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Stadthaus soll versteigert werden

Langenhagen Stadthaus soll versteigert werden

Zur allgemeinen Überraschung der Stadtverwaltung ist das Stadthaus, im dem Jugendamt und Stadtbibliothek untergebracht sind, beim Amtsgericht Hannover zur Zwangsversteigerung angemeldet worden. Der Rat hatte vor kurzem erst 15 Millionen Euro zur Seite gelegt, um das Gebäude kaufen zu können.

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Soll Langenhagen das Stadthaus an zwischen Walsroder und Schützenstraße kaufen? Der Gebäudekomplex gehört samt Kino und Hotel, aber auch mit Stadtbibliothek und Jugendamt zur Insolvenzmasse eines internationalen Bankenkonsortiums. Nun steht die Zwangsversteigerung an.

Quelle: Binge (Archiv)

Langenhagen. Nach ersten Recherchen von Stadtbaurat Carsten Hettwer ist der Versteigerungstermin auf Ende November festgelegt worden. Dies ist, wie Hettwer am Donnerstag auf Nachfrage erläuterte, durchaus überraschend. Wie es beim Amtsgericht Hannover heißt, bietet die HSH Nordbank den Gebäudekomplex mit einem Verkehrswert von 14,4 Millionen Euro an. "Uns war immer mitgeteilt worden, dass inzwischen ein Kreditunternehmen in Holland für die Gesamtinsolvenzmasse eines Immobilienfonds zuständig ist", berichtete Hettwer jetzt auf Nachfrage. Er hat inzwischen seine bisherigen Ansprechpartner angeschrieben und um Klärung gebeten.

Denn die Stadt hat durchaus Interesse an der Immobilie: Weil sie für die Büros des sogenannten Sozialen Rathauses sowie für die Stadtbibliothek eine überaus hohe Miete zahlt, sollten diese Mietverträge auf politischen Wunsch schon vor Jahren bis zum Vertragsende 2018 gekündigt werden. Weil der dafür notwendige An- oder Neubau eines Rathauses aber nicht rechtzeitig geplant, geschweige denn umgesetzt werden konnte, laufen die Verträge weiter - mit einer Verlängerungsoption samt Mietfestsetzung. Dies gibt der Stadt allerdings nur eine Sicherheit für maximal weitere fünf Jahre.

Inzwischen liegt zwar ein Ratsbeschluss vor, nach dem die Verwaltung das Rathaus auf den Waggumer Hof erweitern darf. Dies würde jedoch lediglich eine Unterbringung des Sozialen Rathauses sichern. "Ein Neubau der Stadtbibliothek ist bislang überhaupt nicht geplant", mahnt Hettwer. Grob angedacht ist lediglich eine Integration in den Komplex des Schulzentrums nach Abriss des Gymnasiums. Tiefergehende Ideen dazu gibt es allerdings bislang nicht. Auch vor diesem Hintergrund reifte im Rathaus die Idee, die Stadt möge das Stadthaus erwerben. "Mit dem beteiligten Bankenkonsortium war eigentlich besprochen, bis November für uns klären, das einzelne Gebäude aus der Insolvenzmasse herauszulösen und eine Zwangsversteigerung damit zu verhindern", sagte Hettwer. Der jetzt offenbar angemeldete Versteigerungstermin in Hannover wirft diese Absprachen über den Haufen. Sollte das Gebäude nun an einen anderen Eigentümer übergehen, steige das Risiko, in fünf Jahren zumindest für die Stadtbibliothek eine womöglich noch höhere Miete zahlen zu müssen, da so schnell keine Ausweichmöglichkeit zu verwirklichen ist.

Der Rat der Stadt hatte über den Nachtragshaushalt für 2017 bereits 15 Millionen Euro mit einem Sperrvermerk beiseite gelegt. Allerdings in der Annahme, das Gebäude auf Bausubstanz und Zuschnitte im Inneren eingehend prüfen zu können. Zumal das integrierte Hotel samt Veranstaltungs-Forum sowie das Kino keinesfalls "zur Kernkompetenz" einer Stadtverwaltung gehören.

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