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Supermarkt verbannt Plastiktüte

Langenhagen Supermarkt verbannt Plastiktüte

Die symbolische letzte Plastiktüte ist jetzt im Supermarkt an den Elisabeth-Arkaden übers Band gegangen. Auch im Obst- und Gemüsebereich sollen dort nun Mehrweglösungen erprobt werden. Im direkten Umfeld gibt es bereits umweltbewusste Mitstreiter. Die offenbarten sich jedoch mehr zufällig.

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Stadtsprecherin Juliane Stahl übernimmt den Kauf der symbolischen letzten Plastiktüte im Supermarkt an den Elisabeth-Arkaden und lässt sie von Kassiererin Marion Stöwer über den Scanner ziehen. Filialleiter Arkadius Jodlowiec will nun prüfen, wie Plastik auch aus dem Obst- und Gemüsebereich verbannt werden könnte.

Quelle: Neander

Langenhagen. Über gute Dinge muss man reden. Dann können sie noch besser werden. Diese Erkenntnis haben jetzt Stadt und Geschäftswelt gleichermaßen gewonnen. Denn noch während Bürgermeister Mirko Heuer und Rewe-Filial-Geschäftsführer Arkadius Jodlowiec an diesem Vormittag die letzte verkaufte Plastiktüte des Supermarktes feiern, mischen sich gleich zwei Damen ins Gespräch ein: Die Burgwedelerin Heidrun Zeibek, die unfreiwillig Ohrenzeugin der Pressekonferenz in der Supermarkt-Cafeteria wird, stellt ihre aus Tetrapak-Milchtüten geflochtene Einkaufstasche auf den Tisch. Nur ein paar Minuten später lernt Jodlowiez, dass die Bäckerei-Filiale in seinem Geschäft bereits einen entscheidenden Schritt weiter ist. "Wer bei uns einen Mehrweg-Becher mitbringt, bekommt das Getränk 15 Prozent billiger", lässt Elke Schneider wissen. Sie ist Marketing-Chefin der Rehbock-Bäckereien.

Sie alle eint die Erkenntnis: Aus dem Lebensmittelhandel kann eine große Menge Müll verschwinden. 54.000 Einkaufstüten aus Plastik hat allein der Supermarkt an den Elisabeth-Arkaden in 2015 verkauft. Von 8000 Einwegbechern spricht Schneider - pro Woche für alle Filialen des Unternehmens. Während Rewe bundesweit nun auf Plastiktüten verzichtet, versucht das Bäckereiunternehmen in einer "rechtlichen Grauzone" die Kunden zum Umweltbewusstsein zu erziehen. "Wir haben es einfach nicht mehr ausgehalten zu beobachten, wie die Bauarbeiter draußen vor dem Laden ihren Kaffee aus dem Einwegbecher, der uns 25 Cent kostet, in ihre Thermoskanne kippen", sagt Schneider. Daher werden Mehrwegbecher nun mit dem heißen Wasser, das die Maschine für den Tee ohnehin vorhält, ausgespült und dann mit Kaffee befüllt. "Das spart uns Material."

Für die Supermarktkonzerne allerdings geht mit dem Verzicht auf Tüten auch Umsatz verloren. "Aber das war in der Abwägung für uns am Ende nicht relevant", sagt Jodlowiec, der im Konzern in einer Arbeitsgemeinschaft für Nachhaltigkeit aktiv ist. Das Pilotprojekt für den Verzicht auf Plastiktüten wollte er als einziger Standort unter insgesamt vier Wettbewerbern allein im selben Konzern in Langenhagen nicht wagen. Wohl aber denkt er darüber nach, nun im Obst- und Gemüsebereich "vielleicht Papier- und Plastiktüten parallel" anzubieten. "Man muss sich ja auch überlegen, ob wirklich jeder Apfel oder jede Banane in eine Tüte muss", sagt der Kaufmann. 

Als Bevorzugung eines einzelnen Geschäftsmanns will Heuer die städtische Einladung zum Ende der Plastiktüte nicht verstanden wissen. Der Kontakt zu Jodlowiec, der sich seit vergangenem Jahr sehr für den Repair-Treff Langenhagen engagiert, sei über den Wirtschaftsklub zustande gekommen. Heuer ließ dabei durchaus durchklingen, dass es in der Stadt nur sehr wenige direkte Drähte zu den örtlichen Geschäftsführern im Lebensmittelhandel gebe. Dabei könne sich die Stadt sehr wohl gerade im Rahmen des Projektes "Saubere Stadt" Initialaktionen in Kooperation mit den Märkten vorstellen. "Wir jedenfalls", sagt Heuer am Ende, "wollen weder die Tüten noch die Einwegbecher weiterhin in der Stadt rumfliegen sehen."

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Heidrun Zeibek stellte während des Pressegespräches kurzerhand ihre aus Tetrapak-Milchtüten geflochtene Einkaufstasche auf den Tisch.

Quelle: Neander

Von Rebekka Neander

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