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Aufklärung soll gegen Schwarzfahren helfen

Langenhagen Aufklärung soll gegen Schwarzfahren helfen

Die häufigste von Flüchtlingen begangene Straftat ist das Schwarzfahren in Bahnen und Bussen - oft unabsichtlich. Kommunen und Verkehrsbetriebe bemühen sich mit gezielten Informationen und mehrsprachigen Broschüren verstärkt darum, die Neubürger über das Verkehrssystem aufzuklären.

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Jens Lichtenberg (hinten) von der Üstra erklärt den Migranten das System der öffentlichen Verkehrsmittel in der Region Hannover.

Quelle: Böger

Langenhagen. Sozialarbeiter und Polizisten sind sich einig: Genau wie unter den Deutschen gibt es auch unter Geflüchteten Betrüger, die sehr bewusst und mit voller Absicht schwarzfahren. Aber viele von ihnen tun das auch aus Unkenntnis. Sie wissen nicht, welche Fahrkarte sie benötigen und wo und wie man sie bekommt. In Langenhagen entsteht zum Beispiel dadurch ein Problem, dass für eine Fahrt innerhalb der Stadt ein Ein-Zonen-Ticket genügt, aber sobald die nahe Stadtgrenze nach Hannover überschritten wird, ein Zwei-Zonen-Ticket erforderlich ist.

In Zusammenarbeit mit der Üstra versucht der Sozialberatungsdienst der Stadt jetzt gezielt, solchen unabsichtlichen Straftaten vorzubeugen. Dazu hatten die Mitarbeiterinnen Susanne Waas-Hanssen und Bettina Pfeifer-Krüger in den Treffpunkt Mila eingeladen, wo der Üstra-Mobilitätsberater Jens Lichtenberg, unterstützt von zwei Dolmetscherinnen, etwa 20 Migranten über ihre Pflichten als Fahrgast aufklärte.

Mehrere von ihnen waren schon beim Schwarzfahren erwischt worden. "Ich war erst einen Monat in Deutschland, konnte die Sprache nicht und kannte die Regeln nicht", berichtet ein junger Iraker. Ihm machte Lichtenberg deutlich, dass er eine Sammelkarte sofort abstempeln muss, wenn er Bus oder Bahn betritt - "nicht erst zwei Stationen später". Die afghanische Dolmetscherin Mugqan Akbari erzählte von einer Frau, die 60 Euro bezahlen musste, "weil sie zu schüchtern war, sich in der vollen Bahn zum Stempelautomaten durchzudrängeln". Andere könnten nicht lesen oder nur ihre eigene Sprache verstehen. Aber auch nach einem Sprachkursus seien die Erklärungen für den Fahrkartenkauf auf Deutsch nicht immer verständlich.

Die Üstra hat jetzt mit Broschüren reagiert, die das Ticket- und Card-System und die Benutzung der Automaten nicht nur auf Englisch und Französisch erläutert, sondern auch auf Kurdisch, Arabisch und dem im Iran gesprochenen Farsi. "Nächste Woche komme ich und prüfe, ob ihr auch alles gelernt habt, was da drin steht", kündigte Waas-Hanssen im Scherz zwei Teilnehmern der Veranstaltung im Mila an.

Sie bedauerte ebenso wie ihre Kollegin Pfeifer-Krüger, dass nicht mehr Besucher gekommen waren, obwohl die Zielgruppe von den städtischen Sozialarbeitern intensiv darauf aufmerksam gemacht worden sei. "Vielleicht machen wir das im Herbst noch einmal", sagte Pfeifer-Krüger. 

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