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Stadt verkauft Grundstücke an Meravis

Langenhagen Stadt verkauft Grundstücke an Meravis

Ein unvermuteter Durchbruch: Der Langenhagener Rat hat sich in allen strittigen Fragen um die Zukunft von Erbpacht-Grundstücken geeinigt. Auch Meravis darf kaufen und sanieren. 

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Auch auf einem Areal an der Stöckener Straße will die Stadt mietgünstigen Wohnraum schaffen. Sie vergibt diese Fläche jetzt in Erbpacht an die stadteigene Entwicklungsgesellschaft EL.

Quelle: Rebekka Neander (Archiv)

Langenhagen.  Die Stadt wird die vom Wohnungsbauunternehmen Meravis angefragten Grundstücke an der Rathenaustraße sowie Im Hohen Felde an das Unternehmen verkaufen. Darauf hat sich der Rat am Montag in nichtöffentlicher Sitzung mehrheitlich einigen können. Derzeit nutzt Meravis dort vier Flurstücke der Stadt in Erbpacht, die darauf befindlichen Gebäude gehören jedoch dem Unternehmen. Sie will die insgesamt 76 Wohnungen energetisch sanieren und zum Teil um altengerechte Wohnungen aufstocken. Zudem ist ein barrierefreier Zugang und ein Fahrstuhl angedacht. Meravis hatte diese Arbeiten an den Kauf der Areale geknüpft. Der Erbpacht-Vertrag hat eine Restlaufzeit von 37 Jahren; für Meravis zu kurz für die Höhe der Investition. 

Überdies hält der Rat an dem 2010 getroffenen Beschluss fest, Erbpachtgrundstücke den aktuellen Nutzern bei Nachfrage zum Kauf anzubieten. Die BBL hatte ihren Änderungsantrag noch in öffentlicher Sitzung zurückgezogen. Man habe sich, so BBL-Ratsherr Jens Mommsen, belehren lassen, dass die ursprüngliche Idee doch nicht die richtige gewesen sei. 

Gleichwohl bleibt der Vorstoß der Fraktion nicht ohne Folgen. Denn die Annahme der BBL, die Stadt könne die Parzellen nach Ende des Erbpachtrechtes für eigenen mietgünstigen Wohnungsbau nutzen, hat durchaus sowohl in der Politik als auch in der Verwaltung verfangen. Für die kleineren Areale, die meist mit Einfamilien- oder Reihenhäuser bebaut sind, habe die Stadt zwar keine Verwendung und auch kein Interesse, am Ende baufällige und zuletzt womöglich nicht mehr sanierte Häuser zu übernehmen. „Es gibt aber ein paar wenige Grundstücke, auf denen neben dem existierenden Gebäude noch Platz für einen zweiten Bauplatz vorhanden ist“, sagte Wirtschaftsförderer Jens Monsen jetzt auf Nachfrage dieser Zeitung. Bevor diese Parzellen verkauft würden, werde die Stadt sie darauf überprüfen. „Gegebenenfalls würden wir dann nur einen Teil des Grundstückes verkaufen, den Rest aber zur eigenen Entwicklung behalten“, sagte Monsen. Damit endet eine über Wochen durchaus emotional und kontrovers geführte Debatte in den politischen Gremien. 

Mehr noch: Der Rat verabschiedete am Montag überdies die Empfehlung, die stadteigene Entwicklungsgesellschaft Langenhagen (EL) möge in Erbpacht mehrere Grundstücke der Stadt übernehmen, um auf ihnen mietgünstigen Wohnraum zu schaffen. Allerdings sollen die Verträge in diesen Fällen nicht – wie gesetzlich höchstens zugelassen – über 99 Jahre laufen, sondern nur über 60. Diese Laufzeit hatte Monsen, zugleich Geschäftsführer der EL, zuletzt im Finanzausschuss als Mindestlaufzeit vorgeschlagen, um die darauf zu errichtenden Gebäude in vollem Unfang abschreiben zu können. Die EL zahlt auf Geheiß des Rates künftig 1,50 Euro pro Quadratmeter Erbauzins an die Stadt. Diese Lösung, so Konsens in der Politik, ermögliche der EL mit möglichst geringen Grundstückspreisen die unter anderem durch energetische Vorgaben gestiegenen Baukosten wieder einzufangen. 

Wann Meravis nun mit der energetischen Sanierung der Mietshäuser Im Hohen Felde sowie an der Rathenaustraße beginnt, ist offen. Monsen ist mit Unternehmensvertretern für Freitag verabredet, um alle weiteren Details zum Grundstückskauf zu vereinbaren. Dabei wird es auch um die von der Politik an den Verkauf geknüpfte Bedingung gehen, die Wohnungen für die Restlaufzeit des Erbpachtvertrages nicht in Eigentumswohnungen zu wandeln. Meravis hatte diesem Kompromiss bereits im Vorfeld der Ratssitzung zugestimmt. 

Von Rebekka Neander

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