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"Wir haben keine Fankultur"

Langenhagen "Wir haben keine Fankultur"

Wie kommt es, dass bis auf die Martinsgemeinde alle Langenhagener Kirchengemeinden im Vorjahr Mitglieder verloren haben? In Engelbostel und Schulenburg seien noch Charme und Zusammenhalt des Dorfes erhalten geblieben, sagt Superintendent Holger Grünjes. Anderswo werde auch gute Arbeit geleistet.

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Superintendent Holger Grünjes vom Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen.

Quelle: Michael Thomas

Engelbostel/Schulenburg. Bis auf die Martinskirchengemeinde in Engelbostel haben alle Langenhagener Kirchengemeinden im letzten Jahr Mitglieder verloren. Wie lässt sich das erklären?

Die Engelbosteler haben ihr Leitbild, den Taufbefehl Jesu im Matthäus-Evangelium, stark im Blick. Ihnen ist es gelungen, eine klar strukturierte Gemeinde zu erhalten: In Engelbostel sind, vielleicht mehr als in den anderen Gemeinden, noch der Charme und Zusammenhalt des Dorfes erhalten geblieben. Durch gute Arbeit im Kindergarten, bei der kirchlichen Begleitung im Lebenslauf und gezielte Erwachsenenkurse werden die Menschen angesprochen. Auch gelingt es hier immer wieder, das Pfarramt, die Gemeinde und die Kita sehr gut miteinander abzustimmen.

Was wird in den übrigen Gemeinden getan, um den Kirchenaustritten entgegenzuwirken?

Erst einmal: Der Trend ist nicht neu, und wir werden ihn nicht stoppen können. Wir erliegen dem Trend der Individualisierung. Andere Vereine und Verbände haben oft dasselbe Problem. Wir sind zwar nah an den Menschen, aber wir haben keine Fankultur. Wenn wir Menschen in einer akuten Situation zur Seite stehen und helfen, geschieht das oft still und unerkannt. Und diese Arbeit wird in Langenhagen von allen Kirchengemeinden großartig geleistet.

Auf welche Bedürfnisse muss die Kirche heutzutage eingehen?

Wir können und wollen nicht kurzfristig auf Bedürfnisse reagieren. Damit würden wir uns selbst überfordern und irgendwann nicht mehr sichtbar sein. Entscheidend ist, Menschen in Übergängen und Krisen zu begleiten. Überall, wo sich bei ihnen etwas verändert – in Glück oder Unglück – oder wo ein anderer Blick auf das Leben nötig wird, da ist Kirche. Wir agieren, indem wir an diesen Stellen für die Menschen da sind.

Mehr zum Thema: Ein Gespräch mit Pastor Rainer Müller-Jödicke und ein Artikel zum Auftakt der Visitation in Engelbostel und Schulenburg.

Von Nils Oehlschläger

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