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Held des Tages: Syrer findet 1100 Euro

Langenhagen Held des Tages: Syrer findet 1100 Euro

Ein 21 Jahre alter Syrer hat in Langenhagen persönliche Unterlagen und Bargeld gefunden - und diese bei der Polizei abgegeben. Kurz vorher hatte der Besitzer den Verlust bemerkt. Noch während er auf der Polizeiwache seine Anzeige aufgab, konnte er seine Wertsachen entgegen nehmen.

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Noch während Matthias Butz (links im Bild) die Anzeige des Besitzers aufnahm, fand der 21-jährige Hussein Aljaed das Geld und die Unterlagen, sodass sie dem Besitzer direkt zurückgegeben werden konnten.

Quelle: privat

Langenhagen. Ein richtig dicker Fund: Ein 21 Jahre alter Mann hat auf der Bahnhofstraße eine Herrenhandtasche mit Papieren und 1100 Euro Bargeld gefunden. Für den Flüchtling aus Syrien war sofort klar. Der vermeintliche Schatz muss sofort zur Polizei. Da er allerdings an dem letzten Freitag mit der S-Bahn nach Hannover musste, bat er seinen Vater, das zu tun, berichtet Hussein Aljaed in noch gebrochenem Deutsch später.

Just in dem Moment, als der Vater auf der Wache eintraf und den Fund meldete, gab ein 78-jähriger Langenhagener genau diesen Verlust bei Polizeihauptkommissar Matthias Butz zu Protokoll.

Der Besitzer hatte erst kurz zuvor den Verlust der Tasche bemerkt. Da er diese allerdings auf dem Beifahrersitz seines auf dem Parkplatz am Schulzentrum stehenden Autos wähnte, mutmaßte er einen Aufbruch. Schließlich höre man immer wieder von Autoaufbrüchen, argumentierte der Senior. Da die Beamten jedoch keine Einbruchsspuren feststellen konnten, schlossen sie eine Straftat aus. Stattdessen rekonstruierten sie gemeinsam mit dem 78-Jährigen dessen Tag. So kam heraus, dass er nachmittags mit seiner Lebensgefährtin einkaufen war und anschließend an der Bahnhofstraße Geld abgehoben hatte, berichtet Butz von denn Überlegungen. Dabei sei die Tasche mit dem Geld und den Unterlagen unbemerkt aus dem Einkaufskorb auf die Straße gefallen, vermutet der Beamten. Genau dort hatte der aus Aleppo stammende Hussein Aljaed, der in Syrien als Friseur arbeitete, die Tasche schließlich gefunden.

In 37 Dienstjahren hat Butz so etwas erst ein mal erlebt. Doch das sei schon länger her und spielte sich in einer anderen Größenordnung ab: „300 DM wurden schon mal abgegeben.“

Die Freude über die gefundenen Wertsachen war so groß, dass der Besitzer darauf bestand, dem ehrlichen Finder einen großzügigen Anteil in Höhe von 150 Euro zu überreichen. Der ehrliche Finder, der seit einem Jahr und vier Monaten in Langenhagen wohnt, hofft, dass er nach einer Ausbildung auch in Deutschland als Friseur arbeiten kann, wenn sein Asylantrag angenommen wird.

Von Anna Feininger

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