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Welche Botschaft darf’s diesmal sein?

Langenhagen Welche Botschaft darf’s diesmal sein?

Stadtmarketing - ein Thema mit Vorgeschichte in Langenhagen. Zwei Anläufe sind gescheitert. Nun soll erstmals eine hauptamtliche Kraft eingestellt werden. Ob das der richtige Weg ist, hinterfragt Patrick Lampe. Auf seine im Februar vorliegende Bachelor-Arbeit freut sich Bürgermeister Mirko Heuer.

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Patrick Lampe (rechts) widmet sich in seiner Abschlussarbeit für sein Studium einem Thema mit Vorgeschichte: Auch Bürgermeister Mirko Heuer freut sich auf das Ergebnis. Neander

Quelle: Neander

Langenhagen. Womit soll Langenhagen eigentlich werben? Und bei wem? Was heißt es, Marketing für eine Stadt zu betreiben? Patrick Lampe kennt die Antworten auf diese Fragen nicht. Das ist auch gar nicht wichtig. Wichtig ist, dass er diese Fragen überhaupt stellt. „Viele Kommunen machen den Fehler, dass sie mit Aktionen anfangen, obwohl sie weder über ein Leitbild verfügen noch daraus Ziele abgeleitet haben“, sagt er.

Patrick Lampe wirkt an diesem Morgen im Büro des Bürgermeisters auf den ersten Blick etwas fehl am Platz: Lange Haare, Ohrringe, schwarze Kleidung ­- und doch ist der junge Mann ein von der Pike auf ausgebildeter Verwaltungsmensch. Nach seinem Abschluss als Verwaltungsfachangestellter studiert er unter städtischer Obhut Allgemeine Verwaltung. Und als er auf der Suche nach einem Thema für seine Bachelor-Arbeit auch im Büro seines Chefs Mirko Heuer vorsprach, trug dieser ihm eine seiner Herzensangelegenheiten vor: Stadtmarketing.

Um von Lampe wirklich etwas Neues zu erfahren, hat Heuer ihm nichts von der Vorgeschichte des umstrittenen Themas erzählt. Lampe hat sich durch das Archiv der über Jahre erschienenen Zeitungsartikel gearbeitet, hat vorhandene Netzwerke zusammengestellt, vor allem aber hat sich Lampe mittels Studien der vergangenen Jahre über erfolgreiche und weniger erfolgreiche Versuche anderer Kommunen informiert. Für Langenhagen wird seine Bachelor-Arbeit deshalb vor allem ein Handlungsfaden sein. „Es gibt eine Anschubphase, in der eine Lenkungsgruppe gebildet wird“, erläutert Lampe. Dann folgt die Analyse der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. „Daraus ergibt sich ein Leitbild, das Ziele und Maßnahmen nach sich ziehen wird.“ Dafür könne ein Jahr ins Land gehen.

Parallel bereitet die Stadt derzeit die Ausschreibung für die Leitung der neuen Abteilung Marketing und Kommunikation vor. Sie wird künftig neben der Pressestelle auch den Präventionsrat und Integrationsbeirat nebst Ehrenamtlichenbetreuung umfassen sowie die Städtepartnerschaften und die übrigen Bürgerbeteiligungen wie den Freiwilligentag. Bis zur Besetzung der Stelle, mit der nicht vor Mai zu rechnen ist, leitet die Abteilung kommissarisch Bürgermeisterreferent Roman Sickau. An Leitbild und neuen Arbeitsstrukturen wird er nichts verändern - er will dem neuen Abteilungsleiter nicht vorgreifen.

Und weil für dessen Einarbeitungszeit wohl einige Monate benötigt werden, sieht Bürgermeister Heuer auch keine Gefahr, dass das neue Stadtmarketing Gegenstand des Kommunalwahlkampfes im Sommer werden könnte. „Bis die Grundlagen für die neue Abteilung erarbeitet sind, ist die Wahl längst vorbei.“

Streit führt zweimal zum Aus

Gleich zweimal ist das Projekt Stadtmarketing in Langenhagen gescheitert. Zunächst starteten Rat und Verwaltung mit der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung im Dezember 2003 eine erste Initiative, mit Lenkungsgruppe und wirtschaftlicher Unterstützung. Doch dann bremste die Politik im Februar 2006 das Projekt aus. Der städtische Zuschuss sank um mehr als die Hälfte auf 20?000 Euro, der von den Unternehmen und Verwaltung geforderte hauptamtliche Geschäftsführer war politisch nicht gewünscht. Am Ende musste der Flughafen gar um 20?000 Euro kämpfen, die er eingezahlt hat. Zwei Jahre später gründete sich der Stadtmarketingverein, in den folgenden Monaten traten immer mehr Akteure zurück. Zeitweise galt der Vereinsvorstand als nicht beschlussfähig. Im Herbst 2010 löste der Verein sich auf. Einzig der Arbeitskreis Grünes Langenhagen ist bis heute dabei.

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