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Soll im Stadtpark gebaut werden?

Langenhagen Soll im Stadtpark gebaut werden?

Was soll auf den Rieselfeldern am Ostrand des Stadtparks passieren? Drei von vier Landschaftsarchitekten können sich dort eine vorsichtige Bebauung vorstellen. Bei der Präsentation im Parkbeirat stellte sich jedoch heraus: Die Brisanz liegt vielleicht am ganz anderen Ende des Parkes.

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Viele in Brezelform angelegte Wege führen durch den Park - nicht alle sind historisch belegt.

Quelle: Neander

Langenhagen. So viel Besuch hatte der Parkbeirat vielleicht noch nie: Rund 30 Zuschauer, darunter einige Ratsmitglieder, und sogar der Bürgermeister wollten hören, was sich vier Planungsbüros für Landschaftsarchitektur für die Rieselfelder zwischen Eichenpark und Theodor-Heuss-Straße vorstellen können. Und ihre Neugier wurde nicht enttäuscht.

Drei von vier Büros schlagen eine „vorsichtige“ und von Luft durchzogene Bebauung vor. Mal mehr, mal weniger groß, in jedem Fall aber als „Kante“ und „Lärmschutz“ in Abgrenzung zur Theodor-Heuss-Straße. Nur ein Entwurf schlägt - wenn auch mit derselben Begründung - vor, den Ostrand mit einem Pflanzstreifen zur Fahrbahn abzugrenzen. Mehrere Büros sehen die südlichen Rieselfelder als möglichen Schulstandort, sollte der vorhandene Platz an der Konrad-Adenauer-Straße für die notwendigen Neubauten nicht ausreichen.

Einig waren sich alle Vorschläge darin, den nördlichsten Streifen der Rieselfelder zwischen August-Nebig- und Stadtparkallee freizuhalten und eventuell als Freizeitfläche aufzuwerten. Ebenso unstrittig ist, dass die Freifläche im Kern des Parkes sowie das historische Zentrum rund um Volkshochschule und Siechenhaus erhalten beziehungsweise wie bereits geplant vorsichtig nach historischem Vorbild modernisiert werden sollen.

Die angedeuteten Baupläne für die Rieselfelder ernteten im Parkbeirat durchgehend Ablehnung, auch im Hinblick auf einen möglichen Schulstandort. Über die Frage einer Abgrenzung zur Theodor-Heuss-Straße könne unter Umständen noch gesprochen werden. Im Grunde aber zeigten sich die Mitglieder unter der Leitung von Kaspar Klaffke enttäuscht von den Ergebnissen.

Mehr noch: Die Entwürfe zeigten eine Brisanz, die zwar für Kenner der Situation lange bekannt war, in der öffentlichen Diskussion aber bislang kaum eine Rolle gespielt hat: Der Bereich zwischen Lenthehof, Obstbaum- und Niederrader Allee sowie dem Klinikum im Norden verfügt über einen gültigen Bebauungsplan. Wer auf diesem Grund gemäß dieser Bauleitplanung etwas beantragt, hat ein Anrecht auf Genehmigung. Derzeit gehört nur ein kleiner Teil der Fläche der Stadt. Und wie sich am Rande zeigte, spielt diese Fläche in der verwaltungsinternen Diskussion ums Stadt- und Schulzentrum bereits eine Rolle.

Der Parkbeirat forderte in seiner Sitzung einvernehmlich den Rat auf, diesen Bebauungsplan zurückzunehmen. Dies, ergänzte Bürgermeister Mirko Heuer am Rande der Sitzung, ginge nur, wenn die Stadt das gesamte Areal kaufte.

Dem Stadtplanungsausschuss werden die Ergebnisse in öffentlicher Sitzung am Dienstag, 23. Februar, vorgestellt.

Misstrauen gegen Vorgabe

Die Pläne sind Ergebnis eines nicht öffentlichen Workshops, zu dem die Stadt gemäß eines politischen Auftrags für Ende Oktober vergangenen Jahres eingeladen hatte. Ziel des Workshops, so der seinerzeit formulierte Beschluss, sollten Entwicklungsmöglichkeiten sowie eine Integration der Rieselfelder in den Stadtpark sein. Weitere Details wurden nicht festgelegt. Wie jetzt bekannt wurde, hatte die Stadt nach längerer „interner Diskussion“, wie Stadtbaurat Carsten Hettwer im Parkbeirat berichtete, dann Landschaftsarchitekten eingeladen. An dem eintägigen Workshop sollten jedoch weder Vertreter des Parkbeirats noch der Politik teilnehmen.

Aufseiten der Stadt waren Ursula Schneider, Leiterin der Abteilung Stadtgrün, und der Stadtbaurat nur als Beobachter dabei. Ricky Stankewitz, Vorsitzender des Naturschutzbundes Langenhagen und von der Region bestellter Naturschutzbeauftragter der Stadt, hatte im Vorfeld kritisiert, von dem Workshop ausgeschlossen worden zu sein. Moderatorin und Planerin Andrea Gebhard aus München gab im Parkbeirat zu bedenken, dass den Landschaftsarchitekten nur eines vorgegeben worden sei: „Sie sollten sich keinerlei Denkverbote verordnen.“

Von Rebekka Neander

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