelle: Neander

Langenhagen. Das Szenario ist bekannt: Nahe eines Ampelmastes pocht es hörbar im Takt. Klar - das ist ein Signal für sehgeschädigte Fußgänger. Doch wodurch dieses Signal ausgelöst wird, wissen die wenigsten - selbst unter den Betroffenen. Diese Erfahrung hat auch Anette Mecke, Abteilungsleiterin Verkehr und Straßen, in Gespräch immer wieder gemacht. Deshalb haben sie und ihr Kollege Uwe Fromberg vom Team Lampen und Lichtsignalanlagen in einem Pressegespräch vorgestellt, wie die Stadt Langenhagen Barrieren für beeinträchtigte Verkehrsteilnehmer aus dem Weg zu räumen versucht.

Von den 46 Kreuzungen mit mehreren Ampeln (sogenannte Knotenpunkte), die im Stadtgebiet Langenhagens auch tatsächlich der Stadt gehören, sind in den vergangenen Jahren bereits 22 mit sogenannten Blindensignalgebern ausgestattet worden. Diese gelben Taster verfügen an ihrer Unterseite über einen Druckknopf, mit dem das deutlich hörbare und bei Grün sich veränderte Geräusch ausgelöst werden kann. Der Taster verfügt über einen Pfeil, der die Laufrichtung anzeigt. Und wenn es auf der Fahrbahn eine Mittelinsel gibt, so verrät dies ein kleiner erhöhter Punkt auf der Mitte dieses Pfeils. "Es soll nun Standard der Stadt werden, dass alle Knotenpunkte einen solchen Signalgeber bekommen", erläuterte Mecke. Deshalb werde jede Anlage, die abgängig ist, durch einen solchen ersetzt. "Sollten sich an bestimmten Stellen neue Notwendigkeiten ergeben - beispielsweise auf dem Schulweg eines inklusiv zu beschulenden Kindes oder wenn ein Seniorenheim neu eröffnet -, können wir jederzeit angesprochen werden", verspricht Mecke.

Eine Übersicht, wo sich in Langenhagen derlei Taster befinden, kann die Stadt derzeit indessen nicht geben. Ralph Gureck, neuer Leiter der Abteilung Marketing und Kommunikation, hält es allerdings für denkbar, den derzeit in Planung befindlichen Internetauftritt um eine solche dann barrierefrei lesbare Übersicht zu ergänzen.

Vier der übrigen Ampelanlagen in Langenhagen befinden sich im Eigentum der Region Hannover. Drei davon, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann, besitzen einen sogenannten taktilen Signalgeber. "Das heißt, die vibrieren, wenn man den Knopf an der Unterseiter des Tasters bedient." Zukünftiger Standard der Region sei allerdings, bei Bedarf alle Knotenpunkte mit taktilen und akustischen Signalgebern auszustatten.

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Das Signal für Seh- und Hör-Geschädigte ist unter dem Taster an den Ampeln zu finden, wie Uwe Fromberg vom Team Lampen- und Lichtsignalanlagen demonstriert. Der Pfeil zeigt die Gehrichtung, der kleine erhöhte Punkt in der Mitte zeigt, dass die Fahrbahn über eine Mittelinsel verfügt.

Quelle: Neander

Von Rebekka Neander

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