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Erweiterung Weiherfeld liegt auf Eis

Langenhagen Erweiterung Weiherfeld liegt auf Eis

Der Protest der Bürger hat erst einmal gewirkt: Bürgermeister Mirko Heuer hat nach heftiger Debatte im Ortsrat noch in der Sitzung den Antrag auf Erweiterung des Weiherfeldes zurückgezogen. Doch der Streit wird weitergehen: Auch, weil sich Heuer von einigen Politikern im Stich gelassen fühlt.

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Gut 80 Zuhörer verfolgen die Debatte um die Entwicklung in Kaltenweide.

Quelle: Neander

Kaltenweide. Nach zwei Stunden Streit haben Bürgermeister Heuer und Wirtschaftsförderer Jens Monsen genug gehört: "Ich ziehe hiermit den Antrag der Verwaltung zurück", wettert Mirko Heuer in den übervollen Saal des Niet Hus. Gemeint ist jene Drucksache, die seit Wochen in Kaltenweide für wütende Proteste sorgt: Sollen für grob geschätzt 150 neue Wohneinheiten rund acht Hektar Landschaftsschutzgebiet nordöstlich der Altenhorster Straße in Bauland umgewandelt werden?

Was Heuer an diesem Abend kurz nach 21 Uhr zur Spontan-Abstimmung mit dem neben ihm sitzenden Wirtschaftsförderer bringt, sind nicht zwingend die lautstark vorgetragenen Sorgen der gut 80 erschienenen Bürger. Es sind die Äußerungen jener Ortsratspolitiker, die, wie Heuer nach der Sitzung noch hörbar wütend kundtut, noch vor wenigen Tagen ihm in vertraulicher Runde keine wesentlichen Gegenargumente genannt hätten. "Zu diesem Zeitpunkt hätte man mir dies durchaus sagen können, um mich im Ortsrat nicht damit auflaufen zu lassen."

Worum geht es? Die stadteigene Entwicklungsgesellschaft Langenhagen (EL) könnte, wie es ihr Geschäftsführer Monsen auch in dieser Ortsratssitzung noch einmal betont, derzeit Flächen nordöstlich der Altenhorster Straße kaufen. Ein Areal, das im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) bereits 2011 als langfristige Entwicklungsoption erwähnt worden war. "Es ist derzeit eigentlich nicht lohnend, Grundstücke zu verkaufen", erläutert Heuer an diesem Abend. "Das Zeitfenster, der Stadt Entwicklungspotential zu ermöglichen, ist deshalb klein."

Unter den Kaltenweidern stößt dieser Plan auf heftige Gegenwehr: Zum einen sind Grundschule und Hort derzeit übervoll. Ein weiteres Baugebiet wird als unzumutbar empfunden. Zum anderen droht, so ist aus Altenhorst zu vernehmen, ein Zusammenwachsen der kleinen Seestädte mit Kaltenweide.

Was Heuer und Monsen nun am Dienstagabend die Notbremse ziehen lässt, sind vor allem die Äußerungen des Grünen-Fraktionschefs Dirk Musfeldt, des CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Reinhard Grabowsky und der Ortsratsfrau Annette Spremberg (SPD). Sie alle stellen sich hinter die von den Bürgern während der temperamentvoll verlaufenden Einwohnerfragestunde vorgetragenen Bedenken. Einzig Ortsbürgermeister Wolfgang Langrehr (SPD) zieht am Ende der Diskussion in Erwägung, die Stadt könne jetzt kaufen, aber später erst einen sogenannten Aufstellungsbeschluss für ein Bauleitverfahren fällen.

Weil dies aber laut Monsen der Region als Genehmigungsbehörde nicht ausreicht, um einer Teillöschung des Landschaftsschutzgebietes zuzustimmen, und ein Kauf ohne Löschung Geldverschwendung sei, sehen die beiden Verwaltungsvertreter erst einmal keine Chance für den Antrag.

Vom Tisch ist die Debatte für Heuer deshalb nicht. Er will in der nächsten Sitzung mit den Fraktionsvorsitzenden im Rat ausloten, ob es nicht doch einen Beschlussvorschlag geben kann, in dem sich die Stadt beispielsweise verpflichtet, "jetzt zu kaufen, aber nicht vor 2025 die Grundstücke zu vermarkten".

Von Rebekka Neander

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