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Neuer Rastplatz für Lastkraftwagen?

Langenhagen Neuer Rastplatz für Lastkraftwagen?

Welches Unternehmen fehlt wo, welches passt wohin? Wie viel Verkehr bringen die mit? Und wo könnten künftig nachts Lastkraftwagen parken? Um die unaufhörliche Debatte um die Gewerbeentwicklung am Flughafen zu beenden, will die Stadt jetzt ein umfassendes Gutachten in Auftrag geben.

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Diese Skizze zeigt, welche langfristigen Pläne im neuen Flächennutzungsplan verankert werden sollen: Dazu zählen die blau schraffierten Gewerbeflächen im Westen des Flughafens sowie die jetzt gerade beschlossene Bauleitplanung am Airport-Business-Park in der Verlängerung der Münchner Straße.

Quelle: Stadt Langenhagen/Ackers Partner Städtebau

Langenhagen. In die Debatte um die Gewerbeentwicklung rund um den Flughafen könnte nach Jahren der Verkantung Bewegung kommen. Zum einen weil der Flughafen selbst auf eine Bauleitplanung für die aufgekauften Areale um das ehemalige Schulenburg-Nord dringt. Und zum anderen, weil sich SPD und Grüne letztlich „zu dem bekennen, was wir im ISEK beschlossen haben“. Langenhagens SPD-Chef Marco Brunotte meint damit mehr als 40 Hektar Gewerbefläche, die in den neuen Flächennutzungsplan zwischen den Landebahnen des Flughafens in den nächsten Jahrzehnten entwickelt werden könnten.

Das allein aber reicht dem Langenhagener Rat nicht aus, um Bebauungspläne anzuschieben. Dies hat nicht zuletzt eine Vielzahl von kontroversen Debatten der vergangenen Monate gezeigt. Denn schon jetzt zeige sich an mehreren Stellen, dass der bestehende Gewerbeverkehr die Straßen und Kreuzungen an ihre Belastungsgrenze bringe. Hinzu kommen seit Jahren regelmäßig Beschwerden der Anwohner in den Grenzbereichen der Gewerbegebiete über nachts von Lastkraftwagen voll gestellte Wohnstraßen.

Um aus der Dauer-Debatte um einen möglichen Ausschluss von Logistik (Wunsch der Politik) einen Ausweg zu finden, war im Rat in den vergangenen Monaten der Wunsch nach einem groß angelegten Verkehrsgutachten laut geworden. Eine Idee, die auch die Verwaltung gut heißt. Auf Initiative von SPD und Grünen hat der Verwaltungsausschuss in nicht öffentlicher Sitzung mehrheitlich die Idee weiter gedreht: Es müsse mit dem Flughafen, der Landeshauptstadt und auch der Region einmal erfasst werden, welche Freiflächen an welcher Stelle sich für welche Gewerbeart eignen. So existieren auch rund um den Campus des Flughafens noch Kapazitäten. Erst eine solche Analyse, so Brunotte, könne zeigen, welche Branchen gezielt angesprochen werden sollten. Zudem könne dabei auch erörtert werden, wo beispielsweise ein neuer Rastplatz für Lastkraftwagen in Flughafen-Nähe entwickelt werden könne, um die Wohnstraßen zu entlasten.

Über diese Drucksache (2016/
033-1) hätten BBL-Ratsherr Jens Mommsen und der unabhängige Ratsherr Bernd Speich gern öffentlich im Rat noch einmal diskutiert. Mit großer Mehrheit jedoch wies der Rat diese Forderung zurück und ließ sich auf Bitten von CDU-Fraktionschef Bernhard Döhner lediglich durch Bürgermeister Mirko Heuer über den Beschluss des Verwaltungsausschusses informieren.

Ein erstes Gespräch hat es zwischen Flughafen-Gesellschaft und Vertretern der Langenhagener Ratsparteien bereits gegeben. Sehr weit sei man dabei nicht gekommen, berichtete SPD-Fraktionschef Marc Köhler jetzt dieser Zeitung. „Bei der Evershorster Straße hat der Flughafen aber wohltuend präzisiert, dass er lediglich den südlichen Bereich zwischen Benkendorff- und Flughafenstraße beanspruchen möchte“, betonte Köhler. Zudem wolle man diesem ersten Schritt jetzt weitere folgen lassen.

Weitere Eckpunkte der Bauplanung

Für aufzustellende Bebauungspläne soll der Flughafen Folgekosten-Vereinbarungen mit der Stadt schließen. Alle weiteren Straßenausbau-Pläne sollen mit den betroffenen Straßenbaulastträgern abgestimmt werden. Dabei kommt die Region Hannover ins Spiel im Falle der Evershorster Straße sowie der Bund für die lange geforderte neue Auffahrt auf die A 352. Die vom Flughafen gewünschte Veränderung des B-Planes 86-N an der Münchner Straße soll die Stadt vorantreiben. Dabei möge der Flughafen aber gegebenenfalls den Nachweis liefern für die Notwendigkeit einer direkten Anbindung ans Rollfeld. Auch für den B-Plan 437 (das ehemalige Parkplatzgelände zur Luftfahrtschau) soll die Verwaltung alle notwendigen Schritte einleiten, wobei ein ausreichender Abstand zur Waldgrenze eingehalten werden soll. Und schließlich möge die Stadt für einen ersten Bauabschnitt in Schulenburg-Nord einen Bebauungsplan 714 "Airport West" aufstellen. Dieser beträfe die Fläche zwischen der Flughafen-Feuerwehr und der Straße Schulenburg-Nord.

Von Rebekka Neander

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