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Markthalle: Standbetreiber fürchten um Existenz

Langenhagen Markthalle: Standbetreiber fürchten um Existenz

"Wir sind am Ende", sagen die Standbetreiber der Markthalle. Seit nunmehr 18 Monaten versorgen sie ihre Kunden auf einer Baustelle, dabei bescheren ihnen Dreck und Lärm neben Ärger mit den Besuchern auch kräftige Umsatzeinbußen.

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Wegen der Renovierung ist in der Markthalle wenig los.

Quelle: Jarolim-Vormeier

Langenhagen. Keine Rücksicht auf den laufenden Betrieb und fehlende Absprache - die Situation in der Markthalle sei existenzbedrohend, sagt ein Vertreter der Standbetreiber, der namentlich nicht genannt werden möchte. Seit mehr als einem Jahr sei in dem Untergeschoss kaum etwas passiert, der Fertigstellungstermin verschiebe sich immer wieder.

Sägespäne und Funken fallen von der Decke, eine dicke Staubschicht verteilt sich auf Tischen und Auslagen. "Wir laufen nur noch mit dem Lappen rum", sagt der Mann. Kein Umfeld in dem Besucher gerne Cappuccino trinken oder in Ruhe zu Mittag essen. Während unten Lebensmittel verkauft werden, wird über den Köpfen der Mieter und Besucher gesägt und gehämmert. "Jetzt sollen genau vor einigen Ständen auch noch Gerüste aufgestellt werden", sagt er. Auch das Versprechen, vor allem am späten Abend oder am Wochenende zu arbeiten, werde von dem Architekten nicht eingehalten, sagt der Sprecher der Standbetreiber. Sie wollen nun Schadensersatz fordern, haben bereits einen Anwalt eingeschaltet. "Wir verzeichnen Umsatzeinbußen von 50 Prozent - können nur noch unsere fixen Kosten decken", schildert er die Lage. "So langsam fragen wir uns, ob wir rausgeekelt werden sollen." Wenn es noch lange so weiter geht, dann stünden sie vor dem Ruin.

Architekt Wilfried Feise hingegen behauptet, über ein Jahr auf die Stand-Planungen der Gastronomen gewartet zu haben. "Es lohnt sich nicht mit den Arbeiten zu beginnen, wenn nicht bekannt ist, wo etwa bestimmte Strom- oder Wasserleitungen verlaufen", begründet der Architekt. Seinen Angaben nach ist er fast jeden Tag vor Ort und spricht auch mit den Standbetreibern. Er kündigt an, dass in drei Wochen der Fußboden ausgetauscht werden soll, ebenso wie die Fensterfronten.

Vor zwei Jahren wurde der Umbau der Markthalle vorgestellt. Erst hieß es, im Dezember 2016 würden die Arbeiten abgeschlossen, dann im März 2017, zuletzt war von Juni die Rede. Doch auch dieser Termin wird sich kaum halten lassen, denn ein Mitarbeiter der Dachdeckerfirma veranschlagte alleine für sein Unternehmen eine Arbeitszeit von „gut einem Monat“, wobei das auch wetterabhängig sei. Daneben soll im Obergeschoss eine Dialyse-Praxis eingerichtet werden, und unten soll der Gastronomiebereich ebenfalls noch umgebaut werden. „Laut Architekt wird die Halle dabei nicht geschlossen“, sagt einer der betroffenen Gastronomen, „aber uns sagt niemand, wie es weitergehen wird“.

Bis Ende des Jahres schätzt Planer Feise werden die Arbeiten dauern. Seit 18 Monaten wird dort schon gewerkelt - bei laufendem Betrieb. Vor einem Monat wurde die Gastro-Halle für vier Tage dicht gemacht. Die Gastronomen bemängeln derweil, dass sie keinen Schadenersatz für ihre Umsatzausfall erhielten und zudem auch noch die Reinigung selbst übernehmen mussten. Entgegnet wurde ihnen: Seit dem Umbauarbeiten wurde die Miete halbiert, da sei das Ausfallhonorar bereits drin. Das ärgert die Betreiber sehr.

Viele Betreiber haben vor längerer Zeit ihre neuen Möbel beim Tischler anfertigen lassen. Weil sich der Umbau bereits um ein halbes Jahr verzögert, liegt das neue Mobiliar auf Halde. "Wir haben alle sehr viel Geld schon investiert", sagt der Sprecher der Standbetreiber. Und die avisierten 14.000 Euro, die jeder Stand vertraglich wiederum für ihren Umbau zugesichert wurden, stünden nach wie vor aus, bedauert der Mann. Trotz aller Widrigkeiten seien die Standbetreiber bereit für Gespräche. "Wir wollen gemeinsam eine Lösung finden." 

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Mit einem Kran wird Material und Werkzeug auf das Dach der Markthalle gehievt.

Quelle: böger

Von Katerina Jarolim-Vormeier und Lisa Malecha und Thomas Böger

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