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Stadt will Sorgen ausräumen

Langenhagen Stadt will Sorgen ausräumen

Hoher Zuspruch bei der Anwohnerversammlung am Mittwochabend: Mehr als 100 Langenhagener informieren sich über die Flüchtlingsunterkunft an der Hans-Böckler-Straße.

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Rund 100 Anwohner nehmen auf Einladung der Stadt an der Versammlung teil. 

Quelle: Jarolim-Vormeier

Langenhagen. Wie lange bleiben die Flüchtlinge in der Unterkunft? Wie viele Menschen können dort leben? Diese und weitere Fragen stellten die gut 100 Langenhagener in der Adolf-Reichwein-Schule an Verantwortliche von Stadt und Johannitern. Antworten gaben Bürgermeister Mirko Heuer, Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch und Doris Lange vom Allgemeinen Sozialdienst sowie Tim Heinrich, Dienststellenleiter der Johanniter Unfallhilfe in Langenhagen und derzeitiger Einsatzleiter in der Unterkunft und Johanniter-Sprecherin Antje Heilmann.

In der 90-minütigen Diskussion erfuhren die Anwohner, dass die Einrichtung vom Land angemietet und betrieben wird und der Gebäudekomplex an der Hans-Böckler-Straße eine Notunterkunft für Flüchtlinge ist, die zuvor kein festes Dach über dem Kopf hatten. „Wir sind sozusagen nur der verlängerte Arm des Ministeriums“, erläuterte Heinrich. Seinen Angaben zufolge ist die Einrichtung nur eine Durchgangsstation für Flüchtlinge, die später auf andere Kommunen verteilt werden. „Das wird auch künftig ein Kommen und Gehen“, sagte er. Indes betonte Heuer, dass die Zuständigkeit für die Unterbringung nicht bei der Stadt, sondern ausschließlich beim Land liege. „Lediglich den Sozialdienst stellt die Stadt, das ist unser Anspruch“, sagte der Bürgermeister.

Seit zwei Wochen sind gut 230 Flüchtlinge in dem Gebäude untergebracht. Dort wo einst eine Bäckerei ansässig war, hatten THW, Feuerwehr, Johanniter und weitere ehrenamtliche Helfer in 60 Stunden das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft betriebsbereit gemacht. Ein Sanitätsdienst der Johanniter, ein Wachdienst und fest eingestelltes Personal kümmern sich dort nun um die Menschen. „Wir versuchen Struktur in den Alltag zu bekommen“, erklärte Heilmann. Deutschunterricht, Rundgänge durch die Stadt sowie die Klärung weiterer Details gebe es bereits. „Gleichwohl werden Ideen gesucht“, sagte die Johanniter-Sprecherin. Die lieferten dann auch prompt die Besucher der Info-Veranstaltung: etwa ein Straßenfest und kleine Nikolauspäckchen. Zudem sagten weitere Bürger ihre Hilfe zu.

Unterdessen ist es Anfang der Woche zu einem Zwischenfall in der Einrichtung gekommen. Etwa 50 Flüchtlinge hatten vor dem Eingang des Gebäudes eine Sitzblockade gebildet. Wie Heilmann gestern auf Anfrage berichtete, wollten sie nähere Informationen darüber, wie es mit ihnen weitergeht. Mithilfe von Dolmetschern habe sich die Situation aber innerhalb einer Stunde beruhigt, betont Heilmann.

von Katerina Jarolim-Vormeier

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